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Neue Ar­beits­wirk­lich­keit ver­än­dert Auf­ga­ben für So­zi­al­ge­rich­te

Ge­sell­schaft­li­cher Wan­del spie­gelt sich häu­fig in den Ur­tei­len der So­zi­al­ge­rich­te: Der Prä­si­dent des Bun­des­so­zi­al­ge­richts sieht vor al­lem die neue Ar­beits­welt als Her­aus­for­de­rung. Auch Flücht­lin­ge brin­gen neue Auf­ga­ben
Akten Wel­che Auf­ga­ben er­war­ten die So­zi­al­ge­rich­te?

30.08.2016. (dpa) - Der Wan­del in der Ar­beits­welt ver­än­dert nach An­sicht des schei­den­den Prä­si­den­ten des Bun­des­so­zi­al­ge­richts, Pe­ter Ma­such, auch die Ar­beit der So­zi­al­ge­rich­te in Deutsch­land.

"In den letz­ten Jah­ren be­mer­ken wir durch­aus ei­ne Zu­nah­me von Ver­fah­ren, die ih­re Ur­sa­che in der neu­en Ar­beits­wirk­lich­keit ha­ben", sag­te Ma­such der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Da­bei ge­he es zum Bei­spiel um die Fra­ge, ob die ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung auch bei der Ar­beit im "Ho­me­of­fice" grei­fe.

Ma­such geht En­de des Mo­nats in den Ru­he­stand und wird am Mitt­woch (31. Au­gust) of­fi­zi­ell ver­ab­schie­det. Er stand seit 2008 an der Spit­ze des höchs­ten deut­schen So­zi­al­ge­richts.

Neue Auf­ga­ben für die So­zi­al­ge­rich­te er­war­tet Ma­such auch durch Zu­wan­de­rung und Flücht­lin­ge. Denk­bar sei­en et­wa Fra­gen, wel­che Aus- und Fort­bil­dungs­maß­nah­men von den Job­cen­tern zu er­brin­gen sind, um Zu­wan­de­rern ei­ne Chan­ce auf dem Ar­beits­markt zu ge­ben. Zu ei­ner mög­li­chen Kla­ge­wel­le von Flücht­lin­gen sag­te Ma­such: "Das ist durch­aus vor­stell­bar, al­ler­dings der­zeit noch nicht ver­läss­lich vor­her­zu­sa­gen."

Be­son­ders die Hartz-Re­for­men ha­ben den So­zi­al­ge­rich­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren viel Ar­beit be­schert. Vie­le Neu­re­ge­lun­gen im Be­reich der Grund­si­che­rung für Ar­beits­su­chen­de und im Be­reich der So­zi­al­hil­fe hät­ten auf dem Prüf­stand ge­stan­den, er­klär­te Ma­such. Die meis­ten Fra­gen sei­en aber in­zwi­schen be­ant­wor­tet.

Ge­ne­rell zei­ge sich: "Kaum ei­ne Rechts­ma­te­rie ist so dicht an den Le­bens­mo­del­len der Men­schen wie das So­zi­al­recht." Der ge­sell­schaft­li­che Wan­del ge­ra­de im Be­reich von Ehe und Fa­mi­lie spie­ge­le sich im­mer wie­der in den Ur­tei­len der So­zi­al­ge­rich­te, et­wa bei der Ein­be­zie­hung von Patch­work­fa­mi­li­en in den Schutz der So­zi­al­ver­si­che­rung.

Ei­ne pau­scha­le Kla­ge­freund­lich­keit will Ma­such den Deut­schen aber nicht un­ter­stel­len. Was vor den So­zi­al­ge­rich­ten ver­han­delt wer­de, sei häu­fig von gro­ßer fi­nan­zi­el­ler, teils so­gar le­bens­wich­ti­ger Be­deu­tung. Da sei es nur ver­ständ­lich, wenn sich Be­trof­fe­ne ge­gen ver­meint­li­ches Un­recht zur Wehr setz­ten. Die Zahl der Kla­gen bei den So­zi­al­ge­rich­ten sei seit 2011 in­des so­gar zu­rück­ge­gan­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. August 2016

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