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Ar­beit­ge­ber: Min­dest­lohn noch mit vie­len Un­si­cher­hei­ten ver­bun­den

Zum Start des Min­dest­lohns in Deutsch­land wächst die Span­nung - pro­fi­tie­ren wirk­lich die er­war­te­ten rund vier Mil­lio­nen Men­schen? Läuft al­les rei­bungs­los? Was pas­siert in "Pro­blem­bran­chen"?
Münzen, Münzhaufen Am 1. Ja­nu­ar 2015 star­tet der ge­setz­li­che Min­dest­lohn.

23.12.2014. (dpa) - Zum dem Start des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns am Neu­jahrs­tag rech­nen Deutsch­lands Ar­beit­ge­ber noch mit vie­len prak­ti­schen Pro­ble­men.

Laut dem Deut­schen Ge­werk­schafts­bund (DGB) kön­nen Ar­beit­neh­mer Ver­stö­ße ge­gen die neue 8,50-Eu­ro-Lohn­gren­ze auch an­onym mel­den.

Der Prä­si­dent der Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de, In­go Kra­mer, sag­te der Deut­schen Pres­se-Agen­tur, die Ein­füh­rung des Min­dest­lohns sei in Be­zug auf die Pra­xis für vie­le Ar­beit­ge­ber noch mit zahl­rei­chen Fra­ge­zei­chen und Rechts­un­si­cher­hei­ten ver­bun­den. "Dies be­trifft vor al­lem den Um­gang mit fle­xi­blen Ar­beits­zei­ten so­wie die Um­set­zung der viel zu bü­ro­kra­ti­schen Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten."

Von An­fang an sei klar ge­we­sen, dass dort, wo sich Ar­beit zum Min­dest­lohn nicht mehr rech­ne, Al­ter­na­ti­ven ge­sucht wür­den oder Ar­beits­plät­ze weg­fie­len. "Wer Löh­ne fest­setzt, oh­ne zu be­rück­sich­ti­gen, was Kun­den für Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen zu zah­len be­reit sind, darf sich dar­über nicht wun­dern", sag­te Kra­mer.

Be­son­ders be­las­tend wer­de die neue Lohn­un­ter­gren­ze für man­che Bran­chen sein - näm­lich für je­ne, "de­ren Ta­rif­ver­trä­ge in struk­tur­schwa­chen Re­gio­nen noch ta­rif­li­che St­un­den­löh­ne un­ter 8,50 Eu­ro auf­wei­sen und bei de­nen mit den Ge­werk­schaf­ten kei­ne stu­fen­wei­se An­pas­sung an den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn ver­ein­bart wer­den konn­te, wie es das Min­dest­l­ohn­ge­setz er­mög­licht". Da­zu ge­hör­ten zum Bei­spiel das Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be so­wie das Bä­cker­hand­werk.

DGB-Vor­stands­mit­glied Ste­fan Kör­zell sag­te der dpa, wenn sich für ei­ne Bran­che oder ei­nen Be­trieb Mel­dun­gen über Ver­stö­ße an die zu­stän­di­ge Fi­nanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit des Zolls häuf­ten, wür­den de­ren Kon­trol­leu­re tä­tig. Auch an­ony­me sei­en mög­lich. "Auch un­se­re Ge­werk­schafts­se­kre­tä­re wer­den Mel­dun­gen, die sie er­rei­chen, bei der Fi­nanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit ein­rei­chen." Fir­men oh­ne Ta­rif­bin­dung hät­ten ab der ers­ten St­un­de, die am 1. Ja­nu­ar ge­ar­bei­tet wird, 8,50 Eu­ro zu zah­len. "Die­je­ni­gen Ar­beit­ge­ber, die da­ge­gen ver­sto­ßen, lau­fen Ge­fahr, mit ho­hen Stra­fen be­legt zu wer­den." Bis zu 500 000 Eu­ro kön­nen dann fäl­lig wer­den.

Die Re­form hat laut Kör­zell auf ei­nen Schlag für 3,6 bis 4 Mil­lio­nen Men­schen un­mit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen. "Sie wer­den spür­ba­re Lohn­er­hö­hun­gen er­le­ben." Das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um geht von 3,7 Mil­lio­nen Be­trof­fe­nen aus. Kör­zell er­war­tet ei­ne Stär­kung der Bin­nen­nach­fra­ge, da der hö­he­re Lohn viel­fach in Kon­sum­gü­ter wie Kühl­schrank, Klei­dung oder vie­le an­de­re Din­ge ge­steckt wer­de.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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