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ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/211

Ar­beits­agen­tu­ren wol­len Flücht­lin­ge ge­ziel­ter aus­bil­den

Fach­kräf­te wer­den über­all drin­gend ge­braucht: Ar­beits­markt­ex­per­ten se­hen Chan­cen für be­ruf­li­chen Nach­wuchs durch den Zu­strom von Men­schen aus dem Aus­land
Was pla­nen die Ar­beits­agen­tu­ren?

04.07.2016. (dpa) - Die Ar­beits­agen­tu­ren in Thü­rin­gen wol­len Flücht­lin­ge künf­tig ge­ziel­ter für ei­ne Aus­bil­dung mit Be­rufs­ab­schluss ge­win­nen.

Bis­her sei es so, dass vor al­lem jun­ge Män­ner aus Flucht­län­dern eher als Aus­hil­fen et­wa in der Gas­tro­no­mie in Deutsch­land ihr Geld ver­die­nen wol­len.

"Um ih­re Fa­mi­li­en da­heim zu un­ter­stütz­ten und Schul­den bei Schlep­pern zu be­glei­chen", sag­te der Chef der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Sach­sen-An­halt-Thü­rin­gen der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, Kay Se­ni­us.

Für den Ar­beits­markt je­doch sei es an­ge­sichts des Be­darfs an Fach­kräf­ten wich­tig, aus­län­di­schen Ar­beits­kräf­ten ei­ne dua­le Aus­bil­dung zu er­mög­li­chen. Der­zeit stamm­ten erst 0,1 Pro­zent al­ler so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­ti­gen in Thü­rin­gen (796.100) aus Flucht­län­dern au­ßer­halb Eu­ro­pas. Das sind rund 770 Men­schen.

Ge­braucht wür­den vor al­lem Fach­kräf­te mit hand­werk­li­chen Fä­hig­kei­ten, In­ge­nieu­re so­wie So­zi­al- und Pfle­ge­kräf­te. "Man muss aber auch rea­lis­tisch sein. Das ist ein lan­ger Weg, kos­tet viel Zeit und Geld", sag­te Se­ni­us. "Des­halb müs­sen wir jetzt schau­en, wel­che Fä­hig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten hat ein Flücht­ling, an wel­cher Stel­le müs­sen wir qua­li­fi­zie­ren, um ihn auf ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung vor­be­rei­ten zu kön­nen", sag­te Se­ni­us. Min­des­tens ein Jahr Vor­lauf sei nö­tig, um über das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge die Grund­vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen, et­wa die Teil­nah­me an Deutsch­kur­sen.

"Flücht­lin­ge wol­len ar­bei­ten und zei­gen, dass sie nicht ge­kom­men sind, um sich am deut­schen So­zi­al­staat zu be­die­nen", sag­te Se­ni­us. Der Bund ha­be zu­dem ein Pro­gramm mit 100.000 Ar­beits­ge­le­gen­hei­ten für Flücht­lin­ge er­ar­bei­tet, ana­log der frü­he­ren Bür­ger­ar­beit im ge­mein­nüt­zi­gen Be­reich, wie Ar­beit in Ver­ei­nen. Das Pro­gramm ge­hört zu den Neue­run­gen im In­te­gra­ti­ons­ge­setz, die vor­aus­sicht­lich am 1. Au­gust in Kraft tre­ten wer­den.

Initia­ti­ven der Wirt­schaft, Kam­mern, öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen und von Ver­bän­den en­ga­gier­ten sich auch für Be­rufs- und Kar­rie­re­chan­cen von Flücht­lin­gen, be­ton­te Se­ni­us. Seit Jah­res­be­ginn sind in Thü­rin­gen 1500 Men­schen aus Asyl­zu­gangs­län­dern wie Sy­ri­en, Irak, Af­gha­nis­tan, Pa­kis­tan oder Eri­trea in ei­ne Aus­bil­dung oder Maß­nah­me ge­kom­men, ins­be­son­de­re in Maß­nah­men, die der Be­rufs­ori­en­tie­rung die­nen.

Nach den Wor­ten von Se­ni­us be­le­gen meh­re­re Stu­di­en, dass in fünf Jah­ren die Hälf­te der Flücht­lin­ge in Deutsch­land in den Ar­beits­markt in­te­griert sein wer­den. Er­schwe­rend sei aber, dass et­wa 30 Pro­zent der Flücht­lin­ge, die jün­ger als 30 sind, kei­nen ak­tu­el­len Nach­weis für ei­nen Be­rufs­ab­schluss ha­ben. Das Bil­dungs­sys­tem in ih­rer Hei­mat sei mit dem in Deutsch­land auch nicht ver­gleich­bar. Be­ru­fe wie im Hand­werk hät­ten teils ein schlech­tes Image.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 17. Oktober 2016

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