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Bom­bar­dier stellt 100 Schwei­ßer auf Zeit ein

Der ka­na­di­sche Fahr­zeug­her­stel­ler Bom­bar­dier will ei­gent­lich deutsch­land­weit Stel­len ab­bau­en: Für den Bau der Dop­pel­stock­zü­ge der Deut­schen Bahn muss das Un­ter­neh­men nun im Gör­lit­zer Werk Leih­ar­bei­ter ein­stel­len
Wie geht es mit den Wer­ken in Sach­sen wei­ter?

12.08.2016. (dpa) - Ei­gent­lich herrscht Som­mer­pau­se bei den Ver­hand­lun­gen über die Stel­len­strei­chun­gen in den säch­si­schen Bom­bar­dier-Stand­or­ten.

Erst in zwei bis drei Wo­chen wol­len sich, so Jan Ot­to von der IG Me­tall, Ge­schäfts­füh­rung, Ge­werk­schaft und Be­triebs­rä­te wie­der an ei­nen Tisch set­zen, um über die Zu­kunft der Mit­ar­bei­ter zu spre­chen.

Da sorgt ei­ne Stel­len­an­zei­ge des ka­na­di­schen Kon­zerns für Ver­wir­rung. Für den Stand­ort Gör­litz wer­den et­wa 100 Schwei­ßer ge­sucht. Wie Un­ter­neh­mens­spre­cher An­dre­as Die­ne­mann sag­te, wer­den die Leih­ar­bei­ter bei ei­nem Auf­trag für die Dop­pel­stock­zü­ge der Deut­schen Bahn ge­braucht.

Die Ein­stel­lung be­grün­det Die­ne­mann mit Ar­bei­ten, die für ei­nen spä­te­ren Zeit­punkt ge­plant wa­ren und nun nach vorn ge­zo­gen wer­den sol­len. "Da­mit wol­len wir un­se­re Pro­jek­t­ab­läu­fe op­ti­mie­ren", so Die­ne­mann. Die­se An­pas­sun­gen sind Teil des Um­bau-Pro­gramms des Fahr­zeug­her­stel­lers. Im No­vem­ber 2015 teil­te das Un­ter­neh­men mit, die bei­den säch­si­schen Wer­ke zu ei­nem Zen­trum beim Er­halt bei­der Stand­or­te zu­sam­men­zu­le­gen. Drei Mo­na­te spä­ter folg­te die An­kün­di­gung, in Deutsch­land 1.430 der knapp 10.500 Ar­beits­plät­ze zu strei­chen.

Dem­nach soll­ten ur­sprüng­lich 240 Ar­beits­plät­ze in Baut­zen und Gör­litz so­wie 200 Stel­len in Hen­nigs­dorf ein­ge­spart wer­den. Der Kür­zungs­plan be­trifft au­ßer­dem Hun­der­te Leih­ar­bei­ter. Vie­len von ih­nen wur­den be­reits die Ar­beits­ver­trä­ge nicht ver­län­gert. Der­zeit be­schäf­tigt Bom­bar­dier in den säch­si­schen Wer­ken gut 3.000 Mit­ar­bei­ter. Im No­vem­ber 2015 wa­ren es nach da­ma­li­gen Un­ter­neh­mens­an­ga­ben noch 700 Be­schäf­tig­te mehr. Wie Die­ne­mann sag­te, er­fol­gen die Per­so­nal­an­pas­sun­gen ent­spre­chend den An­for­de­run­gen der pro­jekt­be­ding­ten Aus­las­tung.

Die IG Me­tall be­ton­te im­mer wie­der, es ge­he um den Er­halt bei­der Stand­or­te in Ost­sach­sen. Ei­nen Teil­er­folg gab es En­de Ju­ni für die Be­leg­schaft. Da­mals hieß es nach Ge­sprä­chen zwi­schen Un­ter­neh­men und Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern, 60 Stel­len der Stamm­be­leg­schaft soll­ten ge­si­chert wer­den. Vor­aus­set­zung da­für sei ei­ne Ver­bes­se­rung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit und die Un­ter­stüt­zung durch das Land in Form von In­no­va­ti­ons­för­de­rung. Die­se hat­te Sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Mar­tin Du­lig (SPD) an ei­ne Stand­ort­ga­ran­tie ge­knüpft.

Für die Bom­bar­dier-Mit­ar­bei­ter ist nichts von Som­mer­pau­se zu spü­ren. Im Werk Gör­litz ent­ste­hen der­zeit laut Die­ne­mann ne­ben den Roh­bau­ten der Dop­pel­stock­zü­ge für die Deut­sche Bahn, Dop­pel­stock­zü­ge für die Schwei­ze­ri­sche Staats­bahn, Dop­pel­stock­zü­ge für die Is­rae­li­sche Staats­bahn und Wa­gen­käs­ten für den ICE 4. Die Baut­zener Bom­bar­dier-Mit­ar­bei­ter küm­mern sich um den In­nen­aus­bau der Dop­pel­stock­zü­ge. Au­ßer­dem fer­ti­gen sie Stra­ßen­bah­nen für Frank­furt/Main, Köln, Düs­sel­dorf und Ber­lin.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 16. August 2016

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