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ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/002

War­ten auf den An­schluss - Vie­le Fir­men kämp­fen mit Breit­band-Lü­cken

Der di­gi­ta­le Wan­del ist im vol­len Gan­ge - doch vie­le Fir­men sind noch schlecht ge­rüs­tet: Vor al­lem schnel­le In­ter­net­an­schlüs­se gel­ten als wich­ti­ger Stand­ort­fak­tor. Und wer kei­nen hat, sitzt auf hei­ßen Koh­len
Bildschirmarbeit Bis wann soll der Breit­band­aus­bau ab­ge­schlos­sen sein?

02.01.2016. (dpa) - Die Ge­dulds­pro­be be­ginnt in man­chen Bü­ros täg­lich neu di­rekt nach dem Hoch­fah­ren des Rech­ners: E-Mails ge­hen nur sto­ckend über den Draht, die wich­ti­ge In­ter­net­platt­form öff­net sich erst beim fünf­ten An­lauf, und an Vi­deo­kon­fe­ren­zen ist erst gar nicht zu den­ken - noch im­mer fehlt vie­len Un­ter­neh­men vor al­lem in länd­li­chen Re­gio­nen der An­schluss an die schnel­le Da­ten­au­to­bahn.

Ab­hil­fe soll jetzt auch mit dem Mil­li­ar­den-För­der­pro­gramm für den Breit­band­aus­bau des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums ge­schaf­fen wer­den.

Ob es Deutsch­land da­mit aber wie ge­plant schafft, in Sa­chen Di­gi­ta­li­sie­rung und In­dus­trie 4.0 an der Spit­ze mit­zu­mi­schen, bleibt vor­erst ab­zu­war­ten.

Ins­ge­samt 2,7 Mil­li­ar­den Eu­ro an För­der­mit­teln ha­ben Bund und Län­der für den Breit­band­aus­bau ein­ge­plant, die ers­ten Gel­der sind schon auf dem Weg. Ehr­gei­zi­ges Ziel da­bei: Bis 2018 sol­len da­mit die letz­ten wei­ßen Fle­cken auf der Land­kar­te ver­schwin­den und flä­chen­de­ckend al­le Re­gio­nen mit Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten von 50 Me­ga­bit pro Se­kun­de ver­sorgt sein.

Bis­her kann man da­von man­cher­orts nur träu­men. In Bay­ern et­wa, das sich sonst oft als High-Tech-Stand­ort rühmt, bleibt das Netz trotz al­ler Aus­bau­plä­ne bis­her löch­rig, wie der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Baye­ri­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges, Pe­ter Dries­sen, be­klagt. Im­mer wie­der kom­me es vor, dass gan­ze Ge­wer­be­ge­bie­te beim Breit­band­aus­bau schlicht ver­ges­sen wür­den. "Dann schau­en die Un­ter­neh­men in die Röh­re oder müs­sen sich um teu­re Er­satz­lö­sun­gen küm­mern." Da­bei gel­te die Breit­band­ver­sor­gung mitt­ler­wei­le bei vie­len Un­ter­neh­men als wich­tigs­tes In­fra­struk­tur­kri­te­ri­um - "noch vor der En­er­gie­ver­sor­gung oder der Ver­kehrs­an­bin­dung", sagt Dries­sen.

Leid­vol­le Er­fah­run­gen mit dem The­ma hat bei­spiels­wei­se die Fir­ma Amen­da Trans­por­te im ober­baye­ri­schen Markt Ho­hen­wart ge­macht. Seit vie­len Jah­ren pla­gen sich Dis­po­si­ti­ons­lei­te­rin Pe­tra Amen­da und ih­re Mit­ar­bei­ter mit der schlech­ten Netz­an­bin­dung. Pro­ble­me be­rei­tet das nicht nur bei der Auf­trags­ab­wick­lung, son­dern auch bei der elek­tro­ni­schen Feh­ler­su­che in der fir­men­ei­ge­nen Lkw-Werk­statt. Nun soll das War­ten end­lich ein En­de ha­ben: "Zu­frie­den und glück­lich" sei man, dass bis En­de März end­lich ei­ne schnel­le Ver­bin­dung zur Ver­fü­gung ste­hen soll, sagt Amen­da.

Beim Bun­des­ver­band der Deut­schen In­dus­trie (BDI) kennt man sol­che Kla­gen vor al­lem von Mit­tel­ständ­lern in länd­li­chen Re­gio­nen. Da­bei steht viel auf dem Spiel für die Wirt­schaft, wie BDI-Ex­per­te Jan Chris­ti­an Sahl deut­lich macht: Ne­ben der IT-Si­cher­heit ge­hör­ten schnel­le In­ter­net­zu­gän­ge zu den wich­tigs­ten Vor­aus­set­zun­gen für den di­gi­ta­len Wan­del. Der hat mitt­ler­wei­le al­le Bran­chen und Be­triebs­be­rei­che er­fasst, wie der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des IT-Bran­chen­ver­ban­des Bit­kom, Bern­hard Roh­le­der, be­tont: Vom Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler bis zum Ar­chi­tek­ten und von der Pro­dukt­ent­wick­lung bis zum Kun­den­ser­vice.

Auch für Be­schäf­tig­te ver­än­dert sich die Ar­beits­welt mas­siv: Mehr Frei­be­ruf­ler buh­len um Auf­trä­ge im Netz und wo es passt, nut­zen Mit­ar­bei­ter Mög­lich­kei­ten, im Ho­me­of­fice zu ar­bei­ten. Das macht be­son­ders für sol­che Men­schen Sinn, die län­ge­re An­fahrts­we­ge zum Ar­beits­platz ha­ben und dank fle­xi­bler Mo­del­le Job und Fa­mi­lie bes­ser un­ter ei­nen Hut be­kom­men wol­len. Doch auch da­für braucht es mög­lichst gu­te In­ter­net­ver­bin­dun­gen.

Dass vom Ge­lin­gen der Di­gi­ta­li­sie­rung viel ab­hängt, dürf­te heu­te kaum noch je­mand be­zwei­feln. Grund­sätz­lich sei Deutsch­land hier auf ei­nem gu­ten Weg, sagt Roh­le­der. "Aber die Un­ter­neh­men müs­sen das Tem­po bei­be­hal­ten be­zie­hungs­wei­se wei­ter er­hö­hen, wenn sie in Zu­kunft kon­kur­renz­fä­hig blei­ben wol­len."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 16. April 2016

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