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DGB kri­ti­siert Fir­men we­gen Miss­brauchs bei Leih­ar­beit

Seit dem Jahr 2003 hat sich die Zahl der Leih­ar­bei­ter in Nie­der­sach­sen ver­drei­facht: Im­mer wie­der kommt es da­bei zu Fäl­len von Miss­brauch. Was kann da­ge­gen ge­tan wer­den?
Was kri­ti­siert der DGB?

25.05.2016. (dpa) - Die Zahl der Leih­ar­bei­ter in Nie­der­sach­sen hat sich seit Ein­füh­rung von Hartz IV mehr als ver­drei­facht.

2015 wa­ren rund 92.000 Men­schen mit ei­nem sol­chen Ver­trag be­schäf­tigt.

2003, als die Hartz IV-Ge­set­ze be­schlos­sen wur­den, wa­ren es nur knapp 27.000.

Die­se Zah­len hat am Diens­tag der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund in Han­no­ver (DGB) prä­sen­tiert.

Gleich­zei­tig kri­ti­siert der DGB, dass es zu­dem im­mer öf­ter zu Miss­brauch beim Ein­satz von Leih­ar­bei­tern und Werk­ver­trags-Be­schäf­tig­ten kommt.

"Es gibt kei­ne Bran­che, in der noch nicht mas­siv ver­sucht wor­den ist, Ta­rif­ver­trä­ge zu un­ter­lau­fen", sag­te der Vor­sit­zen­de des DGB Nie­der­sach­sen-Bre­men, Hart­mut Töl­le. So setz­ten Un­ter­neh­men nach wie vor et­wa Leih­ar­bei­ter aus dem Aus­land als Streik­bre­cher ein.

Der Lohn von Leih­ar­bei­tern lie­ge im Durch­schnitt rund 20 Pro­zent un­ter dem Ent­gelt der Stamm­be­leg­schaft mit ver­gleich­ba­ren Auf­ga­ben. Im­mer wie­der wür­den zu­dem Auf­ga­ben aus dem Kern­be­reich ei­nes Un­ter­neh­mens über Werk­ver­trä­ge aus­ge­la­gert. Die Be­triebs­rä­te hät­ten da­bei kaum Mit­spra­che­recht, sag­te der Be­triebs­rats­chef des Nutz­fahr­zeug­zu­lie­fe­rers Wab­co aus Han­no­ver, Jens Schä­fer.

Als ein Bei­spiel von vie­len kri­ti­sier­te der DGB das Vor­ge­hen des Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­mens Ar­va­to Ecom­mer­ce in Han­no­ver - da­bei han­delt es sich um ei­ne Toch­ter­fir­ma des Ber­tels­mann-Kon­zerns aus Gü­ters­loh. Der DGB wirft dem Un­ter­neh­men vor, dass Leih­ar­bei­ter über sehr lan­ge Zeit­räu­me von bis zu fünf Jah­ren ein­ge­setzt wür­den. Zu­dem ha­be Ar­va­to Ecom­mer­ce in zwei Fäl­len wäh­rend der ver­gan­ge­nen Mo­na­te Leih­ar­bei­ter ge­zielt als Streik­bre­cher ein­ge­setzt.

Ein Ar­va­to-Spre­cher wies die Vor­wür­fe zu­rück. Über die Ar­beits­nie­der­le­gun­gen sei das Un­ter­neh­men im Vor­feld nicht oder nur sehr kurz­fris­tig in­for­miert wor­den. "Die Zahl der ein­ge­setz­ten Zeit­ar­bei­ter war an den Streik­ta­gen nicht hö­her als an an­de­ren Ta­gen", teil­te der Spre­cher mit. Nach ei­ge­nen An­ga­ben ar­bei­te­ten rund 2500 Mit­ar­bei­ter an fünf Stand­or­ten im Groß­raum Han­no­ver für Ar­va­to. Sai­son­ab­hän­gig wür­den zu­sätz­lich bis zu 600 Zeit­ar­bei­ter be­schäf­tigt.

Die Bun­des­re­gie­rung hat­te sich Mit­te Mai auf ei­ne neue recht­li­che Grund­la­ge beim The­ma Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­ge ge­ei­nigt. Der Ge­setz­ent­wurf sieht un­ter an­de­rem glei­che Be­zah­lung nach neun Mo­na­ten Ein­satz­zeit und ei­ne Höch­st­ein­satz­dau­er von 18 Mo­na­ten für Leih­ar­bei­ter vor.

Wäh­rend die Bran­chen­ver­bän­de die Ei­ni­gung weit­ge­hend un­ter­stüt­zen, kri­ti­sier­ten die Ge­werk­schaf­ten das Vor­ha­ben. "Es liegt ein Ent­wurf vor, der al­les beim Al­ten lässt, oh­ne Ver­bes­se­run­gen. Das The­ma bleibt des­halb auf un­se­rer Ta­ges­ord­nung", sag­te der DGB-Be­zirks­vor­sit­zen­de Töl­le.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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