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19/175a 86 Mil­li­ar­den für das Schie­nen­netz

An vie­len Stel­len im Schie­nen­netz gibt es gro­ßen In­ves­ti­ti­ons­be­darf. Ei­ne neue Ver­ein­ba­rung sieht nun ei­ne In­ves­ti­ti­on von 86 Mil­li­ar­den EUR vor
Bahnhof, Zug, Versetzung

26.07.2019. (dpa/fle) - Vie­le Glei­se, Wei­chen und Brü­cken sind ma­ro­de - die Deut­sche Bahn muss zum Er­halt des Schie­nen­net­zes in Deutsch­land ei­nen im­men­sen Sa­nie­rungs­stau ab­ar­bei­ten.

Der Bund und der Kon­zern wol­len dies nun stär­ker als bis­her an­ge­hen.

Ei­ne neue Leis­tungs- und Fi­nan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Bund und der Bahn sieht für die kom­men­den zehn Jah­re ein Ge­samt­vo­lu­men von rund 86 Mil­li­ar­den EUR vor, wie Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter An­dre­as Scheu­er (CSU) am Frei­tag mit­teil­te. Das ist er­heb­lich mehr Geld als bis­her.

"Wir ha­ben mit der Deut­schen Bahn das größ­te Mo­der­ni­sie­rungs­pro­gramm für die Schie­ne ver­ein­bart, das es je in Deutsch­land gab", sag­te Scheu­er. Ziel sei ein leis­tungs­fä­hi­ges, hoch­wer­ti­ges Schie­nen­netz als Grund­la­ge für "ak­ti­ven Kli­ma­schutz" im Ver­kehr. Bahn-In­fra­struk­tur­vor­stand Ro­nald Po­fal­la sprach von ei­nem "gro­ßen Er­folg" für die Bahn-Kun­den. Der Kon­zern ha­be ei­nen enor­men Kraft­akt vor sich.

An vie­len Stel­len im 33.000 Ki­lo­me­ter lan­gen Schie­nen­netz gibt es gro­ßen In­ves­ti­ti­ons­be­darf we­gen teils ma­ro­der Brü­cken und An­la­gen. Auch vie­le Schie­nen­stre­cken sind in die Jah­re ge­kom­men. Dies ist auch ein Grund für Ver­spä­tun­gen bei der Bahn so­wie an­de­rer Stö­run­gen. In den ers­ten sechs Mo­na­ten kam gut je­der fünf­te Fern­ver­kehrs­zug der Deut­schen Bahn zu spät - die Pünkt­lich­keit hat sich un­term Strich im Ver­gleich zum ers­ten Halb­jahr 2018 leicht ver­schlech­tert.

Bund und Bahn ver­stän­dig­ten sich nun auf we­sent­li­che Re­ge­lun­gen für die neue Leis­tungs- und Fi­nan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung (LuFV). Die­se re­gelt die In­ves­ti­tio­nen in die Mo­der­ni­sie­rung und den Er­halt des deut­schen Schie­nen­net­zes und soll ab Be­ginn des kom­men­den Jah­res bis zum Jahr 2029 gel­ten.

Der Bund trägt laut Scheu­er von den Ge­samt­mit­teln 62 Mil­li­ar­den EUR, al­so 6,2 Mil­li­ar­den EUR pro Jahr. Dies sei ei­ne Stei­ge­rung ge­gen­über der bis­he­ri­gen Ver­ein­ba­rung um 59 Pro­zent. Hin­zu kä­men Ei­gen­mit­tel der Deut­schen Bahn in Hö­he von 24,2 Mil­li­ar­den EUR. Der Ver­trags­ent­wurf wer­de nun fer­tig ge­stellt. Der Bun­des­tag muss der Ver­ein­ba­rung dann zu­stim­men.

Die aus­lau­fen­de Ver­ein­ba­rung für die Jah­re 2015 bis 2019 sah im Jah­res­schnitt rund 5,6 Mil­li­ar­den EUR für den Er­halt des Schie­nen­net­zes vor. Die Be­trä­ge sol­len nun stark stei­gen, und zwar schritt­wei­se. Von 2020 bis 2024 sind nach In­for­ma­tio­nen der Deut­schen Pres­se-Agen­tur jähr­lich im Durch­schnitt 7,9 Mil­li­ar­den EUR vor­ge­se­hen, von 2025 bis 2029 dann im Schnitt 9,2 Mil­li­ar­den. Für das Jahr 2029 ist der höchs­te Be­trag von 9,6 Mil­li­ar­den EUR vor­ge­se­hen.

