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Bus­streik in Hes­sen auch am Don­ners­tag - Wie­der So­li­da­ri­täts-Aus­stand

Der Bus­fah­rer-Streik in Hes­sen wird zur Ge­dulds­pro­be: Auch am Don­ners­tag soll er in vie­len Städ­ten wei­ter­ge­hen. Die Ge­werk­schaft Ver­di war­tet auf ein bes­se­res Ta­rif­an­ge­bot
Demonstration, Streik, Arbeitskampf, Gewerkschaft, Tarifverhandlung Wer ist von dem Streik be­trof­fen?

12.01.2017. (dpa) - In vie­len Städ­ten Hes­sens müs­sen sich Pend­ler wei­ter auf Bus­streiks ein­stel­len.

Der Aus­stand soll we­gen des Ta­rif­streits auch am Don­ners­tag fort­ge­setzt wer­den, teil­te die Ge­werk­schaft Ver­di am Mitt­woch mit.

Das wä­re der vier­te Streik­tag der Be­schäf­tig­ten von 20 pri­va­ten Bus­ge­sell­schaf­ten in Fol­ge.

Schwer­punk­te sol­len Frank­furt, Ful­da, Ha­nau, Of­fen­bach, Gie­ßen und Mar­burg sein.

Auch zu So­li­da­ri­täts­streiks sei wie­der auf­ge­ru­fen wor­den, teil­te Ver­di wei­ter mit. So sol­len et­wa in Darm­stadt er­neut die Fah­rer von Stra­ßen­bah­nen ih­re Ar­beit nie­der­le­gen.

Der Lan­des­ver­band der Hes­si­schen Om­ni­bus­un­ter­neh­mer hat­te die Ge­werk­schaft auf­ge­for­dert, wie­der an den Ver­hand­lungs­tisch zu­rück­zu­keh­ren. "Wir hö­ren die Bot­schaft wohl", teil­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer und Streik­lei­ter Jo­chen Kop­pel mit. "Bis zur St­un­de ist je­doch vom Ar­beit­ge­ber kein ver­bes­ser­tes An­ge­bot ein­ge­gan­gen."

Der Aus­stand war am Mitt­woch mit So­li­da­ri­täts­streiks aus­ge­wei­tet wor­den. In ei­ni­gen Städ­ten leg­ten auch Fah­rer ih­re Ar­beit nie­der, die nach ei­nem an­de­ren Ta­rif­ver­trag be­zahlt wer­den. In Darm­stadt blie­ben nicht nur Bus­se, son­dern auch Stra­ßen­bah­nen im De­pot. "Bei uns fährt gar nichts", sag­te ei­ne Spre­che­rin des Nah­ver­kehrs­un­ter­neh­mens Heag mo­bi­lo.

In Ful­da war der Stadt­bus­ver­kehr kom­plett lahm­ge­legt. Im Land­kreis fuh­ren da­ge­gen 78 Pro­zent der Bus­se. Im ge­sam­ten Ge­biet der Rhö­nEner­gie Ful­da wa­ren - wie an den Vor­ta­gen auch - 57 Pro­zent der Bus­se im Ein­satz, wie das Un­ter­neh­men Rhö­nEner­gie be­rich­te­te. "Das von manch ei­nem be­fürch­te­te Cha­os ist aus­ge­blie­ben. Die Fahr­gäs­te ha­ben sich dar­auf ein­ge­stellt und ru­fen un­se­re In­for­ma­tio­nen ab, wel­che Li­ni­en in Be­trieb sind und wel­che nicht", sag­te ein Un­ter­neh­mens­spre­cher. Im Land­kreis Hers­feld-Ro­ten­burg fuh­ren 68 Pro­zent der Rhö­nEner­gie-Bus­se, im Main-Kin­zig-Kreis 61 Pro­zent.

Die Rhö­nEner­gie ver­fügt über rund 210 Bus­se und be­schäf­tigt 317 Bus­fah­rer, die 76 Li­ni­en be­die­nen. Die Fahr­zeu­ge fah­ren im ge­sam­ten Land­kreis Ful­da so­wie in Tei­len von Hers­feld-Ro­ten­burg und dem Main-Kin­zig-Kreis (MKK).

In Gie­ßen de­mons­trier­ten et­wa 100 Bus­fah­rer aus Mit­tel­hes­sen für ihr An­lie­gen. Nach Ver­di-An­ga­ben wa­ren dar­un­ter Kol­le­gen aus Mar­burg, Gie­ßen und Geln­hau­sen.

Der hes­si­sche Bus­un­ter­neh­mer­ver­band (LHO) hat­te Ver­di am Mitt­woch zu Ver­hand­lun­gen auf­ge­for­dert. "Nur beim Rin­gen um ei­nen rea­li­täts­na­hen Kom­pro­miss kön­nen die Rah­men­be­din­gun­gen für Fah­rer im öf­fent­li­chen Per­so­nen-Nah­ver­kehr (ÖPNV) ver­bes­sert wer­den", teil­te LHO-Ge­schäfts­füh­rer Vol­ker Tuchan mit. Die For­de­run­gen von Ver­di wür­den die Lohn­kos­ten um 25 Pro­zent er­hö­hen. Das wür­de die Un­ter­neh­men über­for­dern.

So­li­da­ri­täts­streiks sind nach ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts grund­sätz­lich mög­lich. Es muss aber - wie bei an­de­ren Ar­beits­kampf­maß­nah­men auch - der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ge­wahrt blei­ben.

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Letzte Überarbeitung: 7. Oktober 2019

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