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ARBEITSRECHT AKTUELL // 11/247

Ar­beits­kos­ten in Deutsch­land 2010 nur we­nig ge­stie­gen

Ging der Auf­schwung der letz­ten Jah­re an den Ar­beit­neh­mern vor­bei?
Münzen, Münzhaufen Ar­beit­neh­mer pro­fi­tie­ren nicht von der wirt­schaft­li­chen Si­tua­ti­on
12.12.2011. Ar­beit ist in Deutsch­land teu­rer ge­wor­den, aber der An­stieg ist nicht so stark wie in den meis­ten an­de­ren EU-Staa­ten. Das geht aus ei­ner Stu­die der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung her­vor, die am heu­ti­gen Mon­tag in Ber­lin vor­ge­stellt wur­de.

Da­nach stie­gen die Ar­beits­kos­ten in den EU-Län­dern im ver­gan­ge­nen Jahr um durch­schnitt­lich 1,7 Pro­zent, in Deutsch­land da­ge­gen nur um 0,6 Pro­zent. Ir­land und Grie­chen­land sei­en im Jahr 2010 die ein­zi­gen Eu­ro-Län­der mit ei­nem noch ge­rin­ge­ren Plus ge­we­sen.

Bei den Ar­beits­kos­ten, die sich aus Brut­to­löh­nen und Lohn­ne­ben­kos­ten zu­sam­men­set­zen, lie­ge Deutsch­land mit 29,10 Eu­ro pro St­un­de wei­ter im obe­ren Mit­tel­feld al­ler EU-Staa­ten. Der Ab­stand zu den Spit­zen­rei­tern Bel­gi­en (38,20 Eu­ro), Dä­ne­mark (37,60 Eu­ro) und Schwe­den (36,00 Eu­ro) ha­be sich im Jahr 2010 aber ver­grö­ßert.

Dies ha­be zu ei­ner Re­kor­d­ent­wick­lung bei den deut­schen Ex­por­ten bei­ge­tra­gen, da­mit aber auch gleich­zei­tig das wirt­schaft­li­che Un­gleich­ge­wicht in der Eu­ro-Zo­ne ge­för­dert, heißt es in ei­ner Ana­ly­se des In­sti­tuts für Ma­kro­öko­no­mie (IMK) bei der Böck­ler-Stif­tung. Deutsch­land kön­ne sei­ne Leis­tungs­bi­lanz­über­schüs­se nicht im­mer wei­ter stei­gern, warn­te IMK-Di­rek­tor Gus­tav A. Horn. "Denn das geht in ei­ner Wäh­rungs­uni­on zu­las­ten sei­ner Nach­barn, die wich­ti­ge Han­dels­part­ner sind." Die Fi­xie­rung vie­ler Ar­beit­ge­ber auf ge­rin­ge Lohn­kos­ten sei da­her "ein Re­zept mit schwe­ren Ne­ben­wir­kun­gen".

Fa­zit: Auch wenn die In­fla­ti­on in den ver­gan­gen Jah­ren ge­ring war, soll­te man er­war­ten, dass ein so er­heb­li­cher kon­junk­tu­rel­ler Auf­schwung wie ihn Deutsch­land 2010 er­leb­te, mit ei­nem deut­li­che­ren An­stieg der Lohn­kos­ten ver­bun­den ist. Das gilt um­so mehr, als die Be­schäf­ti­gung be­dingt durch die gu­te Kon­junk­tur in 2010 zu­ge­nom­men hat und die Ar­beits­lo­sig­keit zu­rück­ge­gan­gen ist. Geht der Auf­schwung an den deut­schen Ar­beit­neh­mern vor­bei?

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. Dezember 2013

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