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16/363a Je­der drit­te Ar­beits­lo­se zu arm für vie­le All­tags­gü­ter

Ar­beits­lo­sig­keit be­deu­tet für fast je­den drit­ten Be­trof­fe­nen: Das Geld wird selbst bei all­täg­li­chen Aus­ga­ben zu knapp. Et­wa für die Mie­te, das Hei­zen, ei­nen klei­nen Ur­laub im Jahr oder Ge­rä­te wie Fern­se­her oder Te­le­fon
Mann in Geldbörse Was zeigt der eu­ro­päi­sche Ver­gleich?

28.11.2016. (dpa) - Fast je­der drit­te Ar­beits­lo­se in Deutsch­land kann sich Din­ge des täg­li­chen Le­bens nicht leis­ten.

Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren 30,1 Pro­zent der Er­werbs­lo­sen von er­heb­li­cher ma­te­ri­el­ler Ent­beh­rung be­trof­fen, wie aus ei­ner der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin vor­lie­gen­den Sta­tis­tik her­vor­geht.

Die of­fi­zi­el­len Zah­len zei­gen, dass 2008 erst 26 Pro­zent der Er­werbs­lo­sen da­von be­trof­fen wa­ren.

Seit 2012 lag der An­teil stets über 30 Pro­zent.

Die Zah­len aus der Be­fra­gung "Le­ben in Eu­ro­pa" stam­men vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt. Die Be­hör­de stell­te die Wer­te auf An­fra­ge der Lin­ken im Bun­des­tag zu­sam­men.

Er­heb­li­che ma­te­ri­el­le Ent­beh­rung liegt laut ei­ner De­fi­ni­ti­on der Eu­ro­päi­schen Uni­on vor, wenn man sich vier von neun be­stimm­te Gü­tern oder Ak­ti­vi­tä­ten nicht leis­ten kann. Da­zu zählt, wenn man nicht recht­zei­tig Mie­te, Was­ser und Strom zah­len kann, wenn man die Woh­nung nicht im­mer aus­rei­chend hei­zen oder un­er­war­te­te Aus­ga­ben oft nicht de­cken kann. Es zählt da­zu, wenn man sich nicht je­den zwei­ten Ta­ge ei­ne Mahl­zeit mit Fleisch, Fisch oder Gleich­wer­ti­gem leis­ten kann, sich kei­nen zu­min­dest ein­wö­chi­gen Ur­laub im Jahr, kein Au­to, kei­ne Wasch­ma­schi­ne, kei­nen Fern­se­her oder kein Te­le­fon leis­ten kann.

Der eu­ro­päi­sche Ver­gleich zeigt: Un­ter er­heb­li­cher ma­te­ri­el­ler Ent­beh­rung lei­den im Durch­schnitt al­ler EU–Mit­glieds­län­der we­ni­ger Ar­beits­lo­se als in Deutsch­land. Der An­teil liegt im EU-Schnitt bei ei­nem Vier­tel (25,2 Pro­zent im Jahr 2015).

Lin­ke-Frak­ti­ons­vi­ze Sa­bi­ne Zim­mer­mann wer­te­te die Be­fun­de als Ar­muts­zeug­nis für den So­zi­al­staat. "Das für die meis­ten Er­werbs­lo­sen ein­schlä­gi­ge Ar­beits­lo­sen­geld II ist nicht ar­muts­fest." An­ge­mes­se­ne Teil­ha­be an der Ge­sell­schaft wür­den nicht ge­währ­leis­tet, selbst ele­men­ta­re Be­dürf­nis­se nicht aus­rei­chend ge­deckt.

Bei der der­zeit in der par­la­men­ta­ri­schen Be­ra­tung be­find­li­chen Neu­fest­le­gung der Hartz-IV-Sät­ze für 2017 müs­se So­zi­al­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) die Re­gel­be­dar­fe spür­bar an­he­ben. "Das Klein­rech­nen des Exis­tenz­mi­ni­mums muss end­lich be­en­det wer­den." Zim­mer­mann for­der­te ei­nen Re­gel­satz von 560 Eu­ro im Mo­nat.

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Letzte Überarbeitung: 17. Januar 2018

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