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Bahn vor Re­kord­streik - Ein Drit­tel der Zü­ge soll fah­ren

Vier Ta­ge Aus­nah­me­zu­stand für die Bahn­kun­den: Am Mitt­woch be­ginnt ein lan­ger Lok­füh­rer­streik, zu­nächst im Gü­ter­ver­kehr. Von Don­ners­tag an trifft es auch die Rei­sen­den. Die Bahn ver­sucht die Wir­kung mit Not­fahr­plä­nen zu mil­dern
Lokführer Schaffner Die Lok­füh­rer strei­ken er­neut

05.11.2014. (dpa) - Die Deut­sche Bahn steht vor dem längs­ten Streik ih­rer 20-jäh­ri­gen Ge­schich­te.

Die Lok­füh­rer wol­len mehr als vier Ta­ge die Ar­beit ru­hen las­sen.

Der Streik soll am Mitt­woch­nach­mit­tag (15.00 Uhr) im Gü­ter­ver­kehr be­gin­nen.

Ab Don­ners­tag bis Sonn­tag sind dann bun­des­weit al­le Fahr­gäs­te des Nah- und Fern­ver­kehrs und der S-Bah­nen be­trof­fen. Der Aus­stand im Per­so­nen­ver­kehr fängt am Don­ners­tag um 2.00 Uhr an und en­det am fol­gen­den Mon­tag um 4.00 Uhr, wie die Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) am Diens­tag an­kün­dig­te.

Die Bahn will wie bei den vor­he­ri­gen Streiks für die vier Ta­ge Er­satz­fahr­plä­ne auf­stel­len. Sie strebt an, auf die­se Wei­se we­nigs­tens ein Drit­tel des nor­ma­len Zug­an­ge­bots auf die Schie­ne zu be­kom­men. Der vier­tä­gi­ge Aus­stand ist der sechs­te Streik im lau­fen­den Ta­rif­kon­flikt.

Aus der gro­ßen Ko­ali­ti­on kam schar­fe Kri­tik am Vor­ge­hen der GDL und ih­res Vor­sit­zen­den. "Claus We­sels­ky ver­liert ge­ra­de je­des Maß", sag­te SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Yas­min Fa­hi­mi zu "Spie­gel On­line". Die Po­li­ti­ke­rin for­der­te We­sels­ky auf, sei­ne Streik­plä­ne zu­rück­zu­zie­hen. "Mit die­sem aber­ma­li­gen Aus­stand scha­det die GDL al­len Ge­werk­schaf­ten, sie be­schä­digt die So­li­da­ri­tät in­ner­halb der Bahn-Be­leg­schaft, und sie ver­är­gert Hun­dert­tau­sen­de von Bahn­kun­den, de­nen jetzt Cha­os­ta­ge be­vor­ste­hen."

Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) warn­te da­vor, die öf­fent­li­che Ak­zep­tanz für den neu­en Bahn­streik über Ge­bühr zu stra­pa­zie­ren. Der "Bild"-Zei­tung (Mitt­woch) sag­te Do­brindt, Streik sei zwar ein ele­men­ta­rer Be­stand­teil der Ta­rif­au­to­no­mie. Doch soll­ten die Ta­rif­par­tei­en "mit die­sem ho­hen Gut sehr ver­ant­wor­tungs­voll um­ge­hen". CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber be­ton­te: "Die Dau­er des Streiks al­lein lässt je­des Maß ver­mis­sen."

Der Fahr­gast­ver­band Pro Bahn be­dau­er­te den Streik. Die GDL und ihr Vor­sit­zen­der dürf­ten nicht län­ger al­les auf ei­ne Kar­te set­zen und kom­pro­miss­los al­le Ei­ni­gungs­vor­schlä­ge vom Tisch wi­schen. Sie müss­ten be­reit sein, zu­sam­men mit der Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) zu ver­han­deln.

Bahn-Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber zeig­te sich em­pört: "Die­ser Streik­auf­ruf macht nur noch sprach­los und ist rei­ne Schi­ka­ne." Be­trof­fen sind auch die Fei­ern zum 25. Jah­res­tag des Mau­er­falls am Wo­chen­en­de in Ber­lin, wo bis­lang Hun­dert­tau­sen­de Gäs­te er­war­tet wur­den. Die Tou­ris­mus­bran­che in der Haupt­stadt sprach von ei­ner "ego­is­ti­schen Ent­schei­dung von ei­ni­gen We­ni­gen auf Kos­ten sehr Vie­ler".

Die GDL be­grün­de­te die Ak­ti­on mit der Wei­ge­rung der Bahn, über ei­nen ei­gen­stän­di­gen Ta­rif­ver­trag auch für Be­rufs­grup­pen zu ver­han­deln, die nicht Lok­füh­rer sind. Ein Ei­ni­gungs­ver­such bei­der Sei­ten war am Sonn­tag ge­schei­tert. Da­bei ging es um Spiel­re­geln für die künf­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen der Bahn, der GDL so­wie der EVG.

GDL-Chef Claus We­sels­ky sag­te, man wol­le und müs­se für al­le Mit­glie­der Ta­rif­ver­trä­ge aus­han­deln: "Die­ses Grund­recht ist in Ge­fahr und da­mit die Funk­ti­on von Ge­werk­schaf­ten an sich."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 23. März 2016

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