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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/056

Kei­ne Zu­stim­mung des Be­triebs­rats im Leip­zi­ger BMW-Werk für mehr Leih­ar­beit

Är­ger um Leih­ar­beits­kräf­te im Leip­zi­ger BMW-Werk
Wanduhr

03.02.2012 (dpa/sn) - Der Be­triebs­rat des Leip­zi­ger BMW-Wer­kes geht ge­gen den mas­si­ven Ein­satz von Leih­ar­bei­tern vor. "Über 40 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter im BMW-Werk sind Leih­ar­bei­ter. Das ist nicht mehr hin­nehm­bar", sag­te Be­triebs­rats­chef Jens Köh­ler der in Hal­le er­schei­nen­den "Mit­tel­deut­schen Zei­tung" (Frei­tag­aus­ga­be). Es müs­se statt­des­sen mehr un­be­fris­te­te Fest­an­stel­lun­gen ge­ben.

Der Be­triebs­rat ver­wei­ger­te die Zu­stim­mung zur Ein­stel­lung von rund 1.100 neu­en Leih­ar­bei­tern. Der­zeit ge­be es be­reits 1.120 Zeit­ar­bei­ter. Der Streit be­schäf­ti­ge dem­nächst das Ar­beits­ge­richt Leip­zig, sag­te des­sen Spre­cher Frank Liedt­ke am Don­ners­tag. Es sei­en et­wa zehn Ver­fah­ren an­hän­gig, der ers­te Kam­mer­ter­min sei für den 15. Fe­bru­ar an­be­raumt. BMW will sich die feh­len­de Zu­stim­mung des Be­triebs­ra­tes vom Ar­beits­ge­richt er­set­zen las­sen.

Nach An­ga­ben von Werks­spre­cher Jo­chen Mül­ler be­schäf­tigt BMW in Leip­zig rund 2.800 Stamm­kräf­te. Da­zu kom­me ein "fle­xi­bler An­teil an Zeit­ar­beits­kräf­ten", auf den der Au­to­bau­er nicht ver­zich­ten kön­ne. "Es ist un­se­re un­ter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung, ei­ne Min­dest­ka­pa­zi­tät an Stamm­kräf­ten ein­zu­set­zen und den Be­darf dar­über hin­aus fle­xi­bel hand­ha­ben zu kön­nen." Das Au­to­ge­schäft un­ter­lie­ge Schwan­kun­gen, die mit Zeit­ar­bei­tern ab­ge­fe­dert wer­den könn­ten.

Wie der Ar­beits­ge­richts­streit aus­ge­hen könn­te, da­zu woll­te nie­mand ei­ne Pro­gno­se wa­gen. BMW-Spre­cher Mül­ler sag­te, Kern des Streits sei die Fra­ge, ob es ei­ne zeit­li­che Be­fris­tung zum Ein­satz von Leih­ar­bei­tern gibt. "Wir sa­gen: nein."

SPD-Chef Sig­mar Ga­bri­el, der das BMW-Werk am Mitt­woch be­sucht hat­te, er­klär­te, es ge­be in Leip­zig of­fen­sicht­lich "sehr mo­ti­vier­te und hoch qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter". "Was mich är­gert: Ob­wohl das Un­ter­neh­men dau­er­haft brummt, ist mehr als ein Drit­tel der Be­leg­schaft in Leih­ar­beit be­schäf­tigt. Die ur­sprüng­li­che Idee der Leih- und Zeit­ar­beit war es, Pro­duk­ti­ons­spit­zen ab­zu­de­cken. Was da bei BMW in Leip­zig - und na­tür­lich auch in an­de­ren Fir­men - pas­siert, hal­te ich für ei­nen Miss­brauch der Leih­ar­beit", schrieb Ga­bri­el auf Face­book.

BMW baut in Leip­zig meh­re­re Mo­del­le der 1er-Rei­he so­wie den kom­pak­ten Ge­län­de­wa­gen X1. Das Werk wird ge­ra­de für rund 400 Mil­lio­nen EUR er­wei­tert. Von 2013 an sol­len die neu­en Elek­tro­mo­del­le von BMW in Leip­zig ge­fer­tigt wer­den.

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Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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