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DGB-Re­port: Lehr­lin­ge ge­ben der Aus­bil­dung schlech­te No­ten

Je­der drit­te Lehr­ling gibt sei­nem Aus­bil­dungs­be­trieb al­len­falls No­ten zwi­schen 3 und 5: Die Be­rufs­schu­len kom­men so­gar noch schlech­ter weg. Über­stun­den ste­hen bei je­dem vier­ten Lehr­ling auf der Ta­ges­ord­nung. Der DGB hat 1540 Aus­zu­bil­den­de im Land be­fragt
War­um schnei­den die Be­trie­be und Be­rufs­schu­len so schlecht ab?

12.11.2014. (dpa) - Mehr als je­der drit­te Aus­zu­bil­den­de (34,1 Pro­zent) in Meck­len­burg-Vor­pom­mern be­no­tet die fach­li­che Qua­li­tät sei­ner Aus­bil­dung im Be­trieb mit den No­ten 3 bis 5 - be­frie­di­gend bis man­gel­haft.

Das geht aus dem Aus­bil­dungs­re­port des DGB Nord her­vor, der am Diens­tag in Schwe­rin vor­ge­stellt wur­de.

Wie der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des DGB Nord, In­go Schlü­ter, sag­te, soll­ten da­mit der an­hal­ten­den Kla­ge von Ar­beit­ge­bern über schlech­te Schul­ab­gän­ger Ar­gu­men­te ent­ge­gen­ge­setzt wer­den.

In 15 Jah­ren wer­de es in Meck­len­burg-Vor­pom­mern 265.000 oder 25 Pro­zent Men­schen im er­werbs­fä­hi­gen Al­ter we­ni­ger ge­ben als heu­te.

Die Ar­beit­ge­ber könn­ten da­her die "Pu­bli­kums­be­schimp­fung" nicht fort­set­zen, sag­te Schlü­ter.

Für den Re­port wur­den in­ner­halb ei­nes Jah­res bis zum Som­mer 2014 im Land 1540 Ju­gend­li­che in 20 Aus­bil­dungs­be­ru­fen be­fragt, wie die Be­zirks­ju­gend­se­kre­tä­rin des DGB Nord, Jea­ni­ne Wei­gel, be­rich­te­te.

Die fach­li­che Qua­li­tät der Be­rufs­schu­len kommt bei den Ju­gend­li­chen noch schlech­ter weg als die be­trieb­li­che: 44,3 Pro­zent ge­ben den Schu­len die No­ten 3 bis 5. Alar­mie­rend sei, dass je­der vier­te Lehr­ling mehr als 40 St­un­den pro Wo­che ar­bei­te, 6,3 Pro­zent so­gar mehr als 45 St­un­den. Die meis­ten Über­stun­den fie­len im Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be an. So ga­ben zwei Drit­tel der künf­ti­gen Kö­che und mehr als die Hälf­te der Ho­tel- und Re­stau­rant­fach­leu­te an, Über­stun­den leis­ten zu müs­sen. Im Durch­schnitt be­kom­me je­der drit­te Azu­bi kei­nen Aus­gleich da­für, bei Kö­chen so­gar mehr als je­der zwei­te. Ge­setz­lich er­laubt ist Mehr­ar­beit nur, wenn sie im Zu­sam­men­hang mit der Aus­bil­dung steht.

Bei der Aus­bil­dungs­ver­gü­tung stell­te der DGB ei­ne Ver­bes­se­rung fest, die Schlü­ter zu­fol­ge auch auf den er­kämpf­ten Flä­chen­ta­rif­ver­trag im Ho­tel- und Gast­stät­ten­be­reich zu­rück­zu­füh­ren ist. Der An­teil der­je­ni­gen, die ei­ne Ver­gü­tung zwi­schen 500 und 750 Eu­ro mo­nat­lich er­hiel­ten, sei ge­stie­gen. Al­ler­dings lie­ge das durch­schnitt­li­che Lehr­lings­ent­gelt mit 558 Eu­ro noch deut­lich un­ter dem Bun­des­schnitt von 660 Eu­ro. Mehr als 40 Pro­zent der Azu­bis wür­den we­ni­ger als 500 Eu­ro er­hal­ten.

Für die Mo­ti­va­ti­on der Lehr­lin­ge wer­te­te es der DGB als schlecht, dass nur knapp je­der drit­te wuss­te, dass er nach der Leh­re vom Be­trieb über­nom­men wird. Deut­lich mehr als die Hälf­te (57,5 Pro­zent) wuss­te es nicht, 10,9 Pro­zent hat­ten be­reits ei­ne Ab­sa­ge. Am häu­figs­ten hat­ten Lehr­lin­ge in klei­nen Be­trie­ben mit bis zu vier Mit­ar­bei­tern ei­ne Zu­sa­ge auf Über­nah­me.

Der DGB for­dert nach den Wor­ten Schlü­ters, dass die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen kon­trol­liert und Aus­bil­dungs­män­gel ge­ahn­det wer­den. Vor al­lem müs­se end­lich mit dem Ju­gend­schutz ernst­ge­macht wer­den, sag­te er und for­der­te das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um auf, bei Ver­stö­ßen ein­zu­schrei­ten. Ge­set­zes­wid­ri­ge Zu­stän­de ge­be wei­ter­hin vor al­lem im Ho­tel- und Gast­stät­ten­be­reich. Wei­ter müs­se es ta­rif­li­che Über­nah­me­re­geln ge­ben, um Ju­gend­li­chen ei­ne Per­spek­ti­ve zu schaf­fen.

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Letzte Überarbeitung: 22. Oktober 2016

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