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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/010

Bsirs­ke vor Ta­rif­run­de: "Im Zwei­fels­fall kön­nen wir es­ka­lie­ren"

Öf­fent­li­cher Dienst im Fo­kus: Am Mon­tag kom­men sei­ne Ver­tre­ter bei der Jah­res­ta­gung des Be­am­ten­bunds zu­sam­men. Gut ei­ne Wo­che spä­ter star­ten Ta­rif­ver­hand­lun­gen. Der Ver­di-Chef de­mons­triert Selbst­be­wusst­sein
Feuerwehrmann Polizist Arzt Was er­war­tet Bsirs­ke?

09.01.2016. (dpa) - Vor der Ta­rif­run­de für die rund ei­ne Mil­li­on An­ge­stell­ten der Län­der schließt Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke neue Streiks nicht aus.

"Im Zwei­fels­fall kön­nen wir es­ka­lie­ren", sag­te Bsirs­ke der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin.

"Aber ich rech­ne nicht mit ei­ner sol­chen Zu­spit­zung", be­ton­te er.

Ver­di und der Be­am­ten­bund dbb ver­han­deln vom 18. Ja­nu­ar an mit der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL).

Die Ge­werk­schaf­ten zie­hen mit der For­de­rung nach ins­ge­samt sechs Pro­zent mehr Geld in die Ta­rif­run­de. Dar­in ent­hal­ten sind ei­ne li­nea­re Ge­halts­er­hö­hung und wei­te­re struk­tu­rel­le Kom­po­nen­ten. Der an­ge­streb­te Ab­schluss soll auf die 2,2 Mil­lio­nen Be­am­ten von Län­dern und Kom­mu­nen so­wie Pen­sio­nä­re über­tra­gen wer­den.

Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen dürf­ten auch bei der dbb-Jah­res­ta­gung in Köln ei­ne Rol­le spie­len. Dort kom­men von Mon­tag an 870 Teil­neh­mer zu­sam­men, um über das Mot­to "Eu­ro­pa - Quo va­dis?" zu de­bat­tie­ren. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ab­sol­viert beim dbb ih­ren ers­ten gro­ßen Auf­tritt im neu­en Jahr.

Bsirs­ke rech­net "mit kon­struk­ti­ven Ver­hand­lun­gen" mit der TdL. "Wir ha­ben hier schwie­ri­ge Ta­rif­run­den er­lebt, et­wa mit 16 Wo­chen Streiks im Län­der­be­reich 2006", sag­te er. Dort hät­ten die Ge­werk­schaf­ten ih­re Es­ka­la­ti­ons­fä­hig­keit be­wie­sen. Er ver­wies zu­gleich auf die fi­nan­zi­el­len Spiel­räu­me: "Die Steu­er­ein­nah­men stei­gen um 4,8 Pro­zent 2016, für 2017 sind 2,6 Pro­zent pro­gnos­ti­ziert, für 2018 sind es 3,8 Pro­zent."

Die Län­der stün­den im här­ter wer­den­den Wett­be­werb um qua­li­fi­zier­ten Be­rufs­nach­wuchs und Fach­kräf­te. "Der Lohn­ab­stand der Län­der zur kom­mu­na­len Sei­te und dem Bund liegt bei 1,6 Pro­zent und ab März bei 4 Pro­zent." Zur Me­tall-, Elek­tro- und Che­mie­in­dus­trie sei er noch viel hö­her.

"Die Be­rufs­feu­er­wehr, der IT-Be­reich, der Kran­ken­pfle­ge­be­reich ha­ben un­über­seh­ba­re Per­so­nal­ge­win­nungs­pro­ble­me", sag­te Bsirs­ke. "Wenn dann noch deut­li­che Ein­kom­mens­un­ter­schie­de da­zu­kom­men, ge­hen die Leu­te."

Zur dbb-Jah­res­ta­gung wird auch In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) er­war­tet. Ei­ne Rol­le spie­len dürf­ten da­bei auch sei­ne Vor­schlä­ge für ei­ne Zen­tra­li­sie­rung von Si­cher­heits­be­hör­den zur Ter­ror­ab­wehr.

Er­war­tet wird, dass dbb-Chef Klaus Dau­der­städt an­ge­sichts der gro­ßen ak­tu­el­len Auf­ga­ben des öf­fent­li­chen Diens­tes Ver­bes­se­run­gen für die Be­schäf­tig­ten ein­for­dert. In der Po­li­zei und zahl­rei­chen Äm­tern sind vie­le der vom dbb ver­tre­te­nen Be­schäf­tig­ten et­wa für den Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus und die In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge mit­zu­stän­dig. Es dürf­te das letz­te Mal sein, dass Dau­der­städt bei ei­ner dbb-Jah­res­ta­gung punk­tet. En­de des Jah­res en­det sei­ne Amts­zeit.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Februar 2017

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