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Bahn und EVG ge­lingt Ta­rif­ab­schluss - Warn­streiks ab­ge­wen­det

Im Ta­rif­kon­flikt bei der Deut­schen Bahn ist ei­ne wich­ti­ge Etap­pe ge­schafft: Der Kon­zern ei­nigt sich mit der EVG, der grö­ße­ren der bei­den Ge­werk­schaf­ten. Doch vor der Sch­lich­tung mit der kon­kur­rie­ren­den GDL bleibt die La­ge schwie­rig
Handschlag Playmobil Auf wel­chen Kom­pro­miss ha­ben sich die Par­tei­en ge­ei­nigt?

28.05.2015. (dpa) - Nach fast ei­nem Jahr Ta­rif­ver­hand­lun­gen ha­ben die Deut­sche Bahn und die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) ei­nen Ab­schluss er­reicht.

Da­mit sind dro­hen­de Warn­streiks im bun­des­wei­ten Zug­ver­kehr in den nächs­ten Ta­gen ab­ge­wen­det.

Nach der Ei­ni­gung in der 13. Ge­sprächs­run­de am Mitt­woch in Ber­lin soll­te noch am glei­chen Tag an un­be­kann­tem Ort die Sch­lich­tung mit der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) be­gin­nen.

Hier hat­te es neun Streik- und Warn­strei­krun­den ge­ge­ben.

Bei der Sch­lich­tung mit der GDL gilt ei­ne Frie­dens­pflicht mit Streik­ver­bot bis zum 17. Ju­ni.

Der Ta­rif­ab­schluss vom Mitt­woch be­deu­tet für rund 160 000 Be­schäf­tig­te des Kon­zerns ei­ne Ein­kom­mens­er­hö­hung um 3,5 Pro­zent zum 1. Ju­li, min­des­tens je­doch 80 Eu­ro mehr. Am 1. Mai 2016 stei­gen die Löh­ne dann noch ein­mal um 1,6 Pro­zent, min­des­tens um 40 Eu­ro.

Der Ta­rif­ver­trag läuft bis En­de Sep­tem­ber 2016. Au­ßer­dem er­hal­ten die Ei­sen­bah­ner für den elf­mo­na­ti­gen Zeit­raum der Ta­rif­ver­hand­lun­gen ei­ne Ein­mal­zah­lung von 1100 Eu­ro, wo­von 750 Eu­ro be­reits als Ab­schlag aus­be­zahlt wur­den.

Für die bei der EVG or­ga­ni­sier­ten Lok­füh­rer wur­de eben­falls ein Ta­rif­ver­trag ab­ge­schlos­sen. Des­sen Re­ge­lun­gen ent­spre­chen dem, was bis­lang schon für die GDL-Lok­füh­rer galt. Bis Ju­ni 2014 hat­te al­lein die GDL das Ver­hand­lungs­man­dat für die Lok­füh­rer in­ne.

EVG-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Re­gi­na Rusch-Ziem­ba zeig­te sich nach dem Ta­rif­ab­schluss zu­frie­den. Dem­nach ge­be es kei­ne Un­ter­schei­dung zwi­schen ein­zel­nen Be­rufs­grup­pen - "für al­le das glei­che Er­geb­nis". Nun sei­en die Lok­füh­rer, "die bei uns Mit­glieds­bei­trä­ge be­zah­len, auch wie­der in un­se­rem Ta­rif­ver­trag ver­an­kert".

Bahn-Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber sag­te: "Wir sind an die Gren­ze des­sen ge­gan­gen, was un­se­re Ge­schäf­te her­ge­ben. Da­mit er­ken­nen wir die gu­te Leis­tung un­se­rer Mit­ar­bei­ter an."

Rusch-Ziem­ba er­gänz­te, es ge­be kei­ne Re­vi­si­ons­klau­sel für den Fall, dass die GDL spä­ter an­de­re Ta­rif­er­geb­nis­se für die glei­chen Be­rufs­grup­pen er­zie­len soll­te. Laut EVG-Spre­cher Uwe Reitz hat die Bahn aber zu­ge­sagt, dass es kol­li­si­ons­freie Ta­rif­ver­trä­ge im Un­ter­neh­men ge­ben wer­de, und ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu­ge­si­chert, soll­ten sich trotz­dem Wi­der­sprü­che er­ge­ben.

Die GDL will in ih­rem Sch­lich­tungs­ver­fah­ren ei­gen­stän­di­ge Ta­rif­ver­trä­ge für Be­rufs­grup­pen des Zug­per­so­nals durch­set­zen, die bis­lang al­lein von der EVG ver­tre­ten wur­den. Sch­lich­ter sind der Thü­rin­ger Mi­nis­ter­prä­si­dent Bo­do Ra­me­low (Lin­ke) und Bran­den­burgs Ex-Re­gie­rungs­chef Mat­thi­as Platz­eck (SPD).

"Das wird ein stei­ni­ger Weg, aber ich bin zu­ver­sicht­lich, dass die Sch­lich­tung Er­folg ha­ben wird", sag­te Ra­me­low der "Rhei­ni­schen Post" (Mitt­woch). "Sämt­li­che Pro­ble­me sind lös­bar." Der frü­he­re Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Wolf­gang Tie­fen­see (SPD) sag­te im ARD-"Mor­gen­ma­ga­zin": "Ich bin sehr zu­ver­sicht­lich, dass die Sch­lich­tung re­la­tiv rasch ge­lin­gen wird."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 29. September 2016

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