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Von En­geln und Brat­wurst­ver­käu­fern - Aus­hilfs­jobs im Weih­nacht­stru­bel

Vor­weih­nachts­zeit: Das steht für Be­sinn­lich­keit, Leb­ku­chen, Tee und Ker­zen­schein. In Bran­chen vom Ein­zel­han­del bis zum Pa­ket­dienst herrscht vor den Fei­er­ta­gen je­doch Hoch­be­trieb: Gut für al­le, die vor dem Fest noch ein we­nig Geld ver­die­nen wol­len
Playmobil Nikolaus Vor Weih­nach­ten gibt es vie­le Aus­hilfs­jobs

09.11.2015. (dpa) - Es ist grau drau­ßen, hier und da fällt der ers­te Schnee, die Plätz­chen­zeit be­ginnt. Und da­mit auch die Zeit der Teil­zeit­weih­nachts­män­ner, Glüh­wein­ver­käu­fer und Pa­ket­ku­rie­re. Denn im Weih­nachts­ge­schäft braucht es vie­le hel­fen­de Hän­de. Dem­ent­spre­chend voll sind die Job­bör­sen mit sai­so­na­len An­ge­bo­ten. Al­so Bart an­ge­legt, Sack ge­packt und auf zum nächs­ten Ni­ko­laus­fest? Hier geht’s zu den Weih­nachts­jobs.

Den An­fang macht der Ein­zel­han­del. Dro­ge­ri­en, Le­bens­mit­tel­händ­ler oder Spiel­wa­ren­lä­den brau­chen für den An­sturm in der Vor­weih­nachts­zeit meist zu­sätz­li­ches Per­so­nal. Re­ga­le auf­fül­len, Schlei­fen schnü­ren beim Ge­schen­ke-Ser­vice oder ein­fach an der Kas­se aus­hel­fen: «Wenn je­mand ei­ne Aus­hilfs­tä­tig­keit im Weih­nachts­ge­schäft sucht, ist jetzt der rich­ti­ge Zeit­punkt für ei­ne Be­wer­bung», sagt Ste­fan Her­tel vom Han­dels­ver­band Deutsch­land (HDE). Da in grö­ße­ren Fir­men das Weih­nachts­ge­schäft häu­fig die Stamm­be­set­zung meis­tert, sind vor al­lem klei­ne­re Ge­schäf­te ei­ne gu­te An­lauf­stel­le.

Wer ger­ne ge­brann­te Man­deln und Glüh­wein­duft schnup­pert, kein Pro­blem mit Weih­nachts­lie­dern in Dau­er­schlei­fe hat und käl­te­re­sis­tent ist, kann auf ei­nem der zahl­rei­chen Weih­nachts­märk­te ar­bei­ten. Für was man als Bu­den­aus­hil­fe zu­stän­dig ist und wie viel man ver­dient, hängt von den Schau­stel­lern ab. «Da gibt es ganz un­ter­schied­li­che Bran­chen und Ge­winn­mar­gen», er­klärt Lo­renz Kalb, Vor­sit­zen­der des Süd­deut­schen Ver­bands rei­sen­der Schau­stel­ler und Han­dels­leu­te.

Be­son­ders um­satz­stark sind Heiß­ge­trän­ke­stän­de, er­zählt Kalb, der selbst Feu­er­zan­gen­bow­le auf dem Nürn­ber­ger Christ­kind­les­markt ver­kauft. Für den Aus­schank von Glüh­wein, Punsch und Co. braucht es da­her mehr Aus­hil­fen als bei De­ko­stän­den oder dem Christ­baum­ver­kauf. Wer sich den Ver­füh­run­gen hin­ter der La­den­the­ke und dem Be­su­cher­an­sturm ge­wach­sen fühlt, kann sich so­wohl über Agen­tu­ren als auch bei den Schau­stel­lern di­rekt be­wer­ben. Ver­gü­tet wer­den die Aus­hil­fen nor­ma­ler­wei­se als Mi­ni­job.

