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Bsirs­ke: Lan­ge Streiks in Ki­tas mög­lich

Lär­men­de Kin­der, schwie­ri­ge El­tern, Bü­ro­kra­tie - die An­for­de­run­gen an Er­zie­he­rin­nen sind hoch: Ih­re Be­zah­lung aber nicht, kri­ti­sie­ren Ge­werk­schaf­ten. Sie be­rei­ten El­tern auf ei­nen lan­gen Ta­rif­streit vor
Wie lan­ge wer­den die Ver­hand­lun­gen dau­ern?

07.04.2015. (dpa) - Fa­mi­li­en in ganz Deutsch­land müs­sen sich mög­li­cher­wei­se auf wo­chen­lan­ge Streiks in den Ki­tas ein­stel­len.

Die kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber lehn­ten ei­ne bes­se­re Be­zah­lung für Er­zie­her schlicht ab und leug­ne­ten jeg­li­chen Hand­lungs­be­darf, sag­te Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke der Deut­schen Pres­se-Agen­tur zum Ver­lauf der bis­he­ri­gen Ta­rif­ge­sprä­che.

"Wenn die Ar­beit­ge­ber­sei­te die­se Hal­tung wei­ter ver­folgt, steu­ern wir auf ei­ne schar­fe Kon­fron­ta­ti­on zu."

Der­zeit sei­en die Ta­rif­part­ner wei­ter aus­ein­an­der als bei den Ver­hand­lun­gen 2009. Und da­mals sei zwölf Wo­chen lang ge­streikt wor­den.

Die Ge­werk­schaf­ten Ver­di und GEW for­dern ei­ne bes­se­re Ein­grup­pie­rung und da­mit Be­zah­lung von 240 000 Kin­der­pfle­gern, Er­zie­hern und So­zi­al­ar­bei­tern in kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen. Ver­di spricht von ei­ner Ein­kom­mens­ver­bes­se­rung von rund zehn Pro­zent. In­di­rekt sol­len von ei­nem Ta­rif­er­geb­nis auch mehr als 500 000 Be­schäf­tig­te bei frei­en und kirch­li­chen Trä­gern pro­fi­tie­ren, da Ta­rif­ver­trä­ge hier über­nom­men wer­den oder als Ori­en­tie­rung die­nen. Die Ver­ei­ni­gung Kom­mu­na­ler Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de wies pau­scha­le Er­hö­hun­gen wie­der­holt zu­rück.

Da­bei sei­en die päd­ago­gi­schen An­for­de­run­gen im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst si­gni­fi­kant ge­stie­gen, sag­te Bsirs­ke. Er­zie­her müss­ten Bil­dungs­plä­ne für je­des Kind auf­stel­len, El­tern- und In­te­gra­ti­ons­ar­beit leis­ten. "Die­ser Be­reich wird wich­ti­ger für die früh­kind­li­che Bil­dung, für die Chan­cen­ent­wick­lung, für die In­te­gra­ti­on von Kin­dern mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund, für die In­klu­si­on."

Das Ar­gu­ment feh­len­der Fi­nan­zen bei den kom­mu­na­len Ar­beit­ge­bern will Bsirs­ke nicht gel­ten las­sen. Die Steu­er­ein­nah­men von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen sei­en deut­lich ge­stie­gen - und das set­ze sich nach al­len Pro­gno­sen in den nächs­ten Jah­ren fort. "Wenn wir sol­che Ar­gu­men­te in die­ser Si­tua­ti­on ak­zep­tier­ten, könn­ten wir uns mit der Auf­wer­tung der so­zia­len Be­ru­fe gleich auf zwei bis drei Jahr­zehn­te ver­ta­gen. Das kön­nen wir uns ge­sell­schaft­lich nicht leis­ten", sag­te der Ver­di-Chef.

In dem Ta­rif­kon­flikt hat­te es zu­letzt mehr­fach Warn­streiks in Ki­tas, Be­hin­der­ten­werk­stät­ten und Ju­gend­hil­fe-Ein­rich­tun­gen ge­ge­ben. Für die Zeit nach Os­tern ha­ben die Ge­werk­schaf­ten neue Ak­tio­nen an­ge­kün­digt. Die nächs­ten Ta­rif­ge­sprä­che sind am kom­men­den Don­ners­tag (9. April) in Düs­sel­dorf ge­plant.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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