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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/182

An­stieg der Er­werbs­ar­mut

Trotz des star­ken Auf­schwungs am Ar­beits­markt hat sich die Zahl der von Ar­mut ge­fähr­de­ten Er­werbs­tä­ti­gen in­ner­halb von zehn Jah­ren ver­dop­pelt.
Mindestlohn, Arbeitnehmer arbeiten auf Euro-Münzen

06.07.2017. (dpa/wie) - In Deutsch­land gilt als ar­muts­ge­fähr­det, wer we­ni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren Ein­kom­mens zur Ver­fü­gung hat. Das traf laut ei­ner Stu­die der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung im Jahr 2014 auf 9,6 Pro­zent der Deut­schen zu.

Der An­teil ha­be sich dem­nach seit 2004 ver­dop­pelt. Da­mals fie­len noch 4,8 Pro­zent der 18- bis 64-jäh­ri­gen Er­werbs­tä­ti­gen un­ter die Schwel­le der Ar­muts­ge­fähr­de­ten. Da die Ge­samt­zahl der Er­werbs­tä­ti­gen von 39,3 Mil­lio­nen auf 42,6 Mil­lio­nen im Jahr 2014 ge­stie­gen war, be­deu­tet das ei­nen Zu­wachs der von Ein­kom­mens­ar­mut be­droh­ten Men­schen von 1,9 Mil­lio­nen auf 4,1 Mil­lio­nen.

Den An­stieg um 2,2 Mil­lio­nen Be­trof­fe­ne in­ner­halb von zehn Jah­ren er­klä­ren die Au­to­ren der Stu­die da­mit, dass der Auf­schwung bei den Be­schäf­ti­gungs­zah­len vor al­lem auf Teil­zeit­stel­len und an­de­re aty­pi­sche Be­schäf­ti­gungs­for­men zu­rück­zu­füh­ren sei. Au­ßer­dem be­ru­he das Wachs­tum zu ei­nem gro­ßen Teil auf dem Nied­rig­lohn­sek­tor.

"Of­fen­sicht­lich ist der Zu­sam­men­hang zwi­schen Be­schäf­ti­gungs­wachs­tum und Ar­mut kom­pli­zier­ter als ge­mein­hin an­ge­nom­men", kon­sta­tier­ten die Au­to­ren. "Die Zah­len ma­chen er­neut deut­lich, dass wir end­lich ei­ne Kehrt­wen­de in der Ar­beits­markt­po­li­tik brau­chen", sag­te Ul­ri­ke Ma­scher, Prä­si­den­tin des So­zi­al­ver­bands VdK Deutsch­land. Gleich­zeit mahn­te sie, dass die­se Ent­wick­lung zu Al­ters­ar­mut füh­ren wür­de.

Im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich war in kei­nem an­de­ren EU- oder OECD-Staat der An­teil der ar­muts­ge­fähr­de­ten Er­werbs­tä­ti­gen so stark ge­stie­gen wie in Deutsch­land. Al­ler­dings hät­te die Quo­te in den meis­ten un­ter­such­ten Län­dern be­reits vor der Krie­se im Eu­ro­raum zu­ge­legt und die La­ge hät­te sich in vie­len Tei­len noch ver­schärft. Po­len ist laut der Stu­die das ein­zi­ge Land, das ne­ben ei­nem Zu­wachs bei den Be­schäf­tig­ten auch die Ein­kom­mens­ar­mut sen­ken konn­te.

Die Un­ter­su­chung ba­siert auf Da­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schafts­sta­tis­tik über Ein­kom­men und Le­bens­be­din­gun­gen und aus ei­ner OECD-Da­ten­bank.


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Letzte Überarbeitung: 28. August 2018

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