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Ar­beits­markt­ex­per­te: Trans­fer­ge­sell­schaf­ten sind bes­ser als ihr Ruf

Trans­fer­ge­sell­schaf­ten wer­den im­mer wie­der als Ab­zo­cke oder Park­platz für ar­beits­lo­se Be­schäf­tig­te dar­ge­stellt: Zu un­recht, sa­gen Ex­per­ten. Ihr Nut­zen wer­de oft­mals ver­kannt
Schild vor Rollgitter WIR SCHLIESSEN War­um ist das Image von Trans­fer­ge­sell­schaf­ten in Deutsch­land oft­mals so schlecht?

11.05.2013. (dpa) - Trans­fer­ge­sell­schaf­ten für Be­schäf­tig­te lei­den aus Ex­per­ten­sicht in Deutsch­land oft un­ter ei­nem schlech­ten Image.

"Trans­fer­ge­sell­schaf­ten sind deut­lich bes­ser als ihr Ruf", sag­te Ar­beits­markt­for­scher Ger­not Müh­ge im Ge­spräch mit der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

"Die Be­schäf­tig­ten-Trans­fers sind ein ganz zen­tra­les In­stru­ment in der Ar­beits­markt­po­li­tik und ent­fal­ten ei­nen un­säg­lich gro­ßen Nut­zen. Das wis­sen wir aus in­ter­na­tio­na­len Ver­glei­chen", sag­te der So­zi­al­wis­sen­schaft­ler vom Dort­mun­der Helex-In­sti­tut für Ar­beit, Be­schäf­ti­gung und Ar­beits­markt­po­li­tik.

Müh­ge ist zu­dem Re­fe­rent bei der Ta­gung "Leh­ren aus der Schle­cker-Plei­te" der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie Bad Boll (10. bis 11. Mai).

Trans­fer­ge­sell­schaf­ten mit ei­nem dich­ten An­ge­bot für Be­ra­tung und Qua­li­fi­zie­rung er­höh­ten die Mo­ti­va­ti­on der Teil­neh­mer in der Job­su­che und auch die Zu­ver­sicht, ei­ne Stel­le zu fin­den, sag­te Müh­ge.

"Wir se­hen, dass die Zu­frie­den­heit mit der Be­ra­tungs­leis­tung sehr hoch ist", sag­te Müh­ge et­wa mit Blick auf die Stu­die "So­zia­le Si­cher­heit durch Be­schäf­tig­ten­trans­fer" der Ge­sell­schaft für in­no­va­ti­ve Be­schäf­ti­gungs­för­de­rung in Bot­trop. "Die Trans­fer­ge­sell­schaf­ten schaf­fen es, die Teil­neh­mer ak­tiv zu hal­ten." Die Teil­neh­mer be­wer­te­ten die Trans­fer­ge­sell­schaf­ten in der Re­gel als gut und zwar un­ab­hän­gig da­von, ob sie da­nach er­werbs­los wür­den oder in Be­schäf­ti­gung gin­gen, er­klär­te Müh­ge.

Trans­fer­ge­sell­schaf­ten fan­gen von Ar­beits­lo­sig­keit be­droh­te oder ge­kün­dig­te Be­schäf­tig­te in ei­nem be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis auf. Die Teil­neh­mer wer­den da­bei be­ra­ten, qua­li­fi­ziert und bei der Job­su­che un­ter­stützt. Im Fall der frü­he­ren Dro­ge­rie­markt­ket­te Schle­cker war ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft ge­schei­tert. Die In­sol­venz hat­te et­wa 25 000 Men­schen den Job ge­kos­tet. Vie­le sind noch im­mer auf der Su­che nach ei­ner neu­en Ar­beits­stel­le.

Die Be­richt­er­stat­tung zur an­vi­sier­ten und dann ge­schei­ter­ten Trans­fer­ge­sell­schaft bei Schle­cker im ver­gan­ge­nen Jahr sei ein­sei­tig ge­we­sen, be­män­gel­te Müh­ge. "In der Re­gel nimmt der ne­ga­ti­ve Fall in der Be­richt­er­stat­tung viel mehr Raum ein." Stu­di­en be­leg­ten deut­lich, dass Trans­fer­ge­sell­schaf­ten ei­ne sehr dich­te ar­beits­markt­po­li­ti­sche Dienst­leis­tung bö­ten. "Mit ho­her Be­ra­tungs­in­ten­si­tät und zum Teil ho­her Qua­li­fi­zie­rungs­in­ten­si­tät."

Das durch die Me­di­en ge­zeich­ne­te Bild blei­be in den Köp­fen haf­ten und er­schwe­re die So­zi­al­plan­ver­hand­lun­gen der Be­triebs­rä­te mit den Be­schäf­tig­ten, bei de­nen die Trans­fer­ge­sell­schaf­ten aus­ge­stal­tet wer­den.

Grund­sätz­lich sei das In­stru­ment der Trans­fer­ge­sell­schaft, et­wa im Ver­gleich zu Schwe­den, hier­zu­lan­de über­kom­pli­ziert, sag­te Müh­ge. Dort sei­en Trans­fer­ge­sell­schaf­ten ta­rif­lich ge­re­gelt. "Das heißt, je­der Be­schäf­tig­te weiß, wenn er ir­gend­wann sei­ne Stel­le ver­liert, dann steht ihm ei­ne erst­klas­si­ge Be­treu­ung aus den schwe­di­schen Ar­beits­platz­si­che­rungs-Stif­tun­gen zu."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 8. Januar 2016

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