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Bun­des­bank emp­fiehlt Ren­te erst ab 69 bis zum Jahr 2060

Die Deut­schen wer­den im­mer äl­ter und be­kom­men we­ni­ger Kin­der. Das sorgt für Druck auf die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung: Die Ren­te mit 67 wird schon um­ge­setzt. Die Bun­des­bank geht jetzt noch ei­nen Schritt wei­ter
Soll das Ren­ten­ein­tritts­al­ter wirk­lich an­ge­ho­ben wer­den?

15.08.2016. (dpa) - Die Deut­schen müs­sen sich aus Sicht der Bun­des­bank lang­fris­tig auf ei­nen spä­te­ren Ein­tritt in den Ru­he­stand und deut­lich hö­he­re Ren­ten­bei­trä­ge ein­stel­len.

In ih­rem am Mon­tag vor­ge­leg­ten Mo­nats­be­richt emp­fiehlt die No­ten­bank ei­ne An­he­bung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters auf 69 Jah­re bis 2060.

Die güns­ti­ge Fi­nanz­la­ge der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und die bis 2030 rei­chen­den Be­rech­nun­gen der Bun­des­re­gie­rung dürf­ten nicht dar­über hin­weg täu­schen, dass "wei­te­re An­pas­sun­gen un­ver­meid­lich sei­en", heißt es in dem Be­richt. "Da­bei soll­te ei­ne län­ge­re Le­bens­ar­beits­zeit nicht ta­bui­siert wer­den."

Der­zeit wird das Ren­ten­ein­tritts­al­ter schritt­wei­se von 65 auf 67 Jah­re an­ge­ho­ben. Die Vor­aus­be­rech­nun­gen der Bun­des­re­gie­rung bis zum Jahr 2030 se­hen zu­dem vor, den Ren­ten­bei­trag auf ma­xi­mal 22 Pro­zent des Brut­to­ver­diensts der Ar­beit­neh­mer zu be­gren­zen. Fer­ner soll das Ren­ten­ni­veau bis 2030 nicht un­ter 43 Pro­zent des Durch­schnitts­lohns sin­ken (der­zeit knapp 48 Pro­zent).

Die Bun­des­bank warnt nun, dass sich die­se Zie­le we­gen der stei­gen­den Le­bens­er­war­tung und der nied­ri­gen Ge­bur­ten­ra­te lang­fris­tig nicht hal­ten las­sen. Ver­län­ge­re man die Be­rech­nun­gen bis 2060 un­ter glei­chen An­nah­men, sin­ke das Ren­ten­ni­veau auf gut 40 Pro­zent.

Um dies zu ver­hin­dern, müs­se am Ren­ten­al­ter an­ge­setzt wer­den, fol­gert die Bun­des­bank. "Kon­kret stie­ge in die­sem Fall das ge­setz­li­che Ren­ten­al­ter bis zum Jahr 2060 auf et­wa 69 Jah­re", heißt es in dem Be­richt. Mit ei­ner län­ge­ren Ar­beits­zeit las­se sich das Ren­ten­ni­veau sta­bi­li­sie­ren: Die Ex­per­ten rech­nen dann mit ei­nem Ren­ten­ni­veau von 44 Pro­zent des Durch­schnitts­lohns. Sie un­ter­stel­len da­für, dass Ar­beit­neh­mer von 2030 an 49 Jah­re lan­ge Ren­ten­bei­trä­ge zah­len - heu­te ist die Ein­zahl­zeit auf 45 Jah­re be­grenzt.

Den­noch er­war­ten die Fach­leu­te bis 2060 ei­nen deut­li­chen An­stieg des Bei­trags­sat­zes zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung: von der­zeit 18,7 Pro­zent des Durch­schnitts­lohns auf dann knapp 24 Pro­zent. Denn bis Mit­te der 2030er Jah­re gin­gen die ge­bur­ten­star­ken Jahr­gän­ge in Ren­te, das Ver­hält­nis von Rent­nern und Bei­trags­zah­lern ver­schlech­te­re sich wei­ter.

Die Bun­des­bank emp­fiehlt fer­ner, die pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge zu ver­ein­fa­chen und trans­pa­ren­ter zu ma­chen, um Ver­si­cher­ten ei­nen bes­se­ren Über­blick auf ih­re ge­sam­ten Ren­ten­an­sprü­che zu ver­schaf­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. September 2016

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