HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/248

Daim­ler-Mit­ar­bei­ter er­hal­ten Kün­di­gungs­schutz bis 2020

Be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen wird es bei Daim­ler auch in den kom­men­den fünf­ein­halb Jah­ren nicht ge­ben: Die so­ge­nann­te Zu­kunfts­si­che­rung ist ver­län­gert. Ei­ne Ga­ran­tie, bis da­hin auf dem glei­chen Job zu ar­bei­ten, ist das al­ler­dings nicht
Fließband, Automobilindustrie, Montage Was um­fasst die Zu­kunfts­si­che­rung?

09.09.2015. (dpa) - Be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen sind bei Daim­ler in Deutsch­land bis 2020 aus­ge­schlos­sen.

Die ent­spre­chen­de Re­ge­lung, die En­de 2016 aus­ge­lau­fen wä­re, ist ver­län­gert wor­den, wie der Kon­zern am Diens­tag mit­teil­te.

"Da­mit pro­fi­tie­ren auch die Be­schäf­tig­ten von der der­zeit her­vor­ra­gen­den Ge­schäfts­ent­wick­lung", sag­te der Ge­samt­be­triebs­rats­vor­sit­zen­de der Daim­ler AG, Mi­cha­el Brecht.

Die Ge­schäf­te des Au­to­her­stel­lers lie­fen zu­letzt gut.

Daim­ler hat­te sei­nen Ge­winn im ers­ten Halb­jahr um mehr als ein Drit­tel ge­stei­gert - der Um­satz hat­te um 18 Pro­zent zu­ge­legt.

Die so­ge­nann­te Zu­kunfts­si­che­rung gilt für die Ta­rif­be­schäf­tig­ten der Daim­ler AG in Deutsch­land - dem Be­triebs­rat zu­fol­ge wa­ren das zu­letzt rund 135 000. Ins­ge­samt be­schäf­tig­te Daim­ler zu­letzt rund 170 000 Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land. Welt­weit sind es et­wa 280 000. BMW und Volks­wa­gen ha­ben ähn­li­che Ver­ein­ba­run­gen.

Ne­ben dem Kün­di­gungs­aus­schluss wer­den auch wei­ter­hin al­le aus­ge­lern­ten Aus­zu­bil­den­den über­nom­men. Die bis­her star­re 90/10-Re­ge­lung wer­de aber fle­xi­bi­li­siert, hieß es wei­ter. Künf­tig sol­len min­des­tens 90 Pro­zent der Azu­bis un­be­fris­tet wer­den. Die Üb­ri­gen er­hal­ten zu­nächst ei­nen Ver­trag für ein Jahr, mit der Op­ti­on auf un­be­fris­te­te Über­nah­me. Die Zu­kunfts­si­che­rung um­fasst au­ßer­dem die An­pas­sun­gen von Ge­halts­be­stand­tei­len, die nach der Um­stel­lung auf den Ent­gelt-Ta­rif­ver­trag ERA im Jahr 2006 ab­ge­si­chert wor­den wa­ren.

Der Be­triebs­rats­chef hat­te al­ler­dings be­reits jüngst im Ge­spräch mit der Deut­schen Pres­se-Agen­tur ge­warnt: "Mit ei­ner Zu­kunfts­si­che­rung wer­den be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen aus­ge­schlos­sen, aber kei­ne Tä­tig­kei­ten ge­schützt." Das er­fuh­ren zu­letzt die Be­schäf­tig­ten der Nie­der­las­sungs­net­zes, das in Tei­len ver­kauft wur­de.

Für die ein­zel­nen Stand­or­te in Deutsch­land hat­ten die Be­triebs­rä­te be­reits in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten so­ge­nann­te Zu­kunfts­bil­der ver­ein­bart. Daim­ler hat­te dar­in In­ves­ti­ti­ons­zu­sa­gen für fast al­le deut­schen Stand­or­te ge­trof­fen - ins­ge­samt rund 8,5 Mil­li­ar­den Eu­ro in den kom­men­den Jah­ren. Teil­wei­se wer­den aber auch hier Stel­len ein­ge­spart - in Mann­heim fal­len bei­spiels­wei­se 500 Jobs weg, in Kas­sel sind es 300.

Nicht in St­ein ge­mei­ßelt ist auch die Leih­ar­beits­quo­te von acht Pro­zent in der Pro­duk­ti­on. Die­se Quo­te kön­ne an­ge­passt wer­den, soll­ten sich die ge­setz­li­chen und ta­rif­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen än­dern, hieß es wei­ter. In die­sem Fall hät­ten sich bei­de Sei­ten aber auch dar­auf ver­stän­digt, über ei­ne Ver­län­ge­rung der Lauf­zeit der Zu­kunfts­si­che­rung zu spre­chen. Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) will im Herbst ei­nen Ge­setz­ent­wurf über Werk­ver­trä­ge und Leih­ar­beit vor­le­gen. Dar­in soll es un­ter an­de­rem um die Ein­satz­dau­er von Leih­ar­bei­tern ge­hen, die bis­lang auf 18 Mo­na­te be­schränkt ist.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de