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Bun­des­agen­tur: In Ki­tas droht vor­erst kein Per­so­nal­eng­pass

Auch wenn man­che Groß­städ­te der­zeit hän­de­rin­gend Er­zie­he­rin­nen su­chen - in den meis­ten Re­gio­nen sieht die Bun­des­agen­tur für Ar­beit der­zeit kei­nen Per­so­nal­eng­pass in der Kin­der­be­treu­ung: Trotz­dem könn­te man­ches bes­ser lau­fen, räumt sie ein
Gibt es ge­nug Er­zie­her?

30.07.2013. (dpa) - Trotz des zum 1. Au­gust star­ten­den Rechts auf ei­nen Platz zur Klein­kind­be­treu­ung droht nach Er­kennt­nis­sen der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) vor­erst kein Per­so­nal­eng­pass in Krip­pen und Kin­der­ta­ges­stät­ten.

Ei­ne ak­tu­el­le Ana­ly­se des Ar­beits­mark­tes zei­ge, dass es ge­nü­gend Kräf­te ge­be, um freie Stel­len in Kin­der­be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen ver­gleichs­wei­se rasch be­set­zen zu kön­nen, be­rich­te­te die Bun­des­agen­tur am Mon­tag in Nürn­berg.

Den 7200 ge­mel­de­ten Stel­len hät­ten in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten 13 400 ar­beits­lo­se Er­zie­her und Kin­der­pfle­ger ge­gen­über­ge­stan­den, geht aus ei­ner BA-Ana­ly­se zur La­ge auf dem Ar­beits­markt für Er­zie­her her­vor.

Auf 100 ge­mel­de­te freie Stel­len kä­men da­mit 186 Ar­beits­lo­se. Al­ler­dings ge­be es gro­ße re­gio­na­le Un­ter­schie­de, räum­te die Bun­des­agen­tur ein.

Schwie­rig ge­stal­te sich et­wa die Su­che nach Er­zie­he­rin­nen und Kin­der­pfle­gern im Saar­land. Dort kä­men le­dig­lich 39 Ar­beits­lo­se auf 100 ge­mel­de­te Stel­len. In Ba­den-Würt­tem­berg lie­ge die­ses Ver­hält­nis bei 56 zu 100, in Bay­ern bei 64 zu 100, in Rhein­land-Pfalz bei 68 zu 100 und in Hes­sen bei 92 zu 100. In den meis­ten an­de­ren Län­dern ist das Ver­hält­nis um­ge­kehrt.

Al­ler­dings sei­en vie­ler­orts die Po­ten­zia­le längst nicht aus­ge­schöpft, um per­so­nel­le Lü­cken in den Kin­der­krip­pen oder Kin­der­ta­ges­stät­ten zu schlie­ßen. Nach Er­kennt­nis­sen der BA gab es im Schnitt der ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­te bun­des­weit al­lein 37 400 Män­ner und Frau­en, "die für ei­ne Tä­tig­keit als Fach­kraft im Be­reich Kin­der­be­treu­ung und Kin­der­er­zie­hung an­sprech­bar wa­ren", heißt es in der 24-sei­ti­gen BA-Ana­ly­se.

Als Bei­spiel führt die Nürn­ber­ger Bun­des­be­hör­de 8400 er­werbs­lo­se Er­zie­he­rin­nen und Kin­der­pfle­ger an, die aus un­ter­schied­li­chen Grün­den ei­ne neue be­ruf­li­che Per­spek­ti­ve such­ten. Mög­li­cher­wei­se kön­ne ein Teil von Ih­nen mit­tels ge­ziel­ter An­spra­che zur Rück­kehr in den an­ge­stamm­ten Be­ruf mo­ti­viert wer­den. Zu­dem ge­be es 15 200 von Ar­beits­lo­sig­keit be­droh­te Män­ner und Frau­en, die sich für ei­nen Job in der Kin­der­be­treu­ung in­ter­es­sier­ten. Vie­le von ih­nen hät­ten so­gar Er­fah­rung in der Kin­der­be­treu­ung.

Ak­tu­el­le Per­so­nal­pro­ble­me in Krip­pen und Kin­der­ta­ges­stät­ten könn­ten nach der BA-Ein­schät­zung auch da­durch ge­löst wer­den, dass teil­zeit­be­schäf­tig­te Er­zie­he­rin­nen und Kin­der­pfle­ger da­zu mo­ti­viert wer­den, ih­re Ar­beits­zeit zu ver­län­gern. Der­zeit ge­be es in der Kin­der­be­treu­ung mit ei­nem An­teil von 73 Pro­zent so viel Teil­zeit­be­schäf­tig­te wie in kaum ei­ner an­de­ren Bran­che.

Das für Hartz-IV zu­stän­di­ge BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt setzt au­ßer­dem auf ei­ne ver­stärk­te Aus- und Fort­bil­dung. Job­cen­ter hät­ten rund 6000 ar­beits­lo­se Frau­en und Män­ner dar­auf an­ge­spro­chen, ob sie nicht In­ter­es­se am Er­zie­her­be­ruf hät­ten. Von ih­nen wür­den dem­nächst 1500 Ar­beits­lo­se ei­ne Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­me be­gin­nen. Alt be­dau­er­te, dass da­für bis­lang noch nicht in al­len Bun­des­län­dern aus­rei­chend Aus­bil­dungs­plät­ze zur Ver­fü­gung stün­den. Auch die Fi­nan­zie­rung sei noch nicht über­all ge­klärt.

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Letzte Überarbeitung: 26. Juli 2014

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