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Mehr Al­te und Kran­ke be­kom­men So­zi­al­hil­fe

Vie­le al­te Men­schen müs­sen zum So­zi­al­amt, weil ih­re Ren­te nicht reicht: Nach An­ga­ben von Sta­tis­ti­kern be­kom­men so vie­le Leu­te Grund­si­che­rung wie noch nie. Ein Skan­dal, war­nen Ge­werk­schaf­ter
Alter Mann mit Hund im Wald Für vie­le ist der Gang zum So­zi­al­amt die letz­te Mög­lich­keit

23.10.2013. (dpa) - Im­mer mehr al­te und kran­ke Men­schen in Deutsch­land sind auf Hil­fe vom Staat an­ge­wie­sen.

En­de 2012 be­ka­men knapp 900 000 Men­schen Grund­si­che­rung im Al­ter und we­gen dau­er­haf­ter Er­werbs­min­de­rung.

Das wa­ren 6,6 Pro­zent mehr als im Vor­jahr, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt in Wies­ba­den am Diens­tag mit­teil­te.

Die Be­trof­fe­nen kön­nen ent­we­der von ih­rer Al­ters­ren­te nicht le­ben oder sie sind auf Dau­er zu krank zum ar­bei­ten.

Die Zahl der Emp­fän­ger hat seit Ein­füh­rung der Grund­si­che­rung 2003 ei­nen Höchst­stand er­reicht.

Knapp 465 000 Men­schen, die 65 Jah­re und äl­ter wa­ren, be­nö­tig­ten die­se So­zi­al­hil­fe. "Auf die Grund­si­che­rung im Al­ter sind ins­be­son­de­re west­deut­sche Frau­en an­ge­wie­sen", be­rich­te­ten die Sta­tis­ti­ker.

In der Grup­pe be­ka­men 33 von 1000 Frau­en Geld, in den neu­en Bun­des­län­dern ein­schließ­lich Ber­lin wa­ren es 21 von 1000 Frau­en. Män­ner wa­ren in 25 be­zie­hungs­wei­se 18 von 1000 Fäl­len be­trof­fen. In ei­nem frü­he­ren Be­richt wie­sen die Da­ten­ex­per­ten dar­auf hin, dass Frau­en in der DDR eher ge­ar­bei­tet ha­ben und des­we­gen nun bes­se­re Ren­ten be­kom­men.

Ähn­lich vie­le kran­ke Men­schen be­nö­tig­ten Grund­si­che­rung we­gen dau­er­haf­ter Er­werbs­min­de­rung. Wa­ren es En­de 2011 noch rund 408 000 Men­schen, re­gis­trier­ten die Sta­tis­ti­ker ein Jahr spä­ter et­wa 435 000 Be­trof­fe­ne. Da­mit stieg die An­zahl der Emp­fän­ger in bei­den Grup­pen um et­wa 6,6 Pro­zent, al­so so­wohl bei den Rent­nern als auch bei den dau­er­haft Kran­ken.

Seit Ein­füh­rung der Grund­si­che­rung 2003 hat sich die Zahl der Emp­fän­ger ins­ge­samt mehr als ver­dop­pelt. Die Zahl wuchs na­he­zu ste­tig, le­dig­lich 2009 ging sie ein we­nig zu­rück.

Die neu­en Da­ten alar­mie­ren Ge­werk­schaf­ter. Die IG Me­tall warn­te vor ei­nem "so­zi­al­po­li­ti­schen Skan­dal". Die Zah­len zur Grund­si­che­rung im Al­ter sei­en ein Alarm­si­gnal, das die Po­li­tik nicht län­ger igno­rie­ren dür­fe.

"Mit kos­me­ti­schen Kor­rek­tu­ren auf Ba­sis des kleins­ten ge­mein­sa­men Nen­ners wird sich die dro­hen­de Al­ters­ar­mut als Mas­sen­phä­no­men in Deutsch­land nicht ab­wen­den las­sen", sag­te Vor­stand Hans-Jür­gen Ur­ban. Der DGB warn­te zu­dem vor ver­steck­ter Ar­mut: Weil sich vie­le Äl­te­re schäm­ten und kei­ne Grund­si­che­rung be­an­trag­ten, müs­se von deut­lich mehr ar­men Rent­nern aus­ge­gan­gen wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 28. Oktober 2015

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