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14/395a Töd­li­che At­ta­cke im Job­cen­ter: Gut­ach­ter stirbt

Das Ent­set­zen ist groß: Wie­der ein­mal ist in ei­nem Job­cen­ter ein Mensch ge­walt­sam ums Le­ben ge­kom­men. Dies­mal tra­fen die Mes­ser­sti­che ei­nen ex­ter­nen Gut­ach­ter in Bay­ern. Der 61-Jäh­ri­ge hat­te nicht den Hauch ei­ner Chan­ce
Logo der Bundesagentur für Arbeit, weißes Dreieck auf rotem Hintergrund Wie kön­nen sich Job­cen­ter vor At­ta­cken schüt­zen?

04.12.2014. (dpa) - Bei ei­ner Mes­ser­at­ta­cke im Job­cen­ter von Ro­then­burg ob der Tau­ber ist ein Gut­ach­ter ums Le­ben ge­kom­men.

Der 61-Jäh­ri­ge starb noch am Tat­ort an sei­nen schwe­ren Ver­let­zun­gen, wie die Po­li­zei in Mit­tel­fran­ken mit­teil­te.

Nach ers­ten Er­kennt­nis­sen war das Op­fer am Mitt­woch ge­gen Mit­tag von ei­nem 28 Jah­re al­ten Mann at­ta­ckiert wor­den.

So­fort her­bei­ge­eil­te Mit­ar­bei­ter des Job­cen­ters konn­ten den An­grei­fer zwar noch über­wäl­ti­gen.

Für den 61-Jäh­ri­gen kam aber je­de Hil­fe zu spät. Auch ein Not­arzt konn­te ihn nicht wie­der­be­le­ben.

Das Mo­tiv für den An­griff blieb zu­nächst of­fen. Bei dem Gut­ach­ter han­del­te es sich nicht um ei­nen fes­ten Mit­ar­bei­ter der Be­hör­de, er wur­de er in be­stimm­ten Ein­zel­fäl­len hin­zu­ge­zo­gen. In­of­fi­zi­el­le In­for­ma­tio­nen, wo­nach es sich um ei­nen Psy­cho­lo­gen han­del­te, woll­ten sie nicht be­stä­ti­gen. Die Lei­che des Man­nes soll­te am Don­ners­tag ob­du­ziert wer­den.

Den An­grei­fer konn­ten die Er­mitt­ler noch nicht aus­führ­lich ver­neh­men: Er wur­de schwer an der Hand ver­letzt und für ei­ne Ope­ra­ti­on ins Kli­ni­kum Würz­burg ge­bracht. Da­her ist auch noch un­klar, ob er mit dem Vor­satz, sein Op­fer um­zu­brin­gen, ins Job­cen­ter ge­kom­men war oder sich spon­tan zu der Blut­tat hin­rei­ßen ließ. Nach der­zei­ti­gem Stand geht der zu­stän­di­ge Staats­an­walt vom Tat­be­stand des Mor­des aus.

"Wir sind ab­so­lut be­trof­fen und be­stürzt", sag­te der Land­rat des Krei­ses Ans­bach, Jür­gen Lud­wig (CSU). Um die sie­ben Be­schäf­tig­ten des Job­cen­ters ha­be sich so­gleich ein Not­fall-Seel­sor­ger ge­küm­mert. "Die Mit­ar­bei­ter sind eng zu­sam­men­ge­rückt und ge­ben sich Halt", schil­der­te Lud­wig.

Die Ein­rich­tung soll nun zu­nächst ge­schlos­sen blei­ben, Kun­den wer­den an an­de­re Dienst­stel­len ver­wie­sen. Job­cen­ter sind für die Ver­mitt­lung von Ar­beits­lo­sen zu­stän­dig und über­neh­men auch die Ab­wick­lung der Grund­si­che­rung, die als Hartz IV be­kannt ist und un­ter an­de­rem Lang­zeit­ar­beits­lo­sen aus­ge­zahlt wird.

In deut­schen Be­hör­den war es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wie­der­holt zu schwe­ren Vor­fäl­len ge­kom­men, bei de­nen An­grei­fer ur­plötz­lich auf Mit­ar­bei­ter los­gin­gen und die­se schwer ver­letz­ten. Auch in Job­cen­tern gab es be­reits so­gar töd­li­che At­ta­cken.

So stürm­te im Sep­tem­ber 2012 ein 52 Jah­re al­ter Mann in das Job­cen­ter im rhei­ni­schen Neuss und er­stach ei­ne Mit­ar­bei­te­rin mit ei­nem Flei­scher­mes­ser. In ei­nem Frank­fur­ter Job­cen­ter wur­de im Mai 2011 ei­ne An­grei­fe­rin durch ei­ne Po­li­zei­ku­gel ge­tö­tet. Die Frau hat­te zu­vor ei­nen Be­am­ten mit ei­nem Mes­ser ver­letzt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. Januar 2015

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