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Bran­den­burg will Ta­rif­ver­trag für Pfle­ge­kräf­te

Ge­ra­de im Pfle­ge­be­reich macht sich zu­neh­mend der Fach­kräf­te­man­gel be­merk­bar: Pfle­ge­kräf­te ver­die­nen nicht nur An­er­ken­nung, auch das Geld muss stim­men - so will es die Lan­des­re­gie­rung
Stel­len Ta­rif­ver­trä­ge ei­nen An­reiz für Pfle­ger dar?

30.09.2013. (dpa) - Bran­den­burg setzt sich für ei­nen all­ge­mein ver­bind­li­chen Ta­rif­ver­trag für Pfle­ge­kräf­te ein.

"Da kann ge­klärt wer­den, was Pfle­ge­kräf­te zu ver­die­nen ha­ben und wo die un­te­re Lohn­gren­ze in die­sem Be­ruf an­zu­sie­deln ist", sag­te Bran­den­burgs So­zi­al­mi­nis­ter Gün­ter Baas­ke (SPD).

Der wach­sen­de Per­so­nal­be­darf in die­ser Bran­che kön­ne nur dann ge­deckt wer­den, wenn auch die Be­schäf­ti­gungs­be­din­gun­gen at­trak­ti­ver wer­den.

"Der bis­he­ri­ge Min­dest­lohn von acht Eu­ro für Pfle­ge­kräf­te seit die­sem Ju­li ist kein An­reiz, in der Bran­che ei­nen Job an­zu­fan­gen", be­ton­te Baas­ke. Im Wes­ten be­kä­men die Mit­ar­bei­ter neun Eu­ro. "Die un­ter­schied­li­chen Ost- und West­min­dest­löh­ne müs­sen end­lich an­ge­gli­chen wer­den", sag­te er.

Die meis­ten aus­ge­bil­de­ten Pfle­ge­fach­kräf­te wür­den zu­dem nach un­ter­schied­li­chen Haus­ta­rif­ver­trä­gen ent­lohnt.

Bran­den­burg ist nach Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit 3,8 Pro­zent das Bun­des­land mit dem höchs­ten An­teil an Pfle­ge­be­dürf­ti­gen in der Ge­samt­be­völ­ke­rung. Im Jahr 1999 gab es in der Mark 64 000 Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, 2011 rund 96 000, und bis 2030 wer­den 160 000 vor­aus­ge­sagt. Das wä­ren mehr als sie­ben Pro­zent der Bran­den­bur­ger. Der Be­darf an Pfle­ge­kräf­ten steigt dann im­mer mehr an. Statt 29 000 Be­schäf­tig­te in dem Be­reich 2011 wer­den 2030 mehr als 54 000 er­for­der­lich sein.

Es müs­se ge­lin­gen, mehr jun­ge Men­schen für die Ar­beit in der Pfle­ge zu be­geis­tern, sag­te Baas­ke. Da­bei spie­le auch der ge­zahl­te Lohn ei­ne wich­ti­ge Rol­le. In Bran­den­burg spre­chen nach sei­nen An­ga­ben die Ta­rif­par­tei­en - Ver­tre­ter der Li­ga der Spit­zen­ver­bän­de der Frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge, des Bun­des­ver­ban­des pri­va­ter An­bie­ter so­zia­ler Diens­te und der Ge­werk­schaf­ten - der­zeit über ei­nen Ta­rif­ver­trag.

"Soll­te ein Ta­rif­ver­trag mit ent­spre­chend ho­hen Löh­nen ab­ge­schlos­sen wer­den, wür­de ich nichts lie­ber tun, als ihn so­fort für all­ge­mein­ver­bind­lich zu er­klä­ren", sag­te Baas­ke. Vor­aus­set­zung sei al­ler­dings die ta­rif­li­che Bin­dung von min­des­tens der Hälf­te al­ler Be­schäf­tig­ten in der Pfle­ge­bran­che.

In die­sem Ok­to­ber star­tet an der neu­en Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät am Stand­ort Senf­ten­berg (Ober­spree­wald-Lau­sitz) der ers­te Stu­di­en­gang Pfle­ge­wis­sen­schaf­ten. Po­ten­zi­al zur Si­che­rung der Fach­kräf­te in dem Be­reich gibt es auch in an­de­ren Be­rei­chen. Noch ha­ben we­ni­ger als ein Drit­tel der Ar­beit­neh­mer in den Ein­rich­tun­gen ei­nen Ganz­tags­ver­trag.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 6. September 2014

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