Ei­ne an­de­re Bran­che, de­ren Auf­trags­vo­lu­men im De­zem­ber in die Hö­he schnellt, sind die Pa­ket­diens­te. In Zei­ten des On­line-Ver­sand­han­dels ist das Weih­nachts­ge­schäft die Hoch­sai­son der Zu­stell­be­trie­be. Die Deut­sche Post DHL sucht in al­len Pro­duk­ti­ons­be­rei­chen Zu­satz­per­so­nal. Pa­ket- und Brief­sor­tie­rung ge­hö­ren da eben­so da­zu wie die Post­zu­stel­lung. «Im Brief- und Pa­ket­be­reich sind ge­ra­de die letz­ten bei­den Wo­chen vor Weih­nach­ten ar­beits­reich, weil die Sen­dungs­men­gen dann be­son­ders hoch sind», er­klärt Dun­ja Kuhl­mann. Sie ist Spre­che­rin der Deut­schen Post DHL Group.

Wer kurz vor den Fei­er­ta­gen den Kon­to­stand et­was auf­bes­sern will, kann sich auch kurz­fris­tig be­wer­ben. Vor Ar­beits­be­ginn er­hal­ten Aus­hil­fen von er­fah­re­nen Kräf­ten ei­ne Ein­wei­sung. Ver­gü­tet wird auf Ba­sis der gel­ten­den Ta­rif­ver­trä­ge. Für die Brief­zu­stel­lung liegt der Ver­dienst bei­spiels­wei­se bei der Deut­schen Post bei 11,70 Eu­ro pro St­un­de, er­klärt Kuhl­mann.

Schließ­lich ist da die Kö­nigs­dis­zi­plin des Weih­nachts­ge­schäfts: Der Weih­nachts­mann. Wer ein­mal Ni­ko­laus, Christ­kind oder En­gel­chen sein will, fin­det ei­ni­ge Mög­lich­kei­ten. Die meis­ten himm­li­schen Ge­sand­ten ar­bei­ten zwar eh­ren­amt­lich, aber ge­ra­de für Kauf­häu­ser, Fir­men­fei­ern oder die Be­sche­rung zu Hau­se wird im­mer pro­fes­sio­nel­les Weih­nachts­per­so­nal ge­sucht. Und: auch in Kin­der­gär­ten, Schu­len, Sport­ver­ei­nen oder auch Kran­ken­häu­sern tritt es auf.

Ne­ben pri­va­ten Un­ter­neh­men ver­mit­teln die Ar­beits­agen­tu­ren Aus­hil­fen mit Rau­sche­bart und Ni­ko­laus­ge­wand. Vor al­lem in den neu­en Bun­des­län­dern sei die Nach­fra­ge seit Jah­ren fast gleich­blei­bend hoch, sagt Paul Eb­sen von der Pres­se­stel­le der Bun­des­ar­beits­agen­tur. Noch sind die Be­wer­ber über­wie­gend männ­lich. In Des­sau ge­be es zwar auch ei­ne Weih­nachts­frau, die Nach­fra­ge sei bis­her aber ge­ring.

Al­ler­dings plagt die Zunft «Fach­kräf­te­man­gel», wie Eb­sen sagt. «Die ak­ti­ven Weih­nachts­män­ner sind teil­wei­se schon zu alt, und es folgt kaum Nach­wuchs». Al­so ran an die Be­wer­bung: Im­pro­vi­sa­ti­ons­ver­mö­gen und ein ge­wis­ses schau­spie­le­ri­sches Ta­lent so­wie ein we­nig Übung im Um­gang mit Kin­dern sind die Grund­la­gen. Ar­beits­zei­ten und Ver­dienst va­ri­ie­ren je nach Ar­beit­ge­ber und Art der Ver­an­stal­tung. Wei­ßer Voll­bart, Sack und rot-wei­ße Ar­beits­klei­dung sind Pflicht. Ob man das Kos­tüm ge­stellt be­kommt, hängt vom Ar­beit­ge­ber ab.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 26. November 2016

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