HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/373

DGB: Für Hartz-IV-Emp­fän­ger bleibt trotz An­he­bung we­ni­ger üb­rig

Fünf Eu­ro mehr bringt das neue Jahr für Hartz-IV-Be­zie­her: Al­lein­ste­hen­de kom­men dann auf 404 Eu­ro im Mo­nat. Mit den Prei­sen vor al­lem für Nah­rungs­mit­tel und Strom kön­nen die Hartz-Sät­ze nicht mit­hal­ten
Mann in Geldbörse Wie ha­ben sich die Re­gel­sät­ze in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt?

31.12.2015. (dpa) - Die Hartz-IV-Re­gel­sät­ze stei­gen zum Jah­res­an­fang - doch bleibt den Be­trof­fe­nen nach ei­ner Be­rech­nung des DGB, die der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­liegt, deut­lich we­ni­ger als zu Be­ginn von Hartz IV.

Der Re­gel­satz für Al­lein­ste­hen­de steigt von der­zeit 399 Eu­ro auf 404 Eu­ro.

Le­ben zwei Er­wach­se­ne als Ehe­paar oder Part­ner in ei­nem Haus­halt, ei­ner so­ge­nann­ten Be­darfs­ge­mein­schaft, sol­len sie je­weils 364 statt bis­her 360 Eu­ro er­hal­ten.

Die An­he­bung kön­ne nicht ka­schie­ren, dass Hartz-IV- und So­zi­al­hil­fe­emp­fän­ger heu­te fak­tisch we­ni­ger zum Le­ben ha­ben als zum Start des Hartz-IV-Sys­tems An­fang 2005, so der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB).

Dies zei­ge ei­ne Ge­gen­über­stel­lung der Ent­wick­lung der Re­gel­sät­ze zur Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen Ver­brau­cher- und spe­zi­ell der Nah­rungs­mit­tel­prei­se. So sei­en die Re­gel­sät­ze von 2005 bis 2015 um 15,7 Pro­zent ge­stie­gen - die Prei­se für Nah­rungs­mit­tel aber um 24,4 Pro­zent.

Stark ab­ge­hängt wür­den die Hartz-IV-Be­zie­her bei den Strom­prei­sen. Bei den Ver­brau­cher­prei­sen ins­ge­samt sei die Dif­fe­renz ge­rin­ger.

DGB-Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach sag­te der dpa: "Trotz gu­ter Kon­junk­tur hat sich die Spal­tung zwi­schen oben und un­ten noch ver­grö­ßert." Ein Teil der Ge­sell­schaft, dar­un­ter über­pro­por­tio­nal vie­le Kin­der, wer­de von der all­ge­mei­nen Wohl­stands­ent­wick­lung ab­ge­hängt.

Die Bun­des­re­gie­rung dür­fe bei der Neu­be­stim­mung des so­zio-kul­tu­rel­len Exis­tenz­mi­ni­mums ab 2017 die Re­gel­sät­ze nicht wei­ter klein­rech­nen, for­der­te Bun­ten­bach. "Die Si­che­rung des Exis­tenz­mi­ni­mums ist ein Ver­fas­sungs­auf­trag und kei­ne Fra­ge fis­kal­po­li­ti­scher Op­por­tu­ni­tät."

Auch die Links­par­tei warf der Bun­des­re­gie­rung vor, den Re­gel­satz mit sta­tis­ti­schen Tricks ge­zielt nach un­ten ge­rech­net zu ha­ben. "So ist ein Le­ben in Men­schen­wür­de, wie es das Grund­ge­setz ver­langt, für Men­schen, die So­zi­al­leis­tun­gen be­zie­hen, im­mer we­ni­ger mög­lich", sag­te die Par­tei­vor­sit­zen­de Kat­ja Kip­ping. Die Hartz-Re­gel­sät­ze müss­ten neu be­rech­net und die Preis­ent­wick­lung bei den An­he­bun­gen kom­plett be­rück­sich­tigt wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de