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Che­mie-Be­schäf­tig­te er­hal­ten in zwei Stu­fen mehr Geld

Oh­ne gro­ßen Thea­ter­don­ner ha­ben sich die Ta­rif­part­ner der Che­mie-In­dus­trie auf ei­ne neue Ge­halts­struk­tur ge­ei­nigt: In­ner­halb von zwei Jah­ren gibt es zwei mal mehr Geld. Ein neu­es Pro­gramm rich­tet sich auch an jun­ge Flücht­lin­ge
Was für ein Pro­gramm wur­de be­schlos­sen?

24.06.2016. (dpa) - Die rund 550.000 Be­schäf­tig­ten der che­mi­schen In­dus­trie be­kom­men deut­lich mehr Geld.

Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber ei­nig­ten sich für die Ta­rif­mit­ar­bei­ter in der dritt­größ­ten deut­schen In­dus­trie­bran­che auf ei­ne zwei­stu­fi­ge Er­hö­hung.

Zu­nächst gibt es 3,0 Pro­zent mehr, nach 13 Mo­na­ten stei­gen die Be­zü­ge noch ein­mal um 2,3 Pro­zent.

Dies teil­ten bei­de Sei­ten am Don­ners­tag nach Ver­hand­lun­gen in Lahn­stein bei Ko­blenz mit.

Da­mit ge­lang in der Bran­che er­neut ein Ab­schluss oh­ne Streiks. Die Ta­rif­part­ner be­schlos­sen zu­dem ein Pro­gramm zur Be­rufs­vor­be­rei­tung an­ge­hen­der Lehr­lin­ge und auch von jun­gen Flücht­lin­gen, das mit ei­ner Mil­li­on Eu­ro aus­ge­stat­tet wird.

Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Ge­werk­schaft IG BCE, Pe­ter Haus­mann, sag­te: "Wir ha­ben ei­nen gu­ten Kom­pro­miss er­zielt, das Er­geb­nis ent­spricht der La­ge in der che­mi­schen In­dus­trie. Die Pro­zent­zah­len kön­nen sich auch im Bran­chen­ver­gleich se­hen las­sen." Der IG-BCE-Vor­sit­zen­de Mi­cha­el Vas­si­lia­dis be­ton­te, die gut qua­li­fi­zier­ten Be­schäf­tig­ten der Che­mie­bran­che "be­kom­men jetzt auch gu­tes Geld".

Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Ar­beit­ge­ber, Ge­org Mül­ler, sprach von ei­nem Er­geb­nis an der Be­las­tungs­gren­ze. "Das ist ein Kraft­akt." Die­ser sei nur mit sei­ner lan­gen Lauf­zeit trag­bar, die Pla­nungs­si­cher­heit und Fle­xi­bi­li­tät bie­te. "Mit die­sem Er­geb­nis steht die nächs­te Ta­rif­run­de erst wie­der in zwei Jah­ren an. Die­se Zeit kön­nen wir nut­zen, um gro­ße Her­aus­for­de­run­gen wie die Di­gi­ta­li­sie­rung der Ar­beits­welt ge­mein­sam an­zu­ge­hen."

Un­ter­neh­men mit wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten kön­nen die Ta­rif­er­hö­hun­gen je­weils um ma­xi­mal zwei Mo­na­te ver­schie­ben. Ge­ne­rell star­tet die Ent­gel­ter­hö­hung zu un­ter­schied­li­chen Zei­ten in den ein­zel­nen Ta­rif­be­zir­ken. Los geht es zu­erst in den Be­zir­ken Hes­sen, Nord­rhein und Rhein­land-Pfalz am 1. Au­gust 2016.

Neu ist im Kampf ge­gen Fach­kräf­te­man­gel das Pro­jekt "Pre-Start" für die In­te­gra­ti­on von Ju­gend­li­chen mit er­heb­li­chen sprach­li­chen oder schu­li­schen Schwie­rig­kei­ten in den Aus­bil­dungs­markt. Die­ser bis zu drei­mo­na­ti­ge Kurs rich­tet sich laut Vas­si­lia­dis auch an jun­ge Flücht­lin­ge. Über­dies wer­den die tra­di­tio­nel­len ein­jäh­ri­gen Pro­gram­me zur Be­rufs­vor­be­rei­tung der Bran­che er­wei­tert.

Die IG BCE hat­te bei ei­ner Lauf­zeit von 12 Mo­na­ten 5 Pro­zent mehr Geld ge­for­dert. Mit dem Ab­schluss von Lahn­stein ist die letz­te wich­ti­ge In­dus­trie­spar­te für die­ses Jahr ta­rif­lich un­ter Dach und Fach. Nun fol­gen noch mit den Bank­an­ge­stell­ten und der Deut­schen Bahn zwei gro­ße Dienst­leis­tungs­be­rei­che, be­vor zum Jah­res­en­de die Ta­rif­ver­trä­ge für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der und für die mehr als 400.000 Leih­ar­bei­ter aus­lau­fen.

In die­sem Ta­rif­jahr hat­ten be­reits die Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie für 3,8 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te so­wie der Bau für 785.000 Ar­bei­ter lang­fris­ti­ge Ei­ni­gun­gen er­zielt, die wie der Che­mie-Ab­schluss bei ver­gleichs­wei­se ge­rin­ger In­fla­ti­on zu deut­li­chen Re­al­lohn­stei­ge­run­gen füh­ren dürf­ten. Al­le Ver­trä­ge sind zu­dem auf an­nä­hernd zwei Jah­re ab­ge­schlos­sen.

Mit zwei Ta­rif­stu­fen von 2,8 und 2,0 Pro­zent leg­ten die Me­tal­ler ein Er­geb­nis knapp un­ter dem Ni­veau des Vor­jah­res vor, das zu­dem mit Aus­nah­me­re­geln für schwä­che­re Un­ter­neh­men im Ein­zel­fall noch leicht um et­wa ein Zehn­tel ab­ge­senkt wer­den kann. Ge­ra­de die Dif­fe­ren­zie­rungs­klau­seln hat­ten letzt­lich die Zu­stim­mung der Ar­beit­ge­ber er­mög­licht. Auch kri­seln­de Che­mie-Un­ter­neh­men kön­nen die Lohn­er­hö­hun­gen um bis zu zwei Mo­na­te nach hin­ten ver­schie­ben. Am flo­rie­ren­den Bau gab es eben­falls zwei Ta­rif­stu­fen bei ei­ner Lauf­zeit von 22 Mo­na­ten. Sie rech­nen sich im Wes­ten auf ein Plus von 4,6 Pro­zent und im Os­ten auf 5,3 Pro­zent zu­sam­men.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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