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Be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge auf Re­kord­hoch

Die Zahl be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trä­ge hat ein Re­kord­hoch er­reicht. Für die Be­schäf­tig­ten muss das aber nicht un­be­dingt schlecht sein
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14.06.2019. (dpa/fle) - Die Zahl der be­fris­te­ten Jobs ist nach Er­kennt­nis­sen von Ar­beits­markt­for­schern im Jahr 2018 auf ein neu­es Re­kord­hoch ge­stie­gen.

Ins­ge­samt sei­en im Vor­jahr 3,2 Mil­lio­nen oder 8,3 Pro­zent al­ler Be­schäf­tig­ten nur zeit­lich be­fris­tet be­schäf­tigt ge­we­sen, geht aus ei­ner am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten Stu­die des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) her­vor.

Wie schon in frü­he­ren Jah­ren "er­folg­ten mehr als zwei von fünf Ein­stel­lun­gen zu­nächst auf Ba­sis be­fris­te­ter Ver­trä­ge", be­rich­te­te Stu­di­en­au­tor Chris­ti­an Ho­hen­dan­ner.

Den größ­ten Teil da­von - näm­lich 1,8 Mil­lio­nen Stel­len - ma­chen Jobs aus, die Chefs oh­ne An­ga­ben von Grün­den von vor­ne­her­ein be­fris­te­ten. Dies ist im Ver­gleich zu 2017 ein Plus von 14 Pro­zent. Die so­ge­nann­ten sach­grund­lo­sen Be­fris­tun­gen klet­ter­ten da­mit zu­gleich auf das höchs­te Ni­veau seit Er­fas­sung der Da­ten, er­läu­tert die Denk­fa­brik der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) un­ter Be­ru­fung auf ei­ne jähr­lich wie­der­hol­te Be­triebs­be­fra­gung. Über die Ent­wick­lung hat­te zu­erst das Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND/Don­ners­tag) be­rich­tet.

Die Ent­wick­lung steht da­mit im Wi­der­spruch dem von der gro­ßen Ko­ali­ti­on ver­ein­bar­ten Ziel, sach­grund­lo­se Be­fris­tun­gen künf­tig ein­zu­schrän­ken. Die Ar­beits­markt­for­scher ver­mu­ten in dem ak­tu­el­len Boom bei sach­grund­lo­sen Be­fris­tun­gen vor al­lem recht­li­che Grün­de. Vie­le Un­ter­neh­men wähl­ten die­se auf zwei Jah­re be­grenz­te Va­ri­an­te, weil sie da­mit das Ri­si­ko ei­ner un­zu­läs­si­gen Be­fris­tung aus­schlie­ßen. Wird der Ar­beits­ver­trag näm­lich mit ei­nem Sach­grund be­fris­tet, so müs­sen die­se Sach­grün­de im Zwei­fels­fall auch vor Ge­richt Be­stand ha­ben.

Grund­sätz­lich sind be­fris­te­tet Jobs nach An­sicht der IAB-For­scher nicht un­be­dingt ne­ga­tiv zu be­ur­tei­len. "Be­fris­te­te Ver­trä­ge wer­den häu­fig als ver­län­ger­te Pro­be­zeit ge­nutzt und füh­ren nicht sel­ten in un­be­fris­te­te Be­schäf­ti­gung", be­ton­te Ar­beits­markt­for­scher Ho­hen­dan­ner. So ha­be im Jahr 2018 die Über­nah­me­quo­te un­be­fris­tet Be­schäf­tig­ter mit 44,2 Pro­zent den höchs­ten Stand seit der ers­ten Mes­sung im Jahr 2009 er­reicht. Be­fris­tet Be­schäf­tig­te pro­fi­tier­ten of­fen­sicht­lich von der gu­ten Kon­junk­tur. Um­ge­kehrt er­hö­he ei­ne Wirt­schafts­flau­te das Ri­si­ko der Be­trof­fe­nen, nach dem En­de des Jobs ar­beits­los zu wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. Juli 2019

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