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Al­st­om-Deal: Ge­werk­schaf­ter for­dert Klar­heit für deut­sche Stand­or­te

Al­st­om und Ge­ne­ral Electric tun sich zu­sam­men und ha­ben viel Ar­beit vor sich: Nach dem Deal der Fran­zo­sen mit dem neu­en US-Part­ner sind die Aus­wir­kun­gen auf deut­sche Stand­or­te noch un­klar
Fünf Arbeitnehmer Was wird aus den deut­schen Stand­or­ten?

24.06.2014. (dpa) - Nach dem Deal zwi­schen Frank­reichs Al­st­om-Kon­zern und dem Sie­mens-Ri­va­len Ge­ne­ral Electric (GE) hat die IG Me­tall am Stand­ort Mann­heim Klar­heit über die Aus­wir­kun­gen auf die deut­schen Wer­ke ge­for­dert.

Es müs­se schnell dar­ge­legt wer­den, was man hier­zu­lan­de vor­ha­be und wie die or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ent­wick­lung aus­se­he, sag­te der Ge­schäfts­füh­rer der IG Me­tall in Mann­heim, Klaus St­ein, am Mon­tag.

Nach Salz­git­ter mit 2.800 Mit­ar­bei­tern ist Mann­heim mit 1.800 Be­schäf­tig­ten der größ­te deut­sche Stand­ort.

Wel­che Fol­gen die Ko­ope­ra­ti­on ha­be, wer­de sich erst in den kom­men­den Wo­chen und Mo­na­ten kon­kre­ti­sie­ren, sag­te ein Al­st­om-Un­ter­neh­mens­spre­cher in Ber­lin.

Al­st­om be­schäf­tigt in Deutsch­land ei­ge­nen An­ga­ben zu­fol­ge ins­ge­samt rund 8.600 Mit­ar­bei­ter an 23 Stand­or­ten. Für den ge­sam­ten Kon­zern ar­bei­ten dem­nach et­wa 93.000 Men­schen in rund 100 Län­dern.

Am Wo­chen­en­de hat­te die Al­st­om-Spit­ze das Ko­ope­ra­ti­ons­an­ge­bot des US-Kon­zerns GE an­ge­nom­men. Gleich­zei­tig kann der fran­zö­si­sche Staat mit 20 Pro­zent größ­ter Ak­tio­när bei Al­st­om wer­den. Dar­auf hat­ten sich Re­gie­rung und Groß­ak­tio­när Bouy­gues ge­ei­nigt. Der deut­sche Sie­mens-Kon­zern ist da­mit aus dem Ren­nen.

Im Ge­gen­satz zu Sie­mens hat­te GE in sei­nem An­ge­bot le­dig­lich zu­ge­sagt, in Frank­reich 1.000 neue Jobs schaf­fen zu wol­len. Sie­mens hat­te in sei­nem An­ge­bot für den Be­reich Gas­tur­bi­nen ei­ne drei­jäh­ri­ge Be­schäf­ti­gungs­ga­ran­tie ge­ge­ben.

Frank­reichs Wirt­schafts­mi­nis­ter Arn­aud Mon­tebourg sag­te im TV-Sen­der BFMTV, der US-Kon­zern wol­le 50.000 Eu­ro Stra­fe zah­len für je­den Ar­beits­platz, der trotz der Zu­sa­ge nicht ge­schaf­fen wer­de. Der Al­st­om-Kon­zern­be­triebs­rat und die Ge­werk­schaft IG Me­tall hat­ten für Deutsch­land ei­ne fai­re Stand­ort­po­li­tik ge­for­dert.

Das letz­te Wort über die ge­mein­sen Plä­ne von Al­st­om und GE sol­len die Al­st­om-Ak­tio­nä­re im Herbst ha­ben. Die end­gül­ti­gen Ver­ein­ba­run­gen mit GE könn­ten dann im ers­ten Halb­jahr 2015 ge­trof­fen wer­den, sag­te Al­st­om-Chef Pa­trick Kron am Mon­tag im fran­zö­si­schen Sen­der Eu­ro­pe 1. Kron sprach von Vor­tei­len für al­le Be­tei­lig­ten, er­wähn­te ex­pli­zit aber nur das Mut­ter­land des Kon­zerns: "Es wird künf­tig mehr Ent­schei­dungs­zen­tren in Frank­reich ge­ben als heu­te."

Sie­mens-Chef Joe Ka­e­ser zeig­te sich auch nach dem Schei­tern im Al­st­om-Po­ker wei­ter an Über­nah­men in­ter­es­siert: "Na­tür­lich hal­ten wir die Au­gen wei­ter of­fen. Be­son­ders in­ter­es­sant ist und bleibt für uns der ame­ri­ka­ni­sche Markt", sag­te Ka­e­ser der "Bild"-Zei­tung (Mon­tag). Der Ma­na­ger un­ter­strich er­neut, er se­he den Zu­schlag für GE nicht als Nie­der­la­ge. "Wir hat­ten das ein­deu­tig bes­se­re An­ge­bot in punc­to Jobs, Preis und Zu­kunfts­per­spek­ti­ve für die fran­zö­si­sche und die eu­ro­päi­sche In­dus­trie. Aus­schlag­ge­bend war am En­de, dass der Al­st­om-Chef Deutsch­land und Sie­mens ent­schie­den be­kämpft hat. Da­ge­gen konn­ten und woll­ten wir nichts ma­chen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Oktober 2016

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