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Bsirs­ke setzt bei Ama­zon auf all­ge­mein­ver­bind­li­che Ta­rif­re­geln

In der Hoch­pha­se des Weih­nachts­ge­schäfts setzt Ver­di im Dau­er­streit mit Ama­zon wie­der auf Streik: Doch im nächs­ten Jahr kommt nach An­sicht von Ge­werk­schafts­boss Bsirs­ke noch auf an­de­re Art Druck auf den Ver­sand­händ­ler zu
Streik sechs Streikende Wird es ei­ne All­ge­mein­ver­bind­lich­keit des Ta­rif­ver­trags ge­ben?

24.12.2015. (dpa) - Im zä­hen Kon­flikt um ei­nen Ta­rif­ver­trag bei Ama­zon setzt Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke nun dar­auf, den Bran­chen­kon­trakt für all­ge­mein­ver­bind­lich zu er­klä­ren.

"Ein schnel­ler Durch­bruch zu ta­rif­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen ist auch nach zwei­ein­halb Jah­ren nicht in Sicht", sag­te Bsirs­ke der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin.

"Die Streiks zei­gen aber in­di­rekt Wir­kung. Ama­zon ver­sucht, mit klei­nen fi­nan­zi­el­len Zu­ge­ständ­nis­sen den Ar­beits­kampf zu un­ter­lau­fen - er­folg­los", sag­te Bsirs­ke.

"Wir und die Be­schäf­tig­ten wer­den den Druck auf­recht­er­hal­ten", kün­dig­te der Ver­di-Chef an.

"Ein wei­te­rer An­ker ist für uns die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit des Ta­rif­ver­trags im Ein­zel­han­del", sag­te Bsirs­ke. "Wir sind be­reits in Ver­hand­lun­gen un­ter an­de­rem über ei­ne neue Ent­gelt­struk­tur", er­läu­ter­te er. "Wenn es da im Lauf der nächs­ten Mo­na­te zu ei­nem Er­geb­nis kommt, ist das The­ma der All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung auf der Ta­ges­ord­nung."

Bsirs­ke be­ton­te: "Die­ser Schritt wür­de auch Ama­zon be­tref­fen." Er mein­te: "Die Po­li­tik ist be­reit, das Ta­rif­sys­tem in Deutsch­land zu stär­ken."

Hin­ter­grund ist, dass Re­ge­lun­gen ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges ei­ner Bran­che für al­le Be­schäf­tig­ten die­ses In­dus­trie­zweigs gel­ten, wenn das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um ihn für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klärt. Das gilt dann auch für je­ne, die in nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Un­ter­neh­men ar­bei­ten.

Erst zum Wo­chen­start hat­ten Mit­ar­bei­ter des Ver­sand­händ­lers er­neut an meh­re­ren Stand­or­ten die Ar­beit nie­der­ge­legt. Der Aus­stand soll­te zum Teil bis Hei­lig­abend dau­ern, so et­wa in Leip­zig. Ver­di for­dert ei­nen Ta­rif­ver­trag nach den Be­din­gun­gen des Ein­zel- und Ver­sand­han­dels. Das wür­de für die Mit­ar­bei­ter mehr Si­cher­heit und hö­he­re Löh­ne be­deu­ten.

Der US-Kon­zern wei­gert sich bis­her, Ta­rif­ver­hand­lun­gen auf­zu­neh­men. Das Un­ter­neh­men sieht sich als Lo­gis­ti­ker und ver­weist auf ei­ne Be­zah­lung am obe­ren En­de des Bran­chen­üb­li­chen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. November 2016

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