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Asyl­be­wer­ber für den Ar­beits­markt: Ge­dämpf­te Hoff­nung in Ober­fran­ken

Ober­fran­ken trifft der de­mo­gra­fi­sche Wan­del be­son­ders hart: Vie­le Be­trie­be hof­fen des­halb, Flücht­lin­ge als Azu­bis ge­win­nen zu kön­nen. Doch ganz so ein­fach ist das nicht
Kom­men Flücht­lin­ge für ei­ne Aus­bil­dung in Fra­ge?

15.04.2016. (dpa) - Auch wenn Ober­fran­ken als struk­tur­schwa­che Re­gi­on Ar­beits­kräf­te braucht, ha­ben Ex­per­ten all­zu hoch flie­gen­de Er­war­tun­gen an Asyl­su­chen­de für den Ar­beits­markt ge­dämpft.

"Der Ar­beits­markt ist auf­nah­me­fä­hig", sag­te die Ge­schäfts­füh­re­rin der Agen­tur für Ar­beit in Bam­berg-Co­burg, Bri­git­te Glos, am Don­ners­tag in Bam­berg.

Mit Blick auf Un­ter­neh­men, die auf Aus­zu­bil­den­de hof­fen, er­gänz­te sie je­doch: "Da braucht es Rea­lis­mus."

Ober­fran­ken steu­ert we­gen des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels in den kom­men­den Jahr­zehn­ten auf ei­nen Man­gel an gut aus­ge­bil­de­ten Er­werbs­fä­hi­gen zu.

Glos zu­fol­ge kom­men et­wa zehn Pro­zent der rund 5500 Flücht­lin­ge in Ober­fran­ken für ei­ne Aus­bil­dung in Fra­ge. Gu­te Sprach­kennt­nis­se hät­ten wei­te­re 25 Pro­zent. Fast zwei Drit­tel al­ler­dings könn­ten kein Deutsch, da­von wie­der­um sei­en bis zu 15 Pro­zent An­alpha­be­ten.

Ein Be­wusst­sein für den lang­fris­ti­gen Wert von Ler­nen und Aus­bil­dung feh­le Asyl­be­wer­bern häu­fig noch, er­läu­ter­te Glos beim "20. Dia­log Struk­tur­wan­del". "Um ih­re An­ge­hö­ri­gen mit­ver­sor­gen zu kön­nen, drän­gen vie­le Asyl­su­chen­de zu­nächst nur in den Ar­beits­markt für Un­ge­lern­te", er­läu­ter­te sie. Um das zu än­dern, ha­be die Agen­tur für Ar­beit Pro­jek­te ent­wi­ckelt.

Auch der Di­rek­tor des Schul­be­reichs der Re­gie­rung von Ober­fran­ken, Kle­mens Bro­sig, be­rich­te­te bei dem Tref­fen von Schwie­rig­kei­ten mit ju­gend­li­chen Asyl­be­wer­bern. "Die schau­en So­aps und kom­men mit über­zo­ge­nen Er­war­tun­gen. Die ge­hen da­von aus, dass sie stu­die­ren wer­den."

Zu­ver­sicht­li­cher zeig­te sich der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Tho­mas Kol­ler. Er rech­net da­mit, dass 2017 vie­le jun­ge Flücht­lin­ge ei­ne Aus­bil­dung be­gin­nen wer­den. Da die meis­ten von ih­nen be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr an­ka­men, sei­en vie­le von ih­nen nach ei­ner Zeit in der Be­rufs­schu­le im kom­men­den Jahr be­reit für den Ein­tritt in die Be­trie­be.

Ge­ra­de Ober­fran­ken braucht Ar­beits­kräf­te, weil we­gen des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels Men­schen im er­werbs­fä­hi­gen Al­ter in den kom­men­den Jahr­zehn­ten feh­len wer­den. Ak­tu­el­le Zah­len ge­be es zwar noch nicht, sag­te die Prä­si­den­tin des baye­ri­schen Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik, Ma­ri­on Frisch. Doch auf Ba­sis der bis­he­ri­gen Vor­aus­be­rech­nun­gen rei­che die Zu­wan­de­rung in die Re­gi­on noch nicht, um die Al­te­rung und den Rück­gang der Be­völ­ke­rung aus­zu­glei­chen.

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Letzte Überarbeitung: 21. Juli 2016

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