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Rot-grü­ne Agrar­mi­nis­ter for­dern Min­dest­lohn für Land­wirt­schaft

Wenn sich in Würz­burg die deut­schen Agrar­mi­nis­ter zu ih­rer Kon­fe­renz tref­fen, wird es auch um Min­dest­lohn ge­hen: Die Ver­tre­ter von SPD und Grü­nen for­dern in ei­nem An­trag min­des­tens 8,50 Eu­ro für al­le Mit­ar­bei­ter in der Agrar- und Er­näh­rungs­bran­che
Münzen, Münzhaufen Ist ein Min­dest­lohn für die Land­wirt­schaft rea­lis­tisch?

26.08.2013. (dpa) - Nie­der­sach­sens Agrar­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er for­dert ei­nen bun­des­wei­ten ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro in der Agrar- und Er­näh­rungs­bran­che.

Bei der an­ste­hen­den Agrar­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Würz­burg will der Grü­nen-Po­li­ti­ker ei­nen ent­spre­chen­den An­trag ein­rei­chen, der auch al­le Ern­te­hel­fer in Deutsch­land mit ein­be­zieht.

"Hin­ter dem An­trag ste­hen die Mi­nis­ter al­ler rot-grü­nen Län­der", sag­te er der dpa in Han­no­ver. An­lass sei­en die gra­vie­ren­den Miss­stän­de mit Werk­ver­trä­gen in der Schlacht­in­dus­trie, bei Werf­ten und in der Me­tall­in­dus­trie, die ins­be­son­de­re in Nie­der­sach­sen für Schlag­zei­len ge­sorgt hät­ten.

"Wir sind der Mei­nung, dass hier et­was ge­sche­hen muss, da­mit in der Land- und Er­näh­rungs­wirt­schaft wie­der hu­ma­ne Ar­beits- und Le­bens­be­din­gun­gen herr­schen", be­ton­te Mey­er. Er hofft, dass auch sei­ne Mi­nis­ter­kol­le­gen aus den schwarz-gel­ben Län­dern und Bun­des­agrar­mi­nis­te­rin Il­se Ai­gner (CSU) den An­trag un­ter­stüt­zen wer­den. Denn wie bei Mi­nis­ter­kon­fe­ren­zen üb­lich kön­nen auch in Würz­burg nur ein­stim­mi­ge Be­schlüs­se ge­trof­fen wer­den.

"Es wird sehr span­nend sein, wie sich die schwarz-gel­ben Län­der auf der Kon­fe­renz ge­gen­über dem An­trag po­si­tio­nie­ren wer­den", sag­te Mey­er. Auf Bun­des­ebe­ne ha­be Schwarz-Gelb bis­lang zwar ei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn blo­ckiert, an­ge­sichts der jüngs­ten Wahl­kamp­f­äu­ße­run­gen von Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) ha­be er aber Hoff­nung, dass Be­we­gung in die Hal­tung kom­me. Von der Ley­en hat­te wie­der­holt be­tont, nach der Bun­des­tags­wahl am 22. Sep­tem­ber ei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn be­schlie­ßen zu wol­len.

"Wir als Land kön­nen ihn nur for­dern, wir sind des­halb auf den Bund an­ge­wie­sen", sag­te Mey­er. Es sei da­her an Ai­gner auf der Agrar­mi­nis­ter­kon­fe­renz den Wor­ten Ta­ten fol­gen zu las­sen und den An­trag zu un­ter­stüt­zen. "Der Bund muss ein­se­hen, dass die Wirt­schaft zu frei­wil­li­gen Selbst­ver­pflich­tun­gen of­fen­bar nicht be­reit ist."

Der von Nie­der­sach­sen for­mu­lier­te rot-grü­ne An­trag for­dert den Bund zu­dem auf, ge­gen­über der EU dar­auf hin­zu­wir­ken, dass Lohn­dum­ping in der Fleisch­bran­che nicht noch mit Steu­er­geld sub­ven­tio­niert wird. "Groß­schlacht­hö­fe, die kei­ne So­zi­al­stan­dards ha­ben und kei­nen Lohn von 8,50 Eu­ro auch für Werks­ver­trags­ar­bei­ter zah­len, ge­hö­ren auf ei­ne Ne­ga­tiv­lis­te", so Mey­er.

In der ak­tu­el­len Sub­ven­ti­ons­lis­te der EU stün­den auch zahl­rei­che nie­der­säch­si­sche Schlacht­be­trie­be, die we­gen Miss­brauchs von Werk­ver­trä­gen und Nied­rig­löh­nen in der Dis­kus­si­on sind, mit teil­wei­se sechs­stel­li­gen För­der­sum­men.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 31. Juli 2014

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