HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/054

Bil­dungs­ur­laub in Ber­lin stär­ker ge­nutzt

Wei­ter­bil­dung ist in Ber­lin hoch im Kurs: Es man­gelt an Nach­wuchs, des­halb müs­sen die Un­ter­neh­men die ei­ge­nen Leu­te stär­ker qua­li­fi­zie­ren. Die Ein­stel­lung zum Bil­dungs­ur­laub ha­be sich ge­än­dert, stellt der DGB fest
Unterrichtsraum mit Kursleiter hinter Lehrerpult und einer Kursteilnehmerin, beide stehend Fort­bil­dun­gen wer­den zu­neh­mend in An­spruch ge­nom­men

17.02.2014. (dpa) - Bil­dungs­ur­laub wird nach Ein­schät­zung von Un­ter­neh­men und Ge­werk­schaf­ten in Ber­lin zu­neh­mend in An­spruch ge­nom­men.

Die Nach­fra­ge von Ar­beit­neh­mern nach Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­ten stei­ge deut­lich an, sag­ten Ex­per­ten der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) und des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) in ei­ner Um­fra­ge der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Haupt­grund da­für sei die sin­ken­de Zahl an Nach­wuchs­kräf­ten bei ei­ner gleich­zei­tig star­ken Kon­junk­tur.

Da­durch wer­de es schwie­ri­ger, qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter zu fin­den.

Die Rück­mel­dun­gen aus den Be­trie­ben zeig­ten, dass Bil­dungs­ur­laub in der Re­gel auf An­trag un­pro­ble­ma­tisch ge­währt wer­de, be­rich­te­te Da­ni­el Wu­cher­pfen­nig, Be­reichs­lei­ter Bil­dungs­po­li­tik beim DGB-Be­zirk Ber­lin-Bran­den­burg. Dass ein Chef die An­sicht ver­tre­te, «sei­ne Mit­ar­bei­ter soll­ten sich ge­fäl­ligst in ih­rer Frei­zeit wei­ter­bil­den», sei in­zwi­schen eher sel­ten.

Nach Aus­kunft der Se­nats­ver­wal­tung für Ar­beit wird aber bis­lang in Ber­lin nicht zen­tral er­fasst, wie vie­le Ar­beit­neh­mer den Bil­dungs­ur­laub in An­spruch neh­men. Der DGB kri­ti­siert das. Denn die Trä­ger der Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen sind laut Ge­setz ver­pflich­tet, der Be­hör­de Aus­kunft über Ge­gen­stand, Ver­lauf und Teil­neh­mer­zahl zu er­tei­len. In an­de­ren Bun­des­län­dern gibt es sol­che Sta­tis­ti­ken.

Die IHK Ber­lin be­ob­ach­te bei den von ihr ab­ge­nom­me­nen Fort­bil­dungs­prü­fun­gen "ei­nen ste­ti­gen Trend nach oben", sag­te der Be­reichs­lei­ter Wei­ter­bil­dung, Ste­fan Ma­thews. Im Jahr 2009 nah­men bei der IHK 2630 Men­schen an die­sen Prü­fun­gen teil. Die Zahl er­höh­te sich kon­ti­nu­ier­lich, zu­letzt von 3394 im Jahr 2012 um 6,2 Pro­zent auf 3605 im Jahr 2013.

Die Ber­li­ner Un­ter­neh­men spür­ten im­mer stär­ker, "dass sie ih­re Aus­bil­dungs­plät­ze teil­wei­se nicht mehr be­set­zen kön­nen und das Po­ten­zi­al an jun­gen Leu­ten nicht mehr so um­fang­reich ist wie in ver­gan­ge­nen Jah­ren", so Ma­thews. Das stei­gen­de Durch­schnitts­al­ter und die dy­na­mi­sche Wirt­schafts­ent­wick­lung trä­fen der­zeit "so un­güns­tig auf­ein­an­der, dass sie in man­chen Be­rei­chen schon ei­nen ech­ten Fach­kräf­te­man­gel ha­ben". Das ver­stär­ke die An­stren­gun­gen der Un­ter­neh­men, die ei­ge­nen Mit­ar­bei­ter wei­ter­zu­bil­den.

Im Land Ber­lin be­trägt der An­spruch auf Bil­dungs­ur­laub wie in den meis­ten an­de­ren Bun­des­län­dern zehn Ar­beits­ta­ge in­ner­halb von zwei Jah­ren. Für Ar­beit­neh­mer und Aus­zu­bil­den­de im Al­ter bis 25 Jah­re sind so­gar zehn Ar­beits­ta­ge Frei­stel­lung in ei­nem Ka­len­der­jahr vor­ge­se­hen. Die Fort­bil­dungs­kur­se müs­sen von der Se­nats­ver­wal­tung ge­neh­migt sein.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 16. September 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de