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Cha­rité-Streik ruht ab Frei­tag - Fra­ge der Fi­nan­zie­rung of­fen

Die Pfle­ger an der Cha­rité set­zen ih­ren Streik nach zehn Ta­gen aus: Ru­he und Frie­den keh­ren da­mit an der Kli­nik aber noch nicht ein
Auf wel­che Eck­punk­te konn­te man sich ei­ni­gen?

03.07.2015. (dpa) - Nach­dem sich die Cha­rité und die Ge­werk­schaft Ver­di auf Eck­punk­te für ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag ge­ei­nigt ha­ben, läuft der Be­trieb an der Uni­kli­nik ab Frei­tag wie­der nor­mal.

Nach zehn Ta­gen ruht der Streik, wie bei­de Sei­ten vor­ab an­ge­kün­digt hat­ten.

Ver­di be­hält sich al­ler­dings vor, ihn wo­mög­lich wie­der auf­zu­neh­men.

Am Don­ners­tag be­tei­lig­ten sich noch et­wa 500 Pfle­ger an ei­ner De­mo für gu­te Ar­beit, wie Ver­di-Ge­werk­schafts­se­kre­tär Kal­le Kun­kel sag­te.

Vor dem Bun­des­tag woll­ten die De­mons­tran­ten mit Strei­ken­den der Post zu­sam­men­tref­fen: Die Pfle­ger kri­ti­sie­ren auch die auf Bun­des­ebe­ne ge­plan­te Kran­ken­haus­re­form.

Dar­in sieht Ver­di die ei­ge­ne For­de­rung nach mehr Pfle­ge­per­so­nal nicht aus­rei­chend be­rück­sich­tigt.

Ver­di be­klagt seit lan­gem ei­nen Per­so­nal­not­stand in dem Feld: Be­schäf­tig­te sei­en über­las­tet und hät­ten kaum Zeit für ih­re Pa­ti­en­ten. An der Cha­rité lässt sich die Kli­nik­lei­tung nun auf ei­ne For­de­rung ein, die sie lan­ge für nicht be­zahl­bar hielt: Künf­tig sol­len nach Ver­di-An­ga­ben Quo­ten für In­ten­siv­sta­tio­nen und die Kin­der­kli­nik re­geln, um wie vie­le Pa­ti­en­ten sich ein Pfle­ger küm­mern muss. Auch für nor­ma­le Sta­tio­nen sol­len Stan­dards für ei­ne Min­dest­be­set­zung gel­ten. Wer­den Vor­ga­ben un­ter­schrit­ten, hät­ten Pfle­ge­kräf­te ei­ne Hand­ha­be, um ge­gen Über­las­tung vor­zu­ge­hen.

Wie vie­le neue Stel­len mit der Ei­ni­gung ein­her­ge­hen, sei noch of­fen, sag­te Kun­kel. Bis der Ta­rif­ver­trag ste­he, könn­ten Wo­chen ver­ge­hen. Der Zeit­plan wer­de noch mit der Ar­beit­ge­ber­sei­te ab­ge­stimmt. Ver­di drän­ge zwar auf ei­ne schnel­le Lö­sung, be­tre­te aber letzt­lich Neu­land.

Für die Cha­rité bleibt ein Fi­nanz­pro­blem: "Wir wis­sen noch nicht im De­tail, wie wir die Mehr­kos­ten re­fi­nan­zie­ren kön­nen", sag­te Vor­stands­chef Karl Max Ein­häupl der rbb-"Abend­schau" am Mitt­woch. Da­her se­hen die Ver­hand­lungs­part­ner eben­so wie der Lan­des­vor­sit­zen­de der Lin­ken, Klaus Le­de­rer, wei­ter­hin die Po­li­tik in der Pflicht. Nach ei­nem Be­richt der "Mor­gen­post" will sich Wis­sen­schafts­se­na­to­rin San­dra Schee­res (SPD) Ber­lin auf Bun­des­ebe­ne da­für stark ma­chen, dass al­le Kli­ni­ken mehr Geld für die Pfle­ge er­hal­ten.

Durch den Streik wa­ren zeit­wei­se mehr als ein Drit­tel der Cha­rité-Bet­ten leer­ge­blie­ben. Mehr als tau­send aus­ge­fal­le­ne Ope­ra­tio­nen führ­ten für die Kli­nik zu Kos­ten von meh­re­ren Mil­lio­nen Eu­ro.

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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