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Bahn-Fahr­gäs­te müs­sen vor­erst kei­ne Streiks fürch­ten

Mit sechs Streiks hat die Lok­füh­rer­ge­werk­schaft Bahn­kun­den im Herbst auf die Ge­dulds­pro­be ge­stellt: Nun ver­kün­det die Ge­werk­schaft ei­nen Durch­bruch. Doch ge­löst ist der Ta­rif­kon­flikt noch im­mer nicht
Lokführer mit Lok Sind Streiks end­gül­tig vom Tisch?

18.12.2014. (dpa) - Bei der Deut­schen Bahn ist die Ge­fahr ei­nes Streiks auf ab­seh­ba­re Zeit ge­bannt.

Nach mo­na­te­lan­gem Streit sind der Kon­zern und die Lok­füh­rer­ge­werk­schaft GDL auf dem Weg zu ei­nem Ta­rif­ab­schluss für das Jahr 2014 vor­an­ge­kom­men.

Von Ja­nu­ar an wird für die Fol­ge­zeit ver­han­delt.

Vor dem Tref­fen am Mitt­woch hat­te die Ge­werk­schaft noch mit "mas­si­ven Ar­beits­kämp­fen" ge­droht.

"Wir ha­ben heu­te in der Ta­rif­ver­hand­lung am 17. De­zem­ber ei­nen ent­schei­den­den Durch­bruch er­zielt", sag­te GDL-Chef Claus We­sels­ky. Er sei sehr zu­ver­sicht­lich für die fol­gen­den Ver­hand­lun­gen Bahn-Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber sprach von ers­ten Fort­schrit­ten und ei­nem gu­ten Tag für Kun­den und Mit­ar­bei­ter. "Wir kön­nen ei­ni­ger­ma­ßen be­ru­higt in das neue Jahr ge­hen." Je­doch sei­en noch vie­le For­de­run­gen der Lok­füh­rer of­fen.

Die Mit­glie­der der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) hat­ten in die­sem Herbst sechs Mal ge­streikt, um ih­ren For­de­run­gen Nach­druck zu ver­lei­hen. Nun sind wei­te­re Ver­hand­lungs­ter­mi­ne für den 19. und 28. Ja­nu­ar ver­ein­bart. Streiks sind bis da­hin vom Tisch, wie We­sels­ky ver­si­cher­te. Die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) hat Streiks ih­rer Mit­glie­der bis zur nächs­ten Ver­hand­lungs­run­de am 14. Ja­nu­ar aus­ge­schlos­sen.

Nach An­ga­ben bei­der Sei­ten ver­ein­bar­ten GDL und Bahn für al­le Mit­glie­der 510 Eu­ro als Ein­mal­zah­lung für die Mo­na­te Ju­li bis De­zem­ber. Die Bahn hat­te ihr An­ge­bot der Ein­mal­zah­lung er­höht. Es hat­te vor­her bei 390 Eu­ro ge­le­gen.

Die mit der GDL kon­kur­rie­ren­de EVG er­hal­te das glei­che An­ge­bot, kün­dig­te We­ber an. Die Ge­sprä­che dar­über dürf­ten aber nicht ein­fach wer­den. EVG-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Re­gi­na Rusch-Ziem­ba nann­te die Ein­mal­zah­lung am Mitt­woch "in der vor­lie­gen­den Form nicht aus­rei­chend". Sie ver­lang­te, die Sum­me auch den Rei­ni­gungs­kräf­ten und dem Wach­per­so­nal der Bahn an­zu­bie­ten.

Die GDL kam der Bahn am Mitt­woch ent­ge­gen: Im Ge­gen­zug für die Ein­mal­zah­lung dringt sie nicht mehr auf zwei St­un­den we­ni­ger Wo­chen­ar­beits­zeit, son­dern ver­langt nur noch ei­ne St­un­de we­ni­ger, was in ei­ne 38-St­un­den-Wo­che mün­den wür­de, wie We­sels­ky sag­te.

Er hob her­vor, die Bahn ha­be jeg­li­che Be­din­gun­gen für Ta­rif­ver­hand­lun­gen fal­len ge­las­sen und mit der Ein­mal­zah­lung erst­mals ei­nen Ab­schluss für al­le GDL-Mit­glie­der ver­ein­bart. We­ber sag­te, die GDL ha­be das In­ter­es­se der Bahn an­er­kannt, in­ner­halb ei­ner Be­rufs­grup­pe mit EVG und GDL kei­ne kon­kur­rie­ren­den Ta­rif­ver­trä­ge zu ver­ein­ba­ren. "Die­ses Klar-Re­den war wich­tig."

Fort­schrit­te in dem Ta­rif­kon­flikt wa­ren mo­na­te­lang an der Fra­ge ge­schei­tert, ob die Lok­füh­rer­ge­werk­schaft auch für an­de­re Be­rufs­grup­pen wie Zug­be­glei­ter oder Bord­gas­tro­no­men ver­han­deln darf, die bei ihr Mit­glied sind. Für die­se Grup­pen ver­han­delt bis­lang die EVG. Die Bahn wie­der­um will Ta­rif­kon­kur­renz in­ner­halb des Un­ter­neh­mens ver­mei­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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