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Bom­bar­dier streicht in Deutsch­land of­fen­bar 2.500 Stel­len

Stel­len­ab­bau hat­te der Bahn­tech­nik­her­stel­ler Bom­bar­dier längst an­ge­kün­digt: Doch es könn­te die deut­schen Wer­ke viel här­ter tref­fen als ge­dacht. Ei­nem Be­richt zu­fol­ge ist je­der vier­te Job be­droht. Das Un­ter­neh­men be­stä­tigt die Zah­len zu­nächst nicht
Bahnhof, Zug, Versetzung Wie vie­le Ar­beits­plät­ze sind ge­fähr­det?

10.12.2016. (dpa) - Beim Zug­bau­er Bom­bar­dier gibt es kurz vor Weih­nach­ten neue Un­si­cher­heit über Tau­sen­de Ar­beits­plät­ze.

Ei­nem Be­richt des "Han­dels­blatt" zu­fol­ge will der ka­na­di­sche Kon­zern in Deutsch­land deut­lich mehr Stel­len ab­bau­en als bis­her be­kannt.

In den säch­si­schen Wer­ken in Gör­litz und Baut­zen so­wie im bran­den­bur­gi­schen Hen­nigs­dorf sei­en 2.500 Jobs in Ge­fahr.

Die­se Zahl wur­de nach In­for­ma­tio­nen des MDR am Frei­tag auch in ei­ner Auf­sichts­rats­sit­zung ge­nannt. Das Un­ter­neh­men be­stä­tig­te sie nicht. "Ich weiß nicht, wo­her das kommt", sag­te Bom­bar­dier-Prä­si­dent Lau­rent Tro­ger am Frei­tag. Erst im Ju­ni kön­ne er De­tails zum an­ge­kün­dig­ten Mo­der­ni­sie­rungs­kon­zept nen­nen. Tro­ger wies al­ler­dings dar­auf hin, dass ei­ni­ge Pro­jek­te in den deut­schen Wer­ken bis En­de 2018 aus­lie­fen und die Ar­beits-Aus­las­tung des­we­gen sin­ke.

Der Kon­zern mit sei­nen Spar­ten Flug­zeu­ge und Zü­ge hat­te im Ok­to­ber an­ge­kün­digt, bis En­de 2018 in Pro­duk­ti­on und Ver­wal­tung welt­weit rund 7.500 Stel­len zu strei­chen, da­von et­wa 5.000 im Bahn­sek­tor. Im Früh­jahr be­gann der Ab­bau von 1.430 der hier­zu­lan­de da­mals knapp 10.000 Ar­beits­plät­ze. Zum Stand­ort Deutsch­land be­ken­ne sich Bom­bar­dier aber klar, be­ton­te der neue Deutsch­land­chef Mi­cha­el Foh­rer. "Die wich­tigs­ten Ent­wick­lun­gen und Pro­duk­tio­nen kom­men wei­ter aus Deutsch­land." Schlie­ßun­gen se­he das Mo­der­ni­sie­rungs­kon­zept nicht vor.

Das Pro­gramm sei nö­tig, weil Preis­druck und Wett­be­werb zu­näh­men, sag­te Tro­ger. Bom­bar­dier müs­se sich auf die In­dus­trie 4.0 ein­stel­len. Das wer­de welt­weit Ar­beits­plät­ze be­ein­flus­sen, müs­se aber nicht gleich Job­ver­lus­te be­deu­ten.

Der Kon­zern er­war­tet nach frü­he­ren An­ga­ben vom welt­wei­ten Stel­len­ab­bau, der Spe­zia­li­sie­rung der Stand­or­te und klar de­fi­nier­ten Kom­pe­tenz­zen­tren für De­sign, Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on bis En­de 2018 Kos­ten­ein­spa­run­gen von rund 300 Mil­lio­nen US-Dol­lar (275 Mio Eu­ro). Der Ge­samt­be­triebs­rat hat Ge­gen­vor­schlä­ge für mehr Pro­duk­ti­vi­tät und Ef­fi­zi­enz vor­ge­legt, oh­ne dass Ar­beits­plät­ze ver­lo­ren ge­hen müss­ten.

In Hen­nigs­dorf droht das En­de ei­ner 100-jäh­ri­gen Tra­di­ti­on in der Se­ri­en­pro­duk­ti­on von Schie­nen­fahr­zeu­gen. Dort sol­len nach An­ga­ben der Ge­werk­schaft IG Me­tall nur noch Ent­wick­lung, Kon­struk­ti­on und wo­mög­lich der Bau von Pro­to­ty­pen blei­ben. 500 zu­sätz­li­che Ar­beits­plät­ze sei­en be­droht. Die IG Me­tall hat­te mas­si­ven Wi­der­stand ge­gen Stel­len­strei­chun­gen an­ge­kün­digt. Bis­her gibt es in Gör­litz rund 1.900 Be­schäf­tig­te, in Baut­zen rund 1.100 und in Hen­nigs­dorf bei Ber­lin zu Jah­res­be­ginn noch rund 2.500.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 15. November 2017

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