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13/367a Auch Be­am­te wol­len Früh-Pen­si­on - Ge­werk­schaft für Gleich­be­hand­lung

Die schwarz-ro­ten Ren­ten­plä­ne we­cken Be­gehr­lich­kei­ten auch bei den Staats­die­nern: Sie wol­len teil­ha­ben am frü­he­ren Ru­he­stand oh­ne Ab­schlä­ge und an der ver­bes­ser­ten Müt­ter­ren­te
Feuerwehrmann Polizist Arzt Ist ei­ne Ren­te mit 63 für Be­am­te an­ge­bracht?

13.12.2013. (dpa) - Auch Be­am­te wol­len in den Ge­nuss der von Uni­on und SPD ver­ein­bar­ten Ren­te mit 63 so­wie der ver­bes­ser­ten Müt­ter­ren­ten kom­men.

"Wir for­dern die sys­tem­ge­rech­te Über­tra­gung von Ver­bes­se­run­gen in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung", sag­te der Vor­sit­zen­de des Deut­schen Be­am­ten­bun­des (dbb), Klaus Dau­der­städt, der "Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung" (Don­ners­tag).

"Al­les an­de­re wä­re sach­lich nicht zu be­grün­den und schlicht un­ge­recht."

Ein dbb-Spre­cher be­stä­tig­te dies der dpa und er­gänz­te, Ziel sei die "Gleich­be­hand­lung von Ver­sor­gungs­recht und Ren­ten­recht". Im schwarz-ro­ten Ko­ali­ti­ons­ver­trag ist ver­ein­bart, dass lang­jäh­rig Ver­si­cher­te, die 45 Bei­trags­jah­re vor­wei­sen kön­nen, mit dem voll­ende­ten 63. Le­bens­jahr ab­schlags­frei in Ren­te ge­hen kön­nen. Die Be­nach­tei­li­gung äl­te­rer Müt­ter bei der Ren­te soll zu­dem ge­mil­dert wer­den.

Be­am­tin­nen in Bund und Län­dern, die vor 1992 Mut­ter ge­wor­den sind, be­kom­men der­zeit je Kind sechs Mo­na­te Kin­der­er­zie­hung auf die Pen­si­on an­ge­rech­net. Aus dbb-Sicht wä­re ei­ne Ver­dopp­lung an­ge­bracht. Müt­ter, die 1992 oder spä­ter Kin­der be­ka­men, wer­den bis­her schon bei Ren­te und Pen­si­on glei­cher­ma­ßen drei Jah­re je Kind an­ge­rech­net.

Der CDU-Ren­ten­po­li­ti­ker Pe­ter Weiß sag­te zur For­de­rung des Be­am­ten­bun­des, sie sei "lo­gisch", kön­ne aber be­son­ders für die Län­der sehr teu­er wer­den. Dies des­halb, weil Be­schäf­tig­te des öf­fent­li­chen Diens­tes, die die Vor­aus­set­zung von 45 Dienst­jah­ren er­fül­len, fast nur im ein­fa­chen und mitt­le­ren Dienst bei Kom­mu­nen und Län­dern zu fin­den sind. Die Län­der müs­sen auch die­se Pen­sio­nen be­zah­len.

Ba­den-Würt­tem­bergs Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) zeig­te sich des­halb skep­tisch. "Mei­ne Nei­gung da­zu ist nicht sehr groß", sag­te er in Ber­lin. Bei den Be­am­ten­pen­sio­nen rol­le oh­ne­hin "ei­ne ge­wal­ti­ge Kos­ten­la­wi­ne" auf die Län­der zu. Sei­ne Thü­rin­ger Amts­kol­le­gin Chris­ti­ne Lie­ber­knecht (CDU) sieht in 45 Dienst­jah­ren ein "K.o.-Kri­te­ri­um" für die meis­ten Be­am­ten.

Dass die ab­schlag­freie Ren­te mit 63 vor al­lem oh­ne­hin gut ver­sorg­ten Män­nern zu gu­te kommt, zei­gen of­fi­zi­el­le Zah­len. Da­nach er­füllt je­der zwei­te männ­li­che Neu­rent­ner im Al­ter von 63 bis 65 Jah­ren die Vor­aus­set­zung für die ge­plan­te ab­schlag­freie Früh­ren­te, aber nur je­de sieb­te Frau.

Ent­hal­ten sind die Zah­len in der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf ei­ne An­fra­ge des So­zi­al­ex­per­ten der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, Mar­kus Kurth, über die die "Frank­fur­ter Rund­schau" (Don­ners­tag) be­rich­te­te. Da­nach ka­men 2011 knapp 92 000 Män­ner, aber nur 24 000 Frau­en auf 45 Bei­trags­jah­re. "Das ist ei­ne Re­ge­lung, die vor al­lem dem Fach­ar­bei­tera­del zu­gu­te­kommt", kri­ti­sier­te Kurth.

Dass auch Ren­ten seit 2005 grund­sätz­lich ver­steu­ert wer­den müs­sen, wis­sen nach ei­ner neu­en Um­fra­ge nur 16 Pro­zent der Bür­ger: Bei den 20- bis 29-Jäh­ri­gen sind es 8 Pro­zent, bei den 50- bis 59-Jäh­ri­gen 22 Pro­zent. Be­son­ders schlecht in­for­miert sind nach der For­sa-Um­fra­ge im Auf­trag von Uni­on In­vest­ment Be­zie­her nied­ri­ger Ein­kom­men.

Schlag­zei­len mach­ten in die­sem Zu­sam­men­hang zu­letzt Be­rich­te, in de­nen die In­for­ma­ti­ons­schrei­ben der Ren­ten­ver­si­che­rung kri­ti­siert wur­den: Die dar­in ent­hal­te­nen Hoch­rech­nun­gen sei­en ir­re­füh­rend, da sie nur Brut­to­be­trä­ge oh­ne Be­rück­sich­ti­gung von So­zi­al­ab­ga­ben und Steu­ern aus­wei­sen. Die Ab­zü­ge von der Brut­to-Ren­te kön­nen bis zu 25 Pro­zent aus­ma­chen. Dies wird in den Schrei­ben nicht deut­lich.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 9. April 2014

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