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Ama­zon Deutsch­land-Chef: Kein Be­darf für Ver­hand­lun­gen mit Ver­di

Beim On­line-Ver­sand­händ­ler Ama­zon strei­ken Mit­ar­bei­ter, weil sie Ta­rif­ver­hand­lun­gen wol­len: Doch Ama­zon-Chef Kle­ber bleibt hart
Wie steht der Ama­zon-Chef aus Deutsch­land zu den Streiks?

20.12.2013. (dpa) - Seit Mon­tag wird bei Ama­zon in Bad Hers­feld und in Leip­zig ge­streikt.

Hun­der­te Mit­ar­bei­ter von der­zeit 23 000 sind in den bis­her längs­ten Aus­stand in der Ge­schich­te von Ama­zon Deutsch­land ge­tre­ten.

Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di will den On­line-Ver­sand­händ­ler für ei­nen Ta­rif­ver­trag an den Ver­hand­lungs­tisch zwin­gen.

Im In­ter­view der Nach­rich­ten­agen­tur dpa äu­ßert sich der Ge­schäfts­füh­rer von Ama­zon Deutsch­land, Ralf Kle­ber zur Si­tua­ti­on.

Fra­ge: Seit Mo­na­ten wird bei Ama­zon im­mer wie­der ge­streikt. Mei­nen Sie, dass der Kon­flikt Ih­rem Fir­men-Image scha­den könn­te?

Ant­wort: Wir kom­mu­ni­zie­ren die Fak­ten und ge­ben Ein­blick in un­se­re Lo­gis­tik­zen­tren - vie­le Kun­den in­ter­es­sie­ren sich da­für, was in den Lo­gis­tik­zen­tren pas­siert, des­halb gibt es jetzt ei­nen ei­ge­nen Lo­gis­tik­blog, in dem die Mit­ar­bei­ter zu Wort kom­men. Dar­über hat sich ein kla­res Bild er­ge­ben. Die meis­ten se­hen in­zwi­schen, dass wir fai­re Löh­ne zah­len, dass wir ein gu­ter wich­ti­ger Ar­beit­ge­ber sind. Ama­zon wird sich durch sei­ne Leis­tung beim Kun­den be­haup­ten. Es gibt vie­le Mit­ar­bei­ter, die in­zwi­schen selbst in den Me­di­en ak­tiv wer­den, um auf­zu­zei­gen, dass sie sich nicht durch die der­zei­ti­ge Be­richt­er­stat­tung re­prä­sen­tiert se­hen. Ich glau­be, der Kun­de weiß, dass er auch wei­ter­hin gu­ten Ge­wis­sens bei uns be­stel­len kann.

Fra­ge: Spü­ren Sie denn die Aus­wir­kun­gen der Streiks?

Ant­wort: Es gibt kei­ne Aus­wir­kun­gen. Es blei­ben kei­ne Pa­ke­te lie­gen. Wir sind im Plan. Wir ha­ben in die­sem Jahr die bes­te Weih­nachts­sai­son in der Ge­schich­te von Ama­zon Deutsch­land. Der Spit­zen­be­stell­tag war der 15. De­zem­ber mit 4,6 Mil­lio­nen Be­stel­lun­gen - 15 Pro­zent über dem Vor­jahr. Es strei­ken ein paar Hun­dert Mit­ar­bei­ter, aber rund 23 000 Mit­ar­bei­ter ar­bei­ten en­ga­giert.

Fra­ge: Wenn Ver­di hart bleibt - wie lan­ge will Ama­zon die­sen Kon­flikt aus­sit­zen.

Ant­wort: Wir se­hen kei­nen An­lass mit Ver­di in Ver­hand­lun­gen zu tre­ten. Wir lie­gen mit min­des­tens 9,55 Eu­ro Ba­sis­lohn bei den Löh­nen über dem Durch­schnitt der Lo­gis­tik­bran­che und über dem Lo­gis­tik­ta­rif. Wir re­den lie­ber mit un­se­ren Mit­ar­bei­tern di­rekt. Wir brau­chen da­zu kei­nen Drit­ten. Zu­sam­men mit un­se­ren Mit­ar­bei­tern und un­se­ren Be­triebs­rä­ten ent­wi­ckeln wir uns im­mer wei­ter als ein Un­ter­neh­men mit si­che­ren Ar­beits­plät­zen und ei­nem gu­ten Ar­beits­kli­ma.

Fra­ge: Und wie könn­te ein Kom­pro­miss aus­se­hen?

Ant­wort: Wir se­hen hier kei­nen Kom­pro­miss. Auch un­se­re Mit­ar­bei­ter si­gna­li­sie­ren uns, dass sie mit uns di­rekt zu­sam­men­ar­bei­ten möch­ten.

Fra­ge: Ama­zon wur­de in der Ver­gan­gen­heit häu­fi­ger we­gen der herr­schen­den Ar­beits­be­din­gun­gen kri­ti­siert. Wie se­hen Sie das?

Ant­wort: Wie ge­sagt - un­se­re Mit­ar­bei­ter se­hen sich nicht re­prä­sen­tiert durch die Be­richt­er­stat­tung in den Me­di­en. In un­se­ren Lo­gis­tik­zen­tren ar­bei­ten Tech­no­lo­gie und Mensch Hand in Hand. Wie je­des Un­ter­neh­men hat Ama­zon Leis­tungs­er­war­tun­gen und er­fasst er­brach­te Leis­tun­gen. Die­se Leis­tungs­er­war­tun­gen ba­sie­ren auf dem, was Tau­sen­de Mit­ar­bei­ter zu­vor im Schnitt er­reicht ha­ben. Ich weiß, wo­von ich re­de, ich hab den Job selbst ge­macht. Stan­dard­pro­zes­se sind wich­tig, aber je­der Mit­ar­bei­ter hat die Mög­lich­keit, bei der Ver­bes­se­rung der Pro­zes­se, die sein Ar­beits­um­feld be­tref­fen, mit­zu­ma­chen. Das geht von der Ge­stal­tung des Ar­beits­schut­zes bis zur Er­go­no­mie des Ar­beits­plat­zes.

ZUR PERSON: Ralf Kle­ber ist 47 Jah­re alt. Er ist seit 15 Jah­ren bei Ama­zon und seit 2002 Ge­schäfts­füh­rer von Ama­zon Deutsch­land. Zu­vor war er zehn Jah­re beim Lu­xus­mo­de-Un­ter­neh­men Esca­da und da­vor im Kauf­hof-Kon­zern tä­tig. Kle­ber ist ge­lern­ter Be­triebs­wirt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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