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Al­ters­ar­mut wächst - Lin­ke se­hen Bun­des­re­gie­rung in der Pflicht

Wer nach dem Mau­er­fall in Ost­deutsch­land für län­ge­re Zeit die Ar­beit ver­lor, muss mit er­heb­li­chen Ein­schnit­ten bei der Ren­te rech­nen: Man­che Po­li­ti­ker hal­ten die Al­ters­ar­mut für ei­ne ti­cken­de Zeit­bom­be
War­um ist Al­ters­ar­mut vor al­lem in Ost­deutsch­land ein Pro­blem?

19.07.2016. (dpa) - Arm im Al­ter: Da­mit müs­sen nach Ein­schät­zung der Lin­ken in Sach­sen im­mer mehr Men­schen rech­nen.

"Es ist bit­ter, dass Men­schen in ih­rem Ru­he­stand nicht von ih­rer Ren­te le­ben kön­nen und zum So­zi­al­fall wer­den", sag­te die ar­beits­markt­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Lin­ken im Bun­des­tag, Sa­bi­ne Zim­mer­mann.

Die Zahl der Be­trof­fe­nen wer­de sich noch er­hö­hen.

Im ver­gan­ge­nen Jahr be­zo­gen in Sach­sen knapp 12.000 Men­schen die Grund­si­che­rung im Al­ter. Seit 2003 hat sich ih­re Zahl fast ver­dop­pelt. Nach den Wor­ten Zim­mer­manns ist das vor al­lem in Ost­deutsch­land ein Pro­blem, weil hier der Ver­lust des Ar­beits­plat­zes die Er­werbs­bio­gra­fi­en im­mer wie­der un­ter­bro­chen und gro­ße Lö­cher in die Ren­ten­an­sprü­che ge­ris­sen hat.

"Es ist end­lich an der Zeit, dass die Bun­des­re­gie­rung die sich aus­brei­ten­de Al­ters­ar­mut wirk­lich ver­sucht ein­zu­däm­men", sag­te Zim­mer­mann. Um dies zu er­rei­chen, müss­ten un­ter an­de­rem das Ren­ten­ni­veau auf min­des­tens 53 Pro­zent an­ge­ho­ben und Kür­zungs­fak­to­ren so­wie die Ren­te erst ab 67 wie­der ab­ge­schafft wer­den: "Um ei­nen Min­dest­stan­dard in der ge­setz­li­chen Ren­te zu ga­ran­tie­ren, for­dern wir die Ein­füh­rung ei­ner so­li­da­ri­schen Min­dest­ren­te. Die An­glei­chung des Ren­ten­wer­tes Ost an West ist zu­dem über­fäl­lig", be­ton­te die Po­li­ti­ke­rin. Die Hoch­stu­fung der Ost-Ren­ten müs­se aber auch dann er­hal­ten blei­ben, da in Ost­deutsch­land durch­schnitt­lich im­mer noch deut­lich we­ni­ger ver­dient wer­de als im Wes­ten.

Zim­mer­mann hält es zu­dem für not­wen­dig, dem Nied­rig­lohn­sek­tor ei­nen Rie­gel vor­zu­schie­ben: "Der Min­dest­lohn ist nicht aus­rei­chend, da­mit Ar­beit und auch die Ren­ten wie­der exis­tenz­si­chernd wer­den." Die Lin­ken for­der­ten des­halb ei­nen Min­dest­lohn von 12 Eu­ro die St­un­de oh­ne Aus­nah­men.

Die Grund­si­che­rung im Al­ter wur­de 2003 als be­darfs­ori­en­tier­te So­zi­al­leis­tung ein­ge­führt. Laut Sta­tis­tik lag der durch­schnitt­li­che Brut­to­be­darf 2015 in Sach­sen bei 712 Eu­ro. Von die­sem Be­trag wird ei­ge­nes Ein­kom­men wie die Ren­te ab­ge­zo­gen. Dar­aus re­sul­tiert dann der Net­to­an­spruch auf Grund­si­che­rung. 2015 lag er im Durch­schnitt bei 331 Eu­ro. Frau­en be­zie­hen we­sent­lich häu­fi­ger die­se Leis­tung als Män­ner.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. September 2016

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