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Bun­des­agen­tur for­dert we­gen Flücht­lin­gen mehr Geld für Deutsch­kur­se

Mehr als 250 000 Flücht­lin­ge wer­den al­lein in die­sem Jahr in Deutsch­land er­war­tet - vie­le hof­fen auf ei­nen Job in ih­rer neu­en Hei­mat und set­zen da­bei auch auf die Ar­beits­agen­tu­ren
Droht ei­ne "För­der­lü­cke"?

25.04.2015. (dpa) - Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) hat an­ge­sichts stei­gen­der Asyl­be­wer­ber­zah­len von Bund und Län­dern mehr Geld für Deutsch- und In­te­gra­ti­ons­kur­se ge­for­dert.

Statt der von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­se­he­nen 244 Mil­lio­nen Eu­ro sei­en al­lein in die­sem Jahr mehr als 300 Mil­lio­nen Eu­ro er­for­der­lich, heißt es in den am Frei­tag vom BA-Ver­wal­tungs­rat ver­ab­schie­de­ten "Emp­feh­lun­gen", die der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­lie­gen.

Zu­dem sei­en zu­sätz­li­che Mit­tel für ein Son­der­pro­gramm für "be­rufs­be­zo­ge­ne Sprach­för­de­rung" not­wen­dig. Die da­mit fi­nan­zier­ten Kur­se ver­mit­teln aus­län­di­schen Job­su­chern be­rufs­spe­zi­fi­sche Deutsch­kennt­nis­se. Die jet­zi­gen Mit­tel da­für reich­ten ge­ra­de für die be­reits in Deutsch­land le­ben­den aus­län­di­schen Hartz-IV-Be­zie­her. Oh­ne Auf­sto­ckung dro­he hier an­ge­sichts wach­sen­der Asyl­be­wer­ber­zah­len in den Jah­ren 2016 und 2017 ei­ne "För­der­lü­cke", be­fürch­tet der Ver­wal­tungs­rat.

"Da­mit Asyl­be­wer­ber ih­ren Le­bens­un­ter­halt schnell selbst be­strei­ten kön­nen, braucht es ver­stärk­te Un­ter­stüt­zung und För­de­rung bei der Ar­beits­markt­in­te­gra­ti­on, ins­be­son­de­re bei der Sprach­för­de­rung, und die gibt es nicht zum Null­ta­rif", be­ton­te der Vor­sit­zen­de des Ver­wal­tungs­rats, Pe­ter Cle­ver, nach der Sit­zung.

Oh­ne Deutsch­kennt­nis­se sind nach An­sicht des pa­ri­tä­tisch be­setz­ten BA-Kon­troll­gre­mi­ums län­ger in Deutsch­land le­ben­de Flücht­lin­ge auf dem deut­schen Ar­beits­markt chan­cen­los. Auch be­ruf­li­che För­der­kur­se der Bun­des­agen­tur mach­ten so kei­nen Sinn. Mit ge­ziel­ter Sprach­för­de­rung könn­ten Flücht­lin­ge auch vor teu­rer Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit be­wahrt wer­den, gab der Ver­wal­tungs­rat zu be­den­ken.

Um dem An­sturm rat­su­chen­der Asyl­be­wer­ber ge­recht zu wer­den, müss­ten die Ar­beits­agen­tu­ren und Job­cen­ter zu­dem bes­ser per­so­nell aus­ge­stat­tet wer­den, be­tont das Kon­troll­gre­mi­um. Die Bun­des­agen­tur rech­net bei ei­ner von ihr er­war­te­ten Asyl­be­wer­ber­zahl von rund 250 000 in die­sem Jahr mit knapp 90 000 Rat­su­chen­den. Be­nö­tigt wür­den et­wa 167 zu­sätz­li­che Voll­zeit­kräf­te, heißt in dem Pa­pier.

Der BA-Ver­wal­tungs­rat spricht sich au­ßer­dem für mehr Fle­xi­bi­li­tät im Um­gang mit Fach­kräf­ten un­ter den schutz­su­chen­den Aus­län­dern aus. Ab­ge­lehn­ten, aber gut aus­ge­bil­de­ten Asyl­be­wer­bern soll­te nach­träg­lich ein Auf­ent­halt per Blue Card oder als Fach­kraft in ei­nem Man­gel­be­ruf er­mög­licht wer­den, schlägt das Gre­mi­um vor. Ein sol­cher "Spur­wech­sel" ist bis­lang kaum mög­lich. Mi­gra­ti­ons­ex­per­ten spre­chen sich da­her schon län­ger da­für aus, qua­li­fi­zier­ten, aber ab­ge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern auf an­de­rem recht­li­chen Weg ein Le­ben in Deutsch­land zu er­mög­li­chen.

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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