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DGB Nord warnt vor "Mainz-Fal­le" auch in an­de­ren Bran­chen

Das De­ba­kel am Main­zer Haupt­bahn­hof sorgt für Ge­sprächs­stoff: Es ist für den Deut­schen Ge­werk­schafts­bund ein Sym­ptom für Ar­beits­platz­ab­bau und Über­stun­den­ber­ge - auch in an­de­ren Bran­chen
Baustellenschild Oh­ne Nach­wuchs geht bald nichts mehr...

19.08.2013. (dpa) - Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund im Nor­den hat vor ei­ner "Mainz-Fal­le" auch in an­de­ren Bran­chen ge­warnt.

We­gen Per­so­nal­man­gels im Main­zer Stell­werk fal­len dort am Haupt­bahn­hof Zü­ge aus.

"Das ist nur die Spit­ze des Eis­bergs", sag­te Uwe Pol­ka­ehn, Vor­sit­zen­der des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des Nord (DGB Nord), der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Als Bran­chen mit ei­nem - teils ver­deck­ten - Per­so­nal­man­gel nann­te der DGB-Chef das Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be (De­ho­ga), den Ein­zel­han­del so­wie die Ge­sund­heits­bran­che.

"Der Kos­ten­druck ist in vie­len Fir­men hoch, die Ge­winn­erwar­tung auch. In­fol­ge­des­sen wird Per­so­nal re­du­ziert, die Ar­beits­zei­ten für die üb­rig­blei­ben­den Be­schäf­tig­ten sind rand­voll aus­ge­füllt, mehr stress­be­ding­te Krank­heits­fäl­le ei­ne wei­te­re Fol­ge", bi­lan­zier­te Pol­ka­ehn.

Oft­mals sei Per­so­nal­man­gel nicht of­fen­sicht­lich: So sam­mel­ten sich in Schles­wig-Hol­stein bei den De­ho­ga-Aus­zu­bil­den­den mehr als 440 000 un­be­zahl­te Über­stun­den jähr­lich. Bei ei­nem Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro schul­de­ten die Be­trie­be die­sen Ar­beits­kräf­ten ins­ge­samt 3,7 Mil­lio­nen Eu­ro. So­gar mehr als die Hälf­te der min­der­jäh­ri­gen Azu­bis leis­te dort Mehr­ar­beit, was sie ge­mäß Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­setz gar nicht dürf­ten. "Das ist kri­mi­nell", em­pör­te sich Pol­ka­ehn.

Weil auch die­se Bran­che ei­nen Nach­wuchs­man­gel spü­re, der Ser­vice für den Gast aber nicht ein­ge­schränkt wer­den soll, müss­ten ver­stärkt aus­län­di­sche Ar­beit­neh­mer die Lü­cken schlie­ßen. "Das löst grund­sätz­lich das Pro­blem nicht", sag­te der DGB-Chef. Er for­der­te ei­ne bes­se­re Be­zah­lung und bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen mit un­be­fris­te­ter Be­schäf­ti­gung - auch für Be­schäf­tig­te im Ein­zel­han­del und in der Ge­sund­heits­bran­che.

"Im Ein­zel­han­del gibt es seit Jah­ren ei­ne aus­ge­präg­te Mi­ni­job-Kul­tur", be­rich­te­te Pol­ka­ehn. Kun­den wür­den Fach­kräf­te mit kom­pe­ten­ter Be­ra­tung in man­chen Wa­ren­häu­sern ver­zwei­felt su­chen. "Nur: Ir­gend­wann holt die ver­fehl­te Un­ter­neh­mens­po­li­tik - Spa­ren, Spa­ren, Spa­ren - das Image des Un­ter­neh­mens wie­der ein - sie­he Bahn, Kar­stadt oder Prak­ti­ker." Die Ant­wort der In­dus­trie und der Dienst­leis­ter müs­se lau­ten: "Bes­ser statt bil­li­ger".

Die Pri­va­ti­sie­rung im Kran­ken­haus- und Pfle­ge­sek­tor hat aus Sicht des Ge­werk­schafts­ver­tre­ters eben­falls ih­re Spu­ren hin­ter­las­sen. Es dür­fe nicht sein, dass Pfle­ge- und Ser­vice­kräf­te in Leih­ar­beits­fir­men aus­ge­glie­dert wer­den und dann mit nied­ri­ge­rem Ge­halt wei­ter­hin die glei­che Ar­beit ver­rich­ten müss­ten. "Die­se Pro­fit­gier ist men­schen­un­wür­dig - ge­gen­über den Be­schäf­tig­ten und den Pa­ti­en­ten." Auch hier feh­le we­gen un­aus­kömm­li­cher Be­zah­lung der Nach­wuchs.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. Mai 2016

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