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Bo­chu­mer Ou­to­kum­pu-Stahl­werk schließt frü­hes­tens im Sep­tem­ber 2015

Der fin­ni­sche Edel­stahl­her­stel­ler Ou­to­kum­pu und die IG Me­tall ha­ben sich nach mo­na­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen ge­ei­nigt: Das Werk in Bo­chum wird wohl 2015 ge­schlos­sen. Kommt es so­weit, er­hält je­der Mit­ar­bei­ter 10 000 Eu­ro ex­tra - und ei­ne Ar­beits­platz­ga­ran­tie
Schild vor Rollgitter WIR SCHLIESSEN Was wird aus den An­ge­stell­ten?

31.03.2014. (dpa) - Das Ou­to­kum­pu-Edel­stahl­werk in Bo­chum schließt frü­hes­tens im Sep­tem­ber 2015.

Dar­auf ha­ben sich die IG Me­tall und der fin­ni­sche Edel­stahl­kon­zern Ou­to­kum­pu am Sonn­tag in Kre­feld ge­ei­nigt, wie die Ge­werk­schaft in Düs­sel­dorf mit­teil­te.

Zu­vor wer­de al­ler­dings bis En­de Fe­bru­ar ei­ne Ju­ry über­prü­fen, ob ei­ne Ver­la­ge­rung der Schmelz­ka­pa­zi­tä­ten in zwei an­de­re Stand­or­te im Aus­land über­haupt tech­nisch mög­lich sei.

Bei po­si­ti­vem Aus­gang des Tests kön­ne das Stahl­werk dann frü­hes­tens nach sechs Mo­na­ten ge­schlos­sen wer­den.

Kei­ner der der­zeit 450 Be­schäf­tig­ten ha­be ei­nen Ar­beits­platz­ver­lust zu be­fürch­ten, hieß es von der IG Me­tall wei­ter. Es sei si­cher­ge­stellt, dass den Be­schäf­tig­ten al­ter­na­ti­ve und gleich­wer­ti­ge Ar­beits­plät­ze bei Thys­sen­Krupp, Ou­to­kum­pu oder HKM an­ge­bo­ten wer­den. Au­ßer­dem ge­be es ei­nen fi­nan­zi­el­len Aus­gleich so­wie ei­ne Zu­satz­zah­lung in Hö­he von 10 000 Eu­ro pro Mit­ar­bei­ter. Ver­han­delt wur­de un­ter Lei­tung von Kon­zern­chef Mi­ka Sei­to­vir­ta und IG Me­tall NRW-Be­zirks­lei­ter Knut Gies­ler.

In ei­ner Mit­tei­lung von Ou­to­kum­pu wur­de die Über­prü­fung nicht er­wähnt. Dort hieß es le­dig­lich: "Das Bo­chu­mer Stahl­werk wird in 2015 nach ei­nem er­folg­rei­chen Ver­la­ge­rungs­pro­zess ge­schlos­sen." Wie das Un­ter­neh­men wei­ter mit­teil­te, wird das Kalt­walz­werk in Düs­sel­dorf-Ben­rath vor­aus­sicht­lich 2016 ge­schlos­sen. Die 450 Be­schäf­tig­ten sol­len nach An­ga­ben ei­nes Un­ter­neh­mens­spre­chers ent­we­der in Kre­feld wei­ter­ar­bei­ten kön­nen, zu Thys­sen­Krupp wech­seln oder in den Vor­ru­he­stand ge­hen. Die Schlie­ßung die­ses Werks stand schon län­ger fest.

Die Ge­werk­schaft und das Un­ter­neh­men ei­nig­ten sich zu­dem dar­auf, den Aus­schluss be­triebs­be­ding­ter Kün­di­gun­gen an al­len deut­schen Stand­or­ten um fünf Jah­re bis En­de 2020 zu ver­län­gern. Der­zeit hat Ou­to­kum­pu in Deutsch­land rund 3500 Be­schäf­tig­te. Die Stand­or­te sind in Nord­rhein-West­fa­len Bo­chum, Kre­feld, Dah­ler­brück und Düs­sel­dorf-Ben­rath, in Hes­sen Dil­len­burg. Das am Sonn­tag ver­ein­bar­te Kon­zept füh­re zu ei­nem Stel­len­ab­bau von 1000 Mit­ar­bei­tern in Deutsch­land, teil­te Ou­to­kum­pu wei­ter mit.

Ab­ma­chun­gen gab es auch über be­reits ver­ein­bar­te In­ves­ti­tio­nen. Un­ter an­de­rem sol­len am Stand­ort Kre­feld in ei­nem ers­ten Schritt 108 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert wer­den. Wei­te­re 136 Mil­lio­nen Eu­ro sol­len dort bei ent­spre­chen­der Markt­la­ge um­ge­setzt wer­den.

Gies­ler äu­ßer­te sich zu­frie­den mit dem Er­geb­nis: "Für die Be­schäf­tig­ten be­deu­tet dies, dass sie Ge­wiss­heit über die Zu­kunft der Stand­or­te und ih­rer Ar­beits­plät­ze ha­ben. Nur mit dem Druck der Be­schäf­tig­ten war die­se Lö­sung zu er­rei­chen." Ou­to­kum­pu-Vor­stands­chef Mi­ka Sei­to­vir­ta sag­te laut ei­ner Mit­tei­lung: "Das ist ein wich­ti­ger Mei­len­stein auf un­se­rem Weg hin zu ei­ner nach­hal­ti­gen Pro­fi­ta­bi­li­tät." Ins­be­son­de­re durch Ab­bau von Über­ka­pa­zi­tä­ten so­wie an­de­re Maß­nah­men er­gä­ben sich Ein­spa­run­gen in Hö­he von rund 100 Mil­lio­nen Eu­ro.

Mit der Ei­ni­gung en­det ein mo­na­te­lan­ger Kon­flikt. Der tief in die ro­ten Zah­len ge­rutsch­te Edel­stahl­her­stel­ler hat­te an­ge­kün­digt, das Bo­chu­mer Werk mit 450 Be­schäf­tig­ten im kom­men­den Jahr schlie­ßen zu wol­len. Die IG Me­tall hat­te ein ei­ge­nes Kon­zept zum Er­halt des Werks vor­ge­legt und auf ei­ner "er­geb­nis­of­fe­nen Prü­fung" be­stan­den. Auch hat­te die Ge­werk­schaft ei­ne Ein­hal­tung der gel­ten­den Ta­rif­ver­trä­ge ge­for­dert, die ei­ne Schlie­ßung frü­hes­tens 2016 mög­lich ma­che.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 24. August 2016

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