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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/251

Agen­tur für Ar­beit gibt ak­tu­el­le Ar­beits­lo­sen­zah­len be­kannt

Zahl der Ar­beits­lo­sen im Ju­ni auf 2,805 Mil­lio­nen ge­sun­ken
Logo der Bundesagentur für Arbeit, weißes Dreieck auf rotem Hintergrund Der Job­mo­tor läuft nur lang­sam an
28.06.2012 (dpa) - Der deut­sche Job­auf­schwung ver­liert wei­ter an Tem­po. Die seit ei­ni­gen Mo­na­ten zu be­ob­ach­ten­de Ten­denz ha­be sich auch im Ju­ni fort­ge­setzt, be­rich­te­ten Volks­wir­te deut­scher Groß­ban­ken und Kon­junk­tur­for­scher in ei­ner dpa-Um­fra­ge. Nach ih­ren Be­rech­nun­gen gab es im Ju­ni 2,805 Mil­lio­nen Ar­beits­lo­se; dies wä­ren nur noch 50.000 we­ni­ger als im Mai; der Rück­gang wür­de da­mit deut­lich ge­rin­ger aus­fal­len als im Schnitt der ver­gan­ge­nen drei Jah­re. Im Ver­gleich zum Vor­jahr gab es nur noch 90.000 we­ni­ger Er­werbs­lo­se. Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len will die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) an die­sem Don­ners­tag be­kannt­ge­ben.

Zie­he man die jah­res­zeit­li­chen Ef­fek­te ab, hat den Fach­leu­ten zu­fol­ge im Ju­ni so­gar Still­stand auf dem Ar­beits­markt ge­herrscht. Die sai­son­be­rei­nig­te Er­werbs­lo­sig­keit lie­ge et­wa auf dem Vor­mo­nats-Ni­veau. Dies zei­ge, dass es am Schub der Kon­junk­tur­lo­ko­mo­ti­ve feh­le, mach­ten die Fach­leu­te deut­lich.

Als Hin­weis auf den sich ab­schwä­chen­den Job­auf­schwung se­hen die von dpa be­frag­ten Ex­per­ten auch die sin­ken­de Nach­fra­ge nach Ar­beits­kräf­ten. Nach Er­kennt­nis­sen der BA sank die Zahl der of­fe­nen Stel­len im Ju­ni auf den nied­rigs­ten Stand seit gut ei­nem Jahr. "An­ge­sichts der Ein­trü­bung der Kon­junk­tur­pro­gno­sen zei­gen sich die Un­ter­neh­men of­fen­sicht­lich vor­sich­ti­ger, was wei­te­re Neu­ein­stel­lun­gen an­geht", kom­men­tier­te die BA die ak­tu­el­le Ent­wick­lung. Trotz des leich­ten Rück­gangs im Ju­ni lie­ge die Kräf­te­nach­fra­ge aber noch im­mer über dem Re­kord­wert des 2007er Booms, gibt die BA zu be­den­ken.

Wach­sen­de Kon­junk­turskep­sis be­ob­ach­ten auch Fach­leu­te. "Der Auf­schwung am Ar­beits­markt er­lahmt, weil die Be­las­tung durch die Eu­ro­schul­den­kri­se der­zeit doch sehr aus­ge­prägt ist", ur­teilt et­wa der Ar­beits­markt­ex­per­te der Al­li­anz, Rolf Schnei­der. Zu­dem lit­ten Un­ter­neh­men un­ter dem schwä­che­ren Ex­port in kri­seln­de Eu­ro-Län­der. "Der Auf­trags­ein­gang aus dem Eu­ro-Raum ist in den letz­ten drei Quar­ta­len um rund 15 Pro­zent ge­sun­ken", gibt Schnei­der zu be­den­ken.

Auch nach Ein­schät­zung von Stef­fen Hen­zel vom Münch­ner Ifo-In­sti­tut ist in­zwi­schen die Dy­na­mik am Ar­beits­markt ab­ge­flacht. Ne­ben der Ex­port­schwä­che ma­che sich auf dem deut­schen Ar­beits­markt auch die Zu­wan­de­rung aus den kri­seln­den EU-Län­dern be­merk­bar. Mit ei­ner Trend­um­kehr oder ei­ner hand­fes­ten Kri­se auf dem Ar­beits­markt rech­net al­ler­dings kaum ei­ner der Fach­leu­te. "Der Trend zu ei­ner wei­te­ren Er­ho­lung des Ar­beits­mark­tes ist wei­ter in­takt, der Weg in den Som­mer­mo­na­ten wird aber et­was holp­ri­ger", meint et­wa Com­merz­bank-Volks­wirt Eck­art Tucht­feld.

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Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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