Im Ent­wurf für den Bun­des­haus­halt 2020 sind für die ge­plan­te neue Fi­nanz­ver­ein­ba­rung mit der Bahn bis 2029 als "In­fra­struk­tur­bei­trag" ins­ge­samt 51,4 Mil­li­ar­den EUR ein­ge­stellt wor­den. Der Rest kommt dem Ver­neh­men nach aus an­de­ren Töp­fen.

In der neu­en Ver­ein­ba­rung soll dem Ver­neh­men nach er­neut ein Pas­sus ein­ge­fügt wer­den, dass die Di­vi­den­den­zah­lun­gen des bun­des­ei­ge­nen Kon­zerns an den Bund für den Er­halt des Net­zes ein­ge­setzt wer­den.

Bahn und Bund hat­ten lan­ge über ei­ne neu Ver­ein­ba­rung ver­han­delt, nun wur­de ei­ne Ei­ni­gung er­zielt. Den "Sack zu­ge­macht" hät­ten Po­fal­la, Ver­kehrs-Staats­se­kre­tär Mi­cha­el Günt­ner und Fi­nanz-Staats­se­kre­tär Wer­ner Gat­zer, hieß es.

Bei der Ver­ein­ba­rung muss die Bahn als Ei­gen­tü­me­rin des Net­zes im Ge­gen­zug zu staat­li­chen Zu­schüs­sen Be­rich­te über den Zu­stand und die Leis­tungs­fä­hig­keit ab­ge­ben.

Zur der Ab­ma­chung ge­hört, dass die Bahn in den nächs­ten zehn Jah­ren rund 2.000 Brü­cken er­neu­ert. In der noch gül­ti­gen Leis­tungs- und Fi­nan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung war die Sa­nie­rung von 875 Brü­cken bis 2019 fest­ge­legt wor­den.

Die Ver­ein­ba­rung be­zieht sich auf das be­ste­hen­de Netz, der Bau neu­er Stre­cken ist nicht er­fasst. Ne­ben der Bahn nut­zen an­de­re An­bie­ter die Tras­sen und zah­len da­für Ge­büh­ren an den Kon­zern.

Kri­tik kam von der Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG): "Die ge­nann­ten 86 Mil­li­ar­den klin­gen gi­gan­tisch, aber da­mit wird ver­sucht, die wah­re Si­tua­ti­on zu ver­schlei­ern", sag­te der EVG-Vor­sit­zen­de Alex­an­der Kirch­ner. Die Schie­ne sei über Jahr­zehn­te ver­nach­läs­sigt und auf Ver­schleiß ge­fah­ren wor­den. "Das rächt sich heu­te in ei­nem ge­wal­ti­gen In­ves­ti­ti­ons­rück­stau, der ge­gen­wär­tig auf 60 Mil­li­ar­den EUR zu­läuft." Mit den nun vor­lie­gen­den Zah­len wer­de in 10 Jah­ren das Durch­schnitts­al­ter bei der Be­standsin­fra­struk­tur noch äl­ter als heu­te und der Rück­stau da­mit noch hö­her sein.

Auch der Ge­schäfts­füh­rer des Ver­ban­des Al­li­anz pro Schie­ne, Dirk Fle­ge, sprach von ei­nem rie­si­gen In­ves­ti­ti­ons­stau. "Die Bau­prei­se stei­gen und der Bund kal­ku­liert mit ei­nem gro­ßen Ei­gen­bei­trag der Deut­schen Bahn." Dies wer­de nicht rei­chen, um die Netz­qua­li­tät spür­bar zu ver­bes­sern

SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Sö­ren Bar­tol sag­te: "Wer mehr Ver­kehr auf der Schie­ne will, muss ver­hin­dern, dass uns die Schie­nen­in­fra­struk­tur wegros­tet." Da­her wer­de nun ein Mil­li­ar­den­pro­gramm auf den Weg ge­bracht. Die schwarz-ro­te Ko­ali­ti­on hat sich zum Ziel ge­setzt, die Bahn deut­lich zu stär­ken. Bis 2030 soll die Zahl der Fahr­gäs­te ver­dop­pelt wer­den.

Die Stär­kung der Schie­ne ist auch ein we­sent­li­cher Teil von Vor­schlä­gen im Kli­ma­ka­bi­nett der Bun­des­re­gie­rung. Am 20. Sep­tem­ber soll es ei­ne Grund­satz­ent­schei­dung ge­ben über ein Maß­nah­men­pa­ket für mehr Kli­ma­schutz.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 31. Juli 2019

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