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Ber­lin: Mehr Lehr­lin­ge mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund

Der An­teil an Aus­zu­bil­den­den mit aus­län­di­schen Wur­zeln ist in Ber­lins öf­fent­li­chem Dienst und in den lan­des­ei­ge­nen Be­trie­ben auf ein Re­kord­hoch ge­stie­gen.
Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt durch Sprachkurs

19.06.2017. (dpa/wie) - Die Ber­li­ner Se­na­to­rin für In­te­gra­ti­on, Ar­beit und So­zia­les, El­ke Brei­ten­bach, be­grüßt die Ent­wick­lung des An­teils der Aus­zu­bil­den­den mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund.

Da­bei be­zieht sie sich auf ei­ne Er­he­bung des Be­ruf­li­chen Qua­li­fi­zie­rungs­netz­werks für Mi­gran­tin­nen und Mi­gran­ten (BQN) in Ber­lins öf­fent­li­chem Dienst und in den lan­des­ei­ge­nen Be­trie­ben.

Dem­nach wa­ren 547 der 2186 neu­en Azu­bis im Jahr 2016 ent­we­der selbst nach Deutsch­land ein­ge­reist oder hat­ten min­des­tens ein El­tern­teil, das nach Deutsch­land ge­kom­men ist. Das ent­spricht ei­nem Vier­tel (25,1 Pro­zent) und ei­nem An­stieg der Quo­te um fast vier Pro­zent ge­gen­über dem Jahr 2015 (21,4 Pro­zent).

Im öf­fent­li­chen Dienst weist das Be­zirks­amt Fried­richs­hain-Kreuz­berg mit 57,1 Pro­zent den größ­ten An­teil an Aus­zu­bil­den­den nicht­deut­scher Her­kunft auf. Da­nach fol­gen die Po­li­zei mit 32,1 Pro­zent und die Be­zirks­äm­ter Tem­pel­hof-Schö­ne­berg (27,8) und Neu­kölln (26,7). Im Vi­van­tes-Kli­ni­kum hat­ten fast die Hälf­te der neu ein­ge­stell­ten Azu­bis aus­län­di­sche Wur­zeln (48,0 Pro­zent).

Brei­ten­bach mahnt aber auch die vie­len Be­hör­den und Be­trie­be an, bei de­nen die Quo­te sta­gnie­ren oder sin­ken wür­de. "Die Ziel­mar­ke von 25 Pro­zent wird tat­säch­lich nur von we­ni­gen er­reicht", so die Se­na­to­rin.

Ne­ga­ti­ve Bei­spie­le sind laut der Stu­die die Be­zirks­äm­ter Lich­ten­berg (8,3 Pro­zent) und Trep­tow-Kö­pe­nick (0,0 Pro­zent) so­wie die Se­nats­in­nen­ver­wal­tung (7,0 Pro­zent). Auch die Hum­boldt-Uni­ver­si­tät (4,2 Pro­zent), die BVG (16,2 Pro­zent) und die BSR (17,6 Pro­zent) lie­gen deut­lich un­ter dem Durch­schnitt.

Der In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te An­dre­as Ger­mers­hau­sen be­ton­te, dass in Ber­lin et­wa 28 Pro­zent der Men­schen Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund hät­ten und dass der An­teil der jun­gen Leu­ten bis 18 Jah­re so­gar bei über 40 Pro­zent lie­ge. Dem­ent­spre­chend kön­ne Ber­lin bei der Aus­bil­dung "nach oben noch bes­ser wer­den".

Pro­ble­me sieht Ger­mers­hau­sen ins­be­son­de­re bei Schul­ab­gän­gern aus Fa­mi­li­en mit ho­her Ar­beits­lo­sig­keit. Die­se wür­den oft, u.a. we­gen Spach­pro­ble­men, an den Ein­stel­lungs­tests für Aus­bil­dun­gen schei­tern. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, sol­len 60 Lehr­stel­len zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den, bei de­nen auf die­se Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung ver­zich­tet wird. "Das soll die Qua­li­tät der Aus­bil­dung nicht schmä­lern, aber den Zu­gang ver­ein­fa­chen", er­klär­te der In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te.

Brei­ten­bach pla­ne au­ßer­dem Ge­sprä­che mit ver­schie­de­nen Bran­chen über die Ver­bes­se­rung von Hilfs­an­ge­bo­ten und Sprach­kur­sen für die vie­len Flücht­lin­ge, die nach Ber­lin ge­kom­men sind. Da­bei gab sie zu, dass die In­te­gra­ti­on von Asyl­su­chen­den in den Ar­beits­markt "ein schwie­ri­ger Weg" wer­de.


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Letzte Überarbeitung: 28. August 2017

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