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Bun­des­wehr­ver­band ver­langt mehr Per­so­nal für die Trup­pe

Bis zu 1200 Sol­da­ten für Sy­ri­en, wei­te­re Sol­da­ten nach Af­gha­nis­tan, in den Irak und nach Ma­li: Hat die ge­schrumpf­te Bun­des­wehr über­haupt noch ge­nug Per­so­nal? In der Ver­gan­gen­heit wa­ren viel mehr Deut­sche im Aus­land sta­tio­niert
Fünf Arbeitnehmer Wie viel Sol­da­ten wer­den be­nö­tigt?

05.12.2015. (dpa) - Der Bun­des­wehr­ver­band hat als Re­ak­ti­on auf den vom Bun­des­tag be­schlos­se­nen Sy­ri­en-Mi­li­tär­ein­satz sei­ne For­de­rung nach mehr Per­so­nal für die Trup­pe be­kräf­tigt.

"Ak­tu­ell brau­chen wir min­des­tens 5000 bis 10 000 Sol­da­ten mehr", sag­te Ver­bands­chef An­dré Wüst­ner der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se" (Sams­tag).

Dies sei auch nö­tig, "weil ab Ja­nu­ar ei­ne ge­setz­li­che Ar­beits­zeit greift und den Rund-um-die-Uhr-Dienst im Grund­be­trieb auf Kos­ten der Ge­sund­heit zu Recht nicht mehr zu­lässt".

Die Re­du­zie­rung der Trup­pe ist nach Ein­schät­zung des Ver­bands zu weit ge­gan­gen. "Bei der Re­form 2011 hat­te nie­mand die Kri­se in der Ukrai­ne vor Au­gen oder den Kampf ge­gen den "Is­la­mi­schen Staat" im Blick." Die Po­li­tik sei da­mals nicht da­von aus­ge­gan­gen, dass im Jahr 2016 über 20 000 Sol­da­ten im Ein­satz oder in ein­satz­glei­chen Ver­pflich­tun­gen samt Flücht­lings­hil­fe ste­hen wür­den. "Jetzt wird auch noch der Af­gha­nis­tan-Ein­satz ver­län­gert, und wir sind bald ver­stärkt im Nord­irak und in Ma­li", ar­gu­men­tier­te Wüst­ner.

Der Bun­des­tag hat­te am Frei­tag der Sy­ri­en-Mis­si­on mit gro­ßer Mehr­heit zu­ge­stimmt. Da­mit schickt Deutsch­land bis zu 1200 Sol­da­ten in den Ein­satz ge­gen die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS). Die "Bild"-Zei­tung be­rich­te­te am Sams­tag un­ter Be­ru­fung auf Par­la­ments­krei­se, die Re­gie­rung wol­le im Not­fall auch das Kom­man­do Spe­zi­al­kräf­te (KSK) der Bun­des­wehr nach Sy­ri­en schi­cken. Dies sei beim Auf­tritt von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en und Ge­ne­ral­in­spek­teur Vol­ker Wie­ker am Mitt­woch vor dem Ver­tei­di­gungs­aus­schus­ses deut­lich ge­wor­den. In Not­si­tua­tio­nen sei das KSK zur Stel­le, hieß es dort. Zu den mög­li­chen Auf­ga­ben könn­ten auch Ak­tio­nen zur Be­frei­ung von ab­ge­stürz­ten Tor­na­do-Pi­lo­ten ge­hö­ren.

Ei­ne Ver­grö­ße­rung der Bun­des­wehr ist laut Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er trotz der ge­plan­ten Aus­wei­tung der Aus­lands­ein­sät­ze noch kein The­ma für die Bun­des­re­gie­rung. "Bis­her ha­ben wir kei­ne De­bat­ten über Auf­sto­ckung der deut­schen Bun­des­wehr im Ka­bi­nett oder un­ter den Mi­nis­tern ge­führt", sag­te der SPD-Po­li­ti­ker am Frei­tag in Bel­grad.

Die Ent­schei­dung zur Teil­nah­me am Sy­ri­en-Ein­satz sei von der Bun­des­wehr­füh­rung und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) auf Ba­sis der ak­tu­el­len Trup­pen­stär­ke von 179 000 Sol­da­ten ge­trof­fen wor­den. Von der Ley­en brach­te auf ei­ner Pres­se­kon­fe­renz ei­ne Trup­pen­auf­sto­ckung ins Ge­spräch. "Mir ist schon klar, dass, wenn die Welt wei­ter so ho­he An­for­de­run­gen an uns stellt, wir auch im Per­so­nal­kör­per si­cher­lich die Of­fen­heit ha­ben müs­sen, auch da nach­zu­steu­ern", sag­te sie.

Zu den Sol­da­ten für den Sy­ri­en-Ein­satz sol­len zu­sätz­lich bis zu 820 wei­te­re Sol­da­ten nach Af­gha­nis­tan, in den Irak und nach Ma­li ge­schickt wer­den. Gleich­zei­tig läuft der Ra­ke­ten­ab­wehr-Ein­satz mit 300 Sol­da­ten in der Tür­kei aus.

In die­sem Jahr war die Zahl der im Aus­land ein­ge­setz­ten Sol­da­ten we­gen des Ab­zugs aus Af­gha­nis­tan auf den nied­rigs­ten Stand seit den 1990er Jah­ren ge­sun­ken. Der­zeit sind nur noch rund 3000 Deut­sche im Aus­land sta­tio­niert. Zu Spit­zen­zei­ten wa­ren es mehr als 10 000.

Der Wehr­be­auf­trag­te des Bun­des­ta­ges, Hans-Pe­ter Bar­tels, spricht sich für ei­nen fle­xi­blen Um­fang der Trup­pen­stär­ke aus. "Wir müs­sen weg vom Ober­gren­zen-Dog­ma­tis­mus", sag­te er der "Rhei­ni­schen Post" (Sams­tag). Nie­mand wer­de An­stoß dar­an neh­men, wenn es an­ge­sichts be­son­de­rer Her­aus­for­de­run­gen statt der vor­ge­se­he­nen 185 000 auch mal 187 000 Sol­da­ten sei­en, so wie der­zeit auch nie­mand das Sin­ken auf 179 000 tat­säch­lich Dienst tu­en­de Sol­da­ten be­an­stan­de.

Im Zu­ge der 2010 ein­ge­lei­te­ten Bun­des­wehr­re­form war die Wehr­pflicht aus­ge­setzt und die Trup­pen­stär­ke von da­mals 250 000 Sol­da­ten dras­tisch re­du­ziert wor­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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