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Bo­chu­mer wol­len er­neut über Ta­rif­ver­trag ab­stim­men - Opel lehnt ab

Nur die Bo­chu­mer Be­leg­schaft hat den Sa­nie­rungs­plan bei Opel ab­ge­lehnt, die Mit­ar­bei­ter der an­de­ren deut­schen Wer­ke stimm­ten zu: Die Fol­ge: En­de 2014 läuft die Au­to­pro­duk­ti­on in Bo­chum aus. Nun wün­schen sich vie­le ei­ne neue Ab­stim­mung. Opel ist da­ge­gen
Schild vor Rollgitter WIR SCHLIESSEN

26.04.2013. (dpa) - Im­mer mehr Opel-Mit­ar­bei­ter in Bo­chum wol­len an­ge­sichts des na­hen­den En­des der Au­to­pro­duk­ti­on am Stand­ort ihr Nein zum Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag für den Au­to­bau­er kor­ri­gie­ren.

Im März hat­ten sie den Plan ab­ge­lehnt, der ei­ne Ver­län­ge­rung der Au­to­pro­duk­ti­on um zwei Jah­re bis En­de 2016 vor­sah.

In­zwi­schen wün­schen sich nach Ge­werk­schafts­an­ga­ben vie­le Mit­ar­bei­ter ei­ne er­neu­te Ab­stim­mung.

"Wir wer­den von zahl­rei­chen Mit­glie­dern bei Opel an­ge­spro­chen, die zwi­schen­zei­tig das Ver­hand­lungs­er­geb­nis neu be­wer­ten", er­klär­te der Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall in NRW, Knut Gies­ler, am Don­ners­tag.

Ein Ge­werk­schafts­spre­cher sag­te: "Vie­le Be­schäf­tig­te ha­ben ge­glaubt, dass das nicht das letz­te Wort ist." Für sie wer­de die Per­spek­ti­ve nun rea­ler, dass 2014 wirk­lich Schluss sei. Zu­vor hat­ten die Zei­tun­gen der WAZ-Grup­pe be­rich­tet.

Ei­ne neue Ab­stim­mung lehnt die Adam Opel AG aber ab. "Mit je­der neu­en Dis­kus­si­on und jeg­li­cher Ver­zö­ge­rung ver­schwen­den wir nur wert­vol­le Zeit", schrieb der Bo­chu­mer Werks­lei­ter Man­fred Gell­rich in ei­nem Brief an die Mit­ar­bei­ter.

In der Opel-Zen­tra­le in Rüs­sels­heim wird die De­bat­te über ei­ne neu­er­li­che Ab­stim­mung als un­sin­nig zu­rück­ge­wie­sen. Das Vo­tum sei ein de­mo­kra­ti­scher Akt ge­we­sen, al­le Fak­ten hät­ten auf dem Tisch ge­le­gen.

Der Bo­chu­mer Be­triebs­rats­chef Rai­ner Ei­nen­kel trat der Kri­tik ent­ge­gen, er ha­be die Opel-Mit­ar­bei­ter vor der Ab­stim­mung nicht aus­rei­chend in­for­miert. "Die Bo­chu­mer Be­leg­schaft war die be­st­in­for­mier­te und die ein­zi­ge, die den Ta­rif­ver­trag voll­stän­dig vor­lie­gen hat­te", sag­te Ei­nen­kel der dpa. Von Ten­den­zen in der Be­leg­schaft, die Ab­stim­mung zu wie­der­ho­len, wis­se er nichts.

In Bo­chum sol­len nach dem En­de der Au­to­pro­duk­ti­on mög­lichst vie­le al­ter­na­ti­ve In­dus­trie­ar­beits­plät­ze ent­ste­hen. "Klar ist: Bo­chum wird ei­ne Per­spek­ti­ve ha­ben und die Be­schäf­tig­ten wer­den ei­ne Per­spek­ti­ve ha­ben", sag­te NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter Gar­relt Du­in (SPD) in ei­ner Ak­tu­el­len St­un­de des Land­tags. In dem Bo­chu­mer Werk sind der­zeit noch 3200 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt. Nach heu­ti­gem Stand wer­den ab 2015 nur noch rund 420 Men­schen in ei­nem Wa­ren­ver­teil­zen­trum ar­bei­ten.

Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) wies Vor­wür­fe zu­rück, sie per­sön­lich ha­be sich nicht aus­rei­chend für die Opel­aner en­ga­giert. Sie neh­me ih­re per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung wahr. Aber: "Wir sind nicht die, die die gro­ßen Show­ter­mi­ne su­chen." So­li­da­ri­tät be­deu­te, di­rekt mit der Be­leg­schaft zu spre­chen - oh­ne lau­fen­de Ka­me­ras.

CDU-Frak­ti­ons­chef Karl-Jo­sef Lau­mann hielt Kraft vor, an­ders als die Re­gie­rungs­chefs der üb­ri­gen Bun­des­län­der mit Opel-Stand­or­ten ha­be sie das The­ma nicht zur Chef­sa­che ge­macht. Nun müs­se sie sich per­sön­lich da­für ein­set­zen, dass es zu ei­ner ver­läss­li­chen Ver­ein­ba­rung für mög­lichst vie­le Ar­beits­plät­ze in Bo­chum kom­me.

FDP-Frak­ti­ons­chef Chris­ti­an Lind­ner warf Kraft vor, sie tra­ge ei­ne Mit­ver­ant­wor­tung für das Nein Opel­aner zum Sa­nie­rungs­plan. Kraft hät­te zwi­schen Ma­nage­ment und Be­leg­schaft ver­mit­teln müs­sen.

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Letzte Überarbeitung: 6. Dezember 2014

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