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Ar­beits­kräf­te-Nach­fra­ge auf Re­kord­hoch - Volks­wir­te: Job­markt sta­bil

Ob Ver­käu­fer, So­zi­al­ar­bei­ter oder Wach­mann - in vie­len Be­ru­fen ha­ben Ar­beits­lo­se der­zeit die freie Aus­wahl: Die Zahl der of­fe­nen Stel­len liegt auf Re­kord­ni­veau. Ent­spre­chend dürf­te die Ar­beits­lo­sig­keit im No­vem­ber auf ein re­kord­ver­däch­ti­ges Tief sin­ken
Arbeitnehmer Krawatte Mitte In wel­chen Be­rei­chen gibt es be­son­ders vie­le freie Stel­len?

01.12.2015. (dpa) - Ob ar­beits­los oder ein­fach nur an ei­ner be­ruf­li­chen Ver­bes­se­rung in­ter­es­siert - sel­ten zu­vor hat­ten Job­su­cher in Deutsch­land ei­ne so gro­ße Aus­wahl an frei­en Stel­len wie im Spät­herbst.

Nach An­ga­ben der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) klet­ter­te die Zahl der of­fe­nen Stel­len im No­vem­ber auf ein neu­es Re­kord­ni­veau.

Die BA be­ruft sich da­bei auf den mo­nat­lich er­mit­tel­ten Stel­len­in­dex BA-X; die­ser war im No­vem­ber auf den neu­en Re­kord­wert von 206 Punk­ten ge­klet­tert - und da­mit vier Punk­te hö­her als im Ok­to­ber.

Als Be­schäf­ti­gungs­trei­ber er­weist sich auch die Zu­wan­de­rung von Flücht­lin­gen. So sei die stark ge­stie­ge­ne Nach­fra­ge nach Wach- und Si­cher­heits­per­so­nal, bei So­zi­al­diens­ten und der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung auf­fäl­lig. "Die­ser Zu­wachs dürf­te vor al­lem mit dem ho­hen Be­darf an Ar­beits­kräf­ten im Um­feld des Flücht­lings­ma­nage­ment zu­sam­men­hän­gen", be­tont die Bun­des­agen­tur.

Freie Stel­len ge­be es au­ßer­dem im Han­del, im Ge­sund­heits- und So­zi­al­we­sen, aber auch in der In­dus­trie so­wie bei An­wäl­ten, Un­ter­neh­mens­be­ra­tern, Wer­be­agen­tu­ren und Mar­ke­ting­ex­per­ten. Ein Drit­tel der an­ge­bo­te­nen frei­en Stel­len ha­ben wie schon in den Vor­mo­na­ten Leih­ar­beits­un­ter­neh­men ge­mel­det.

Auch Volks­wir­te deut­scher Ban­ken schät­zen den deut­schen Ar­beits­markt der­zeit sta­bil ein. Die Öko­no­men ge­hen für No­vem­ber im Ver­gleich zum Vor­mo­nat von ei­nem leich­ten Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit um rund 10 000 auf 2,64 Mil­lio­nen aus. Dies wä­ren knapp 80 000 we­ni­ger als vor ei­nem Jahr. Nach Ein­schät­zung von Al­li­anz-Öko­nom Rolf Schnei­der hat der Ar­beits­markt im No­vem­ber von dem wohl wie­der et­was stär­ke­ren Wirt­schafts­wachs­tum im vier­ten Quar­tal 2015 pro­fi­tiert.

Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len gibt die Bun­des­agen­tur an die­sem Diens­tag in Nürn­berg be­kannt.

Un­klar ist noch, wie schnell sich die Flücht­lings­zu­wan­de­rung ne­ga­tiv auf den Ar­beits­markt aus­wir­ken wird. Mög­li­cher­wei­se wer­de sie erst im Jahr 2017 zu stär­ker stei­gen­den Ar­beits­lo­sen­zah­len füh­ren, pro­gnos­ti­zie­ren ei­ni­ge Fach­leu­te. Zwar wer­de im kom­men­den Jahr die Er­werbs­lo­sen­zahl auf je­den Fall stei­gen, wo­mög­lich wer­de der An­stieg aber ge­rin­ger aus­fal­len als zu­nächst er­war­tet wur­de.

Zur Be­grün­dung ver­wei­sen die Ban­köko­no­men auf die schlep­pen­den Asyl­ver­fah­ren. "Vie­le Ver­fah­ren wer­den noch ei­ne Wei­le lau­fen. Da­her ist es der­zeit schwer zu sa­gen, wann die ers­te Wel­le von ar­beits­su­chen­den Flücht­lin­gen bei den Job­cen­tern zu er­war­ten ist", meint et­wa Com­merz­bank-Öko­nom Eck­art Tucht­feld. So geht Al­li­anz-Volks­wirt Schnei­der für 2016 im Jah­res­schnitt le­dig­lich von ei­nem An­stieg der Ar­beits­lo­sig­keit um 50 000 aus, Tucht­feld so­gar nur von 40 000.

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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