HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/085

DGB kri­ti­siert Ab­schwä­chung ge­plan­ter Mut­ter­schutz-Re­form

Mut­ter­schutz auch für Stu­den­tin­nen und Schü­le­rin­nen? So woll­te es Mi­nis­te­rin Schwe­sig: Doch ih­re Re­form­plä­ne ka­men nicht vor­an - nun än­der­te ihr Haus den Ent­wurf
Mann und Frau mit Kinderwagen Wel­che Re­ge­lung sieht der Ge­set­zes­ent­wurf vor?

14.03.2016. (dpa) - Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) hat ei­ne Ab­schwä­chung der ge­plan­ten Re­form des Mut­ter­schut­zes hef­tig kri­ti­siert.

"Wer den Mut­ter­schutz wirk­lich stär­ken will, der darf kei­ne Aus­nah­men zu­las­sen", sag­te die DGB-Vi­ze­che­fin El­ke Han­nack der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin.

Ein Ge­setz­ent­wurf von Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) hat­te ur­sprüng­lich vor­ge­se­hen, den Mut­ter­schutz auch auf Stu­den­tin­nen und Schü­le­rin­nen aus­zu­deh­nen.

Da­ge­gen hat­te es Wi­der­stand ge­ge­ben, nach Me­di­en­be­rich­ten wand­te sich in der Ko­ali­ti­on vor al­lem Bil­dungs­mi­nis­te­rin Jo­han­na Wan­ka (CDU) da­ge­gen.

Es sei "ein Un­ding und über­haupt nicht nach­voll­zieh­bar", war­um Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen von ei­ner neu­en Re­ge­lung nun aus­ge­nom­men sein soll­ten, sag­te Han­nack. Der DGB leh­ne in­di­vi­du­el­le Re­ge­lun­gen ab. "Denn sie kön­nen zwar Spiel­räu­me er­öff­nen, aber eben­so leicht kön­nen sie Be­trof­fe­ne un­ter Druck set­zen – und da­bei die Ge­sund­heit von Mut­ter und Kind ge­fähr­den", sag­te Han­nack. Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen sei­en kei­ne Müt­ter zwei­ter Klas­se.

Fa­mi­li­en­staats­se­kre­tär Ralf Klein­diek hat­te den Zei­tun­gen der Fun­ke-Me­di­en­grup­pe ge­sagt, das Mi­nis­te­ri­um ha­be die Re­ge­lun­gen zu Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen vor­erst aus dem Ge­setz­ent­wurf ge­nom­men, so dass die Re­form nicht wei­ter ver­zö­gert wer­de. In­zwi­schen ver­schick­te das Mi­nis­te­ri­um den Ent­wurf auch an Län­der und Ver­bän­de. Da­bei bat es die Län­der im An­schrei­ben ex­tra um ei­ne Stel­lung­nah­me zu der Streit­fra­ge, wie ein Spre­cher mit­teil­te.

SPD-Vi­ze­frak­ti­ons­chef Hu­ber­tus Heil sag­te der dpa: "Der Schutz wer­den­der Müt­ter muss bun­des­weit ein­heit­lich und für al­le schwan­ge­ren Frau­en gleich gel­ten." Es sei rich­tig, dass Schwe­sig auch den Hoch­schu­len und Schu­len die glei­che Rechts­si­cher­heit bie­ten wol­le, wie sie die Ar­beit­ge­ber mit ih­rem Ge­setz­ent­wurf er­hiel­ten. "Mi­nis­te­rin Wan­ka blo­ckiert das und kann auch kei­ne gu­ten Grün­de da­für nen­nen."

Ins­ge­samt sol­len mit dem be­reits im Ko­ali­ti­ons­ver­trag an­ge­kün­dig­ten Ge­setz die Re­ge­lun­gen zum Mut­ter­schutz aus dem Jahr 1952 ent­staubt wer­den. Es bleibt da­bei, dass die Schutz­frist sechs Wo­chen vor der Ent­bin­dung be­ginnt und im Nor­mal­fall acht Wo­chen da­nach en­det. Ab sechs Wo­chen vor der Ge­burt ih­res Kin­des darf die wer­den­de Mut­ter nur noch dann be­schäf­tigt wer­den, wenn sie selbst aus­drück­lich er­klärt hat, dass sie wei­ter­ar­bei­ten möch­te.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de