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DHL ver­letzt wei­ter­hin mas­siv Ar­beits­rech­te im Aus­land

Nach dem "Schwarz­buch-Lidl" er­scheint jetzt das "Weiß­buch-DHL": Blü­ten­weiß ist die Wes­te der DHL al­ler­dings nicht
Plausch am Postschalter Ge­werk­schafts­kri­tik: DHL ver­letzt Ar­beits­rech­te im Aus­land

09.05.2012 (dpa) - In­ter­na­tio­na­le Ge­werk­schaf­ten wer­fen der Deut­schen Post DHL vor, in Län­dern au­ßer­halb Eu­ro­pas Ar­beit­neh­mer­rech­te zu ver­let­zen.

Die Post-Lo­gis­tik­toch­ter DHL ha­be ei­ne "be­schä­men­de Bi­lanz" von "Ge­werk­schafts­ver­mei­dung" und beim über­mä­ßi­gen Ein­satz von schlecht be­zahl­ten Zeit- und Leih­ar­beits­kräf­ten.

Un­ter­su­chun­gen von UNI Glo­bal Uni­on und der In­ter­na­tio­na­len Trans­port­ar­bei­ter-Fö­de­ra­ti­on (ITF) zeig­ten weit ver­brei­te­te und sys­te­ma­ti­sche miss­bräuch­li­che Prak­ti­ken im Be­reich der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit und der un­si­che­ren Ar­beits­for­men, be­rich­te­ten die Ge­werk­schaf­ten am Mitt­woch vor Be­ginn der Haupt­ver­samm­lung des Un­ter­neh­mens in Frank­furt/Main.

Ein Spre­cher der Deut­schen Post sag­te, die De­tails der Be­rich­te mit den Vor­wür­fen sei­en dem Un­ter­neh­men nicht be­kannt. "Auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne ar­bei­ten wir ge­mäß na­tio­na­ler Ge­set­ze und Ge­pflo­gen­hei­ten mit den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern und Ge­werk­schaf­ten der je­wei­li­gen Län­der zu­sam­men."

Die Post-Toch­ter DHL be­treibt ih­re welt­wei­ten Ge­schäf­te über vie­le ei­ge­ne Toch­ter­un­ter­neh­men und ist nach ei­ge­nen An­ga­ben der glo­bal füh­ren­de Post- und Lo­gis­tik­kon­zern. Au­ßer­halb Eu­ro­pas hat DHL mehr als 150.000 Mit­ar­bei­ter.

Die Be­schäf­tig­ten, die sich in Ge­werk­schaf­ten or­ga­ni­sie­ren möch­ten, hät­ten Angst vor Ver­gel­tungs­maß­nah­men, be­rich­te­ten die Ge­werk­schaf­ten. In vie­len Län­dern, et­wa in Ma­lay­sia, In­do­ne­si­en und In­di­en, wür­den Leih­ar­beits­kräf­te we­sent­lich schlech­ter be­zahlt als re­gu­lär Be­schäf­tig­te, ob­wohl sie glei­che Ar­bei­ten er­le­dig­ten. DHL sei we­gen Ver­let­zun­gen von Ar­beits­schutz­re­geln mit er­heb­li­chen Geld­stra­fen be­legt wor­den. In den USA ha­be DHL in die­sem Jahr fast 300.000 US-Dol­lar Stra­fe zah­len müs­sen.

Die Ge­werk­schaf­ten for­dern von DHL, ein glo­ba­les Rah­men­ab­kom­men zu un­ter­zeich­nen, wel­ches ge­währ­leis­ten sol­le, dass das Un­ter­neh­men in al­len Län­dern die glei­chen Ar­beit­neh­mer-Grund­rech­te re­spek­tiert.

UNI Glo­bal Uni­on, ei­ne in­ter­na­tio­na­le Ge­werk­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on für Fach- und Dienst­leis­tungs­be­ru­fe, ver­tritt welt­weit 2,5 Mil­lio­nen An­ge­stell­te im Post- und Lo­gis­tik­sek­tor. In der ITF sind rund 4,6 Mil­lio­nen Mit­glie­der or­ga­ni­siert. Bei­de ge­hö­ren zum In­ter­na­tio­na­len Ge­werk­schafts­bund (IGB), der für die Rech­te der Be­schäf­tig­ten in mul­ti­na­tio­na­len Un­ter­neh­men kämpft.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 22. September 2016

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