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ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/099

Ar­beits­schutz­kon­trol­len in Bran­den­burg wer­den sel­te­ner

Wer­den die Ar­beits­zei­ten ein­ge­hal­ten? Ent­spre­chen die Ar­beits­plät­ze den Si­cher­heits­stan­dards?: Staat­li­che Kon­trol­leu­re prü­fen, ob Be­trie­be sich nach Vor­schrif­ten rich­ten. In Bran­den­burg müs­sen Un­ter­neh­mer aber kaum mit ei­ner Kon­trol­le rech­nen
Zwei Stiefel mit darauf gesetztem Arbeitshelm Staat­li­che Ar­beits­schutz­kon­trol­len wer­den sel­te­ner

15.04.2013. (dpa) - Staat­li­che Ar­beits­schutz­kon­trol­len in Bran­den­burgs Be­trie­ben wer­den im­mer sel­te­ner.

Wur­den 2003 noch fast 15 000 Be­trie­be über­prüft, wa­ren es 2012 nur noch rund 6500, wie aus ei­ner Ant­wort von Ar­beits­mi­nis­ter Gün­ter Baas­ke (SPD) auf ei­ne par­la­men­ta­ri­sche An­fra­ge her­vor­geht.

Baas­ke er­klär­te den Rück­gang seit 2003 mit dem Per­so­nal­ab­bau in der Ar­beits­schutz­be­hör­de und dem Zu­wachs an Auf­ga­ben.

"Das ist Aus­druck des­sen, wel­cher Stel­len­wert dem Ge­sund­heits- und Ar­beits­schutz ein­ge­räumt wird", kom­men­tier­te der IG-Me­tall-Spre­cher für den Be­zirk Ber­lin-Bran­den­burg-Sach­sen, Bo­do Grzon­ka.

Er for­der­te vor al­lem die Ar­beit­ge­ber auf, ih­ren Pflich­ten stär­ker nach­zu­kom­men. Der Ge­sund­heits- und Ar­beits­schutz sei pri­mä­re Auf­ga­be der Un­ter­neh­men.

Die größ­ten De­fi­zi­te stell­ten die Kon­trol­leu­re laut Baas­ke im Dienst­leis­tungs­be­reich fest. Pro­ble­me gab es dem­nach vor al­lem in Rei­ni­gungs­fir­men, Ho­tels, Gast­stät­ten, bei Pa­ket- und Ku­rier­diens­ten und Ab­fall­un­ter­neh­men.

Der be­son­ders har­te Wett­be­werb füh­re dort oft zu nicht ge­sund­heits­ge­rech­ten Ar­beits­be­din­gun­gen, un­zu­läs­si­gen Ar­beits­zeit­ver­län­ge­run­gen so­wie nicht aus­rei­chen­den Pau­sen- und Ru­he­zei­ten. Die oft un­ge­lern­ten oder nur an­ge­lern­ten Mit­ar­bei­ter in die­sen Be­rei­chen sei­en über­durch­schnitt­lich oft krank.

Laut jüngs­tem Ar­beits­schutz­be­richt liegt die Zahl der Ar­beits­un­fäl­le in Bran­den­burg leicht un­ter dem Bun­des­durch­schnitt. Im Jahr 2011 gab es 25 200 mel­de­pflich­ti­ge Un­fäl­le. Da­mit lag die Quo­te - ge­rech­net auf 1000 Be­schäf­tig­te - bei 23,7, bun­des­weit wa­ren es 24,5. Da­mals wur­den rund 14 600 Ver­stö­ße ge­gen Ar­beits­schutz­be­stim­mun­gen fest­ge­stellt.

"Die Ar­beits­schutz­be­hör­de kann durch Kon­trol­len nur im Nach­hin­ein be­ur­tei­len und sank­tio­nie­ren", be­ton­te Grzon­ka. Das nüt­ze den Mit­ar­bei­tern we­nig. Die Checks er­reich­ten zu­dem nur ei­nen Bruch­teil der Un­ter­neh­men. "Aber nicht nur die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen müs­sen stim­men. Ge­sund­heit de­fi­niert sich eben nicht al­lein durch die Ab­we­sen­heit von Krank­heit", un­ter­strich der Ge­werk­schafts­spre­cher.

Wich­tig für das Wohl­be­fin­den der Mit­ar­bei­ter sei­en auch ein gu­tes Be­triebs­kli­ma, Ach­tung und ein men­schen­wür­di­ger Um­gang mit ih­nen. So et­was las­se sich nicht ge­setz­lich fest­schrei­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. November 2015